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BAYERN/9007: Regionalnachrichten - BR Text 14.06.2019


BR Text vom 14.06.2019 - Nachrichten Bayern


+++ Herrmann für Abschiebungen nach Syrien +++ Kritik an Regeln zum Blutspenden +++ Seltenes Wetterphänomen +++ Luftbeobachtung wegen Waldbrandgefahr +++ Beteiligung an Luftreinhalteplan +++ Mittelalterfest in Arnstorf +++ Tödlicher Wiesn-Streit: Geständnis +++ Kein Ersatz für überfahrenes Gepäck +++ 14-Jähriger kollabiert +++ Keine Einigung in Fall Mollath +++ Sandstrand zu verschenken +++ Blockabfertigung auch kommende Woche +++ Erdbeeren in Wörth unbeschadet +++ 5 Bayern Kurzmeldungen +++

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Herrmann für Abschiebungen nach Syrien

Innenminister Herrmann/CSU hat in einem
BR-Interview seine Forderung bekräf-
tigt, Straftäter aus Syrien in das
Bürgerkriegsland abschieben zu wollen.

Es gehe um Anhänger des Assad-Regimes,
die in Deutschland Gewalttaten verüb-
ten, erklärte Herrmann. Solche Menschen
hätten in ihrer Heimat nichts mehr zu
fürchten, da Präsident Assad wieder
über weite Landesteile herrsche.

Die Innenminister von Bund und Ländern
beschlossen heute in Kiel eine Verlän-
gerung des Abschiebestopps für syrische
Flüchtlinge bis Ende 2019. Im Herbst
soll die Lage neu beurteilt werden.

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Kritik an Regeln zum Blutspenden

Anlässlich des heutigen Weltblutspende-
tags haben FDP- und Grünen-Politiker
aus Bayern die Regelungen kritisiert.

Der Rother FDP-Ortschef Zimmermann be-
klagte die Diskriminierung homosexuel-
ler Männer. Diese dürften erst nach ei-
nem Jahr Enthaltsamkeit Blut spenden,
erklärte der 37-Jährige, der selbst ho-
mosexuell ist. Schwule würden dadurch
unter Generalverdacht gestellt.

Die "Hämotherapie-Richtlinie" sei ver-
letzend, betonte auch die Grünen-Land-
tagsabgeordnete Celina. Sie forderte
individuelle Screenings, um die Über-
tragung von Infektionen auszuschließen.

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Seltenes Wetterphänomen

Meteorologen haben in der Nacht auf
Freitag das Wetterphänomen leuchtender
Nachtwolken beobachtet.

Es entsteht unter bestimmten Bedingun-
gen, wenn Eiskristalle in 80 bis 85 Ki-
lometern Höhe von der schon untergegan-
genen Sonne beschienen werden, wie BR-
Experte Sachweh mitteilte. Während der
"magisch anmutende Schleier von silbri-
gem Glanz" in Norddeutschland häufiger
auftrete, sei er in Bayern äußerst sel-
ten zu sehen.

Da die Wetterlage stabil sei, bestehe
in der kommenden Nacht erneut die Chan-
ce, den seltenen Nachtschleier zu sehen.

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Luftbeobachtung wegen Waldbrandgefahr

Nach der Regierung der Oberpfalz hat
auch die Regierung von Niederbayern Be-
obachtungsflüge wegen der Waldbrandge-
fahr angeordnet.

Bis Sonntag soll die Luftbeobachtung
von den Stützpunkten Landshut-Ellermüh-
le, Straubing-Wallmühle, Eggenfelden,
Vilshofen und Arnbruck aus stattfinden.
Am Vortag hatten bereits die Beobach-
tungsflüge in der Oberpfalz begonnen.
Dort sind v.a. die Landkreise Amberg-
Sulzbach, Sulzbach-Rosenberg und Neu-
stadt an der Waldnaab betroffen.

Die Bürger wurden dazu aufgerufen,keine
Zigaretten wegzuwerfen und Ähnliches.

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Beteiligung an Luftreinhalteplan

Die Öffentlichkeit kann sich ab sofort
an der 7. Fortschreibung des Luftrein-
halteplans München beteiligen.

Der Planentwurf liegt nach Angaben der
Regierung von Oberbayern bis 15. Juli
in der Bibliothek der Bezirksregierung
an der Maximilianstraße aus und ist zu-
dem auf der Internetseite der Behörde
abrufbar. Münchner und Münchnerinnen
können zu den vorgeschlagenen Maßnahmen
Anmerkungen und Beiträge verfassen,
aber auch weitere Vorschläge machen.

Die Vorschläge würden dann zusammen mit
der Landeshauptstadt geprüft und gege-
benenfalls im neuen Plan berücksichtigt

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Mittelalterfest in Arnstorf

Im niederbayerischen Arnstorf beginnt
heute das Fest "Auf Heller und Barde",
eines der größten historischen Mittel-
alterfeste in Bayern.

Handwerker in historischen Kostümen,
Falkner, Gaukler und Straßenmusikanten
beteiligen sich an dem alle vier Jahre
stattfindenden Spektakel. Zudem messen
sich Ritter im Kampf. Als ein Höhepunkt
gilt der mittelalterliche Festzug am
Sonntag.

Arnstorf besitzt das Marktrecht seit
dem Jahr 1419. Zum Mittelalterfest kom-
men alle vier Jahre mittlerweile Zehn-
tausende Besucher.

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Tödlicher Wiesn-Streit: Geständnis

Im Prozess um einen tödlichen Streit
auf dem Münchner Oktoberfest 2018 hat
der Angeklagte die Tat gestanden.

"Ich kann halt meine Kraft nicht so
einschätzen", sagte der bereits wegen
Gewalt- und Drogendelikten vorbestraf-
te 43-Jährige. Nach einer anfänglich
lustigen Begegnung mit dem 58-jährigen
Opfer sei der Mann ordinär geworden und
habe versucht, seine Bekannte anzuma-
chen, erklärte der Angeklagte.

Der 58-Jährige war nach einem Schlag an
einer Hirnblutung gestorben. Der 43-
Jährige hatte sich einen Tag nach der
Tat der Polizei gestellt.

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Kein Ersatz für überfahrenes Gepäck

Das Amtsgericht München hat einer Rei-
seversicherung bestätigt, dass sie
nicht für versehentlich überfahrenes
Gepäck haften muss (Az 111 C 12296/18).

Das überrollte Gepäck sei weder durch
eine Straftat noch durch Unfall oder
Elementarereignisse wie Feuer zu Scha-
den gekommen, urteilten die Richter.
Daher liege kein Versicherungsfall vor.

Eine Frau hatte 3.760 Euro von ihrer
Versicherung verlangt, weil ihr Beglei-
ter in der Türkei ihre Taschen überfah-
ren hatte - darunter ein Kleidersack
für 2.500 Euro, eine Aktentasche für
500 Euro und ein Füller für 760 Euro.

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14-Jähriger kollabiert

In Niederbayern ist ein 14-jähriger
Schüler zusammengebrochen, nachdem er
Tabletten konsumiert hatte.

Die Polizei nannte den Gesundheitszu-
stand des Jugendlichen zwar stabil, al-
lerdings sei er noch immer nicht an-
sprechbar. Die Ermittler nahmen einen
26-Jährigen fest, der dem Jungen die
Tabletten in einer Hütte in Ortenburg/
Lkr. Passau verabreicht haben soll. Ob
es sich um Drogen handelte und falls
ja, um welche, ist demnach noch unklar.

Bei einer Razzia in der Wohnung des 26-
Jährigen wurden später Tabletten und
eine Feinwaage sichergestellt.

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Keine Einigung in Fall Mollath

Im Streit um Schadensersatz in Millio-
nenhöhe für das Justizopfer Mollath
sind die Verhandlungen zwischen dem
bayerischen Justizministerium und des-
sen Anwalt gescheitert.

Man habe sich nicht einigen können,
sagte Rechtsanwalt Braun in München.Der
Prozess gehe weiter. Laut Ministerium
hatte der Jurist einen Vergleichsvor-
schlag des Gerichts nicht angenommen.

Mollath war von 2006 bis 2013 im psy-
chiatrischen Maßregelvollzug unterge-
bracht. 2014 wurde er völlig entlastet.
Er fordert 1,8 Millionen Euro.Der Frei-
staat hatte knapp 69.000 Euro geboten.

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Sandstrand zu verschenken

Feinster, weißer Sand ist in gut fünf
Wochen in Nürnberg zu bekommen - und
zwar gratis gegen Abholung.

Die 600 Tonnen Koalinsand liegen der-
zeit auf der Insel Schütt und machen
den Ort im Herzen der Stadt zur 4.000
Quadratmeter großen Strand-Meile. Am
22. Juli können nun Sportvereine oder
Kindergärten den Sand abholen. Bagger
und Lkw sollen vor Ort bereitstehen.

Grund der Geschenkaktion: Die Strand-
veranstalter müssen den Platz am 23.
Juli besenrein an die Stadt übergeben,
weil drei Tage später dort das Nürnber-
ger Bardentreffen stattfinden wird.

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Blockabfertigung auch kommende Woche

Das österreichische Bundesland Tirol
hat auch für kommende Woche Blockabfer-
tigungen für Lkw an der Landesgrenze
anberaumt.

Rund um Fronleichnam seien Dosierungs-
maßnahmen nötig, hieß es. Geplant sind
sie in den frühen Morgenstunden am Mon-
tag, Dienstag, Mittwoch und Freitag. Je
nach Lkw-Aufkommen könne die Blockab-
fertigung aber verlängert werden.

Am Donnerstag hatte die Blockabferti-
gung für einen 44 Kilometer langen Lkw-
Stau gesorgt, der sich über die A93 bis
zum Parkplatz Seehamer See auf der A8
zog.

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Erdbeeren in Wörth unbeschadet

Die Erdbeeren eines gewerblichen Felds
von Erdbeerbauer Eder können unbedenk-
lich verzehrt werden.

Lebensmittelproben ergaben nach dem
Großbrand in einer Recyclinganlage in
Wörth an der Isar keine Auffälligkei-
ten, wie das Landratsamt dem BR mit-
teilte. Der Landwirt hatte 750 Kilog-
ramm der Feldfrüchte vernichtet und 500
Kilogramm vorsorglich püriert und ein-
gefroren, um das Ergebnis abzuwarten.

Landrat Dreier/FW forderte derweil
strengere Brandschutzmaßnahmen in dem
Recyclingbetrieb, in dem das Feuer aus-
gebrochen war.

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5 BAYERN KURZMELDUNGEN

Bayreuth: Im Fall der im vergangenen
Sommer getöteten Studentin Sophia L.
soll der Prozess am 23. Juli beginnen.
Das teilte das Landgericht Bayreuth
mit. Angeklagt ist ein marokkanischer
Lkw-Fahrer, der die 28-jährige Trampe-
rin mitgenommen haben soll. Der Mann
war in Spanien festgenommen worden, wo
auch die Leiche der jungen Frau gefun-
den worden war.

Unterwössen: Der langjährige Vorsitzen-
de des Bayerischen Trachtenverbands,
Dufter, ist gestorben. Wie die Organi-
sation mitteilte, wurde er 84 Jahre
alt. Der Unterwössener hatte 1999 das
Bundesverdienstkreuz am Bande und 2003
den Bayerischen Verdienstorden erhal-
ten.

Kempten/Berlin: Das Hildegardis-Gym-
nasium in Kempten hat den zweiten Preis
beim bundesweiten Energiesparmeister-
Wettbewerb gewonnen. Die Schule hatte
einen Klimaschutzplan entwickelt und
sich das Ziel gesetzt, bis 2026 klima-
neutral zu werden. Die insgesamt 16
Sieger wurden im Bundesumweltministe-
rium in Berlin ausgezeichnet.

Regensburg: Die Stadt Regensburg wirbt
derzeit für ein Pilotprojekt zum Woh-
nungstausch. Ziel sei es, Senioren beim
Umzug aus zu großen Wohnungen in klei-
nere, altersgerechte zu unterstützen,
hieß es von der Stadtverwaltung. Je
nach Einkommen soll auch ein Zuschuss
gezahlt werden. Das Projekt ist zu-
nächst auf zwei Jahre befristet.

Ingolstadt: Mit der Inbetriebnahme ei-
nes kostenlosen BayernWLAN-Hotspots in
der Ingolstädter Stadtbibliothek sind
jetzt 20.000 solcher öffentlichen In-
ternet-Zugangspunkte vorhanden. Finanz-
minister Füracker/CSU zeigte sich er-
freut,dass die Marke früher als gedacht
geknackt wurde. Ursprünglich war der
20.000. BayernWLAN-Hotspot für Ende
2020 geplant. Das Angebot ist mit einem
Jugendschutzfilter ausgestattet und
kann ohne Registrierung genutzt werden.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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