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BAYERN/9050: Regionalnachrichten - BR Text 01.08.2019


BR Text vom 01.08.2019 - Nachrichten Bayern


+++ Gesetz zum Artenschutz in Kraft +++ Hotline für Internet-Opfer +++ Fliegerhorst Kaufbeuren schließt nicht +++ Schuss auf Nachbarn: Psychiatrie +++ Prozess um totes Baby: Vater schweigt +++ Bilanz zu ein Jahr Ankerzentren +++ Bayerisch-sächsisches Fahndungszentrum +++ Ganztägiges Alkoholverbot am Bahnhof +++ GAP: Umgehungstunnelbau startet 2020 +++ Kinderheim freut sich über Diebesgut +++ 8 Bayern Kurzmeldungen +++

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Gesetz zum Artenschutz in Kraft

In Bayern ist das Gesetzespaket zum
Artenschutz in Kraft getreten.

Das bedeutet, Landwirte dürfen ab
sofort ohne Genehmigung der Behörden
Dauergrünland nicht mehr umackern oder
Feuchtwiesen trockenlegen. Auch gelten
bestimmte Streuobstbestände sowie
besonders artenreiches Dauergrünland
als gesetzlich geschützte Biotope.

Für andere Vorschriften gibt es Über-
gangsregelungen. So müssen Bauern künf-
tig entlang der Ufer von Flüssen einen
fünf Meter breiten Grünstreifen anle-
gen, um zu verhindern, dass Pestizide
und Düngemittel in Gewässer gelangen.

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Hotline für Internet-Opfer

Passwortdiebstahl, Viren, Phishing-
Mails - Opfer von Kriminalität im
Internet können sich ab sofort beim
bayerischen Landeskriminalamt/LKA Hilfe
holen.

Dort wurde eine Hotline gestartet, um
in IT-Notfällen schnell und unbürokra-
tisch zur Seite zu stehen. Jeder Ein-
zelfall werde durch Experten unmittel-
bar bewertet und bearbeitet, sagte In-
nenminister Herrmann/CSU.

Unter Tel. 089 / 1212 - 4400 erhielten
Betroffene wichtige Verhaltenshinweise
und würden bei Bedarf an die zuständige
staatliche Stelle weitergeleitet.

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Fliegerhorst Kaufbeuren schließt nicht

Der Fliegerhorst in Kaufbeuren bleibt
anders als zunächst geplant als Stand-
ort der Bundeswehr erhalten.

Die Armee wachse wieder und brauche
deswegen Platz, teilte das Bundesver-
teidigungsministerium mit. Eine Prüfung
der bisherigen Planungen habe ergeben,
einige Liegenschaften in Deutschland
doch nicht aufzugeben. Mehr Personal
und Material bedeuteten auch "mehr
Bedarf an weiterer Infrastruktur".

Auf dem Fliegerhorst im Allgäu befindet
sich seit 1957 ein technisches Ausbil-
dungszentrum der Luftwaffe.

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Schuss auf Nachbarn: Psychiatrie

Das Landgericht Würzburg hat einen
Landwirt nach einem Mordversuch wegen
Schuldunfähigkeit freigesprochen und
die Unterbringung in einer Psychiatrie
angeordnet.

Der 71-jährige Angeklagte hatte seinem
Nachbarn auf einem Feuerwehrfest im
Juni 2018 in Giebelstadt in den Rücken
geschossen. Das Opfer ist seither quer-
schnittsgelähmt. Wie der 71-Jährige im
Prozess aussagte, habe er sich von dem
Nachbarn verfolgt gefühlt.

Laut einem Gutachten leidet der Land-
wirt an psychotischen Wahnvorstellun-
gen.

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Prozess um totes Baby: Vater schweigt

Zu Beginn eines Mordprozesses um den
Tod eines acht Monate alten Buben hat
der Vater vor dem Landgericht Kempten
zu den Prügelvorwürfen geschwiegen.

Der 22-Jährige soll seinen Sohn zu Tode
misshandelt haben. Der Mann soll den
Säugling so heftig geschüttelt und ge-
schlagen haben, dass der kleine Junge
nach zwei Tagen starb.

Der Verteidiger des Vaters sagte in dem
Verfahren, er habe seinem Mandanten
geraten, sich vor Gericht nicht zu äu-
ßern. Man habe den Mann wegen Mordes
angeklagt, üblicherweise würde ein sol-
cher Sachverhalt als Totschlag gewertet

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Bilanz zu ein Jahr Ankerzentren

Ein Jahr nach der Einführung der Anker-
zentren hat Innenminister Herrmann eine
positive Bilanz gezogen.

Dem BR sagte der CSU-Minister, dass die
Asylverfahren deutlich effektiver ge-
worden seien.Im Schnitt bekämen Flücht-
linge vom zuständigen Bundesamt nach
zwei Monaten Bescheid, ob sie Anrecht
auf Asyl haben oder nicht. Das sei eine
deutliche Verbesserung, so Herrmann.

Der Bayerische Flüchtlingsrat und auch
Bewohner kritisieren menschenunwürdige
Unterbringungen sowie teils gewaltsame
Auseinandersetzungen und Konflikte mit
privaten Sicherheitskräften.

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Bayerisch-sächsisches Fahndungszentrum

Sachsen und Bayern haben den Start-
schuss für ein gemeinsames Fahndungs-
zentrum in Plauen im Vogtland gegeben.

Die Innenminister Wöller/CDU und Herr-
mann/CSU unterzeichnen in der sächsi-
schen Stadt einen Kooperationsvertrag.
Zusammen mit der Bundespolizei sollen
im "Fahndungs- und Kompetenzzentrum
Vogtland" die Maßnahmen der sächsischen
und der bayrischen Polizei zur Bekämp-
fung der Grenzkriminalität koordiniert
werden.

Auf einer gemeinsamen Kabinettssitzung
hatten Sachsen und Bayern im Mai die
Zusammenarbeit beschlossen.

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Ganztägiges Alkoholverbot am Bahnhof

Rund um den Münchner Hauptbahnhof gilt
jetzt ein ganztägiges Alkoholverbot.

Bereits seit 2017 ist der Konsum von
Alkohol und das Mitführen "zum Zwecke
des dortigen Verzehrs" von 22.00 bis
6.00 Uhr verboten. Nach guten Erfah-
rungen in der Nacht will die Stadt den
Hauptbahnhof nun mit dem Rund-um-die-
Uhr-Verbot für die Trinkerszene endgül-
tig uninteressant machen. Profitieren
sollen davon Reisende, Geschäftsleute
und Anwohner gleichermaßen.

Von dem Alkoholverbot sind nur Restau-
rants und Freischankflächen in der Ver-
botszone ausgenommen.

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GAP: Umgehungstunnelbau startet 2020

Das Staatliche Bauamt Weilheim hat den
Bau des letzten Teils der geplanten
Umgehungsstraße für Garmisch-Partenkir-
chen in Auftrag gegeben.

Ab Dezember soll die Baustelle am Kra-
mer-Massiv eingerichtet werden, wie die
Behörde mitteilte.Im kommenden Frühjahr
soll die Bohrung des 3,6 km langen Tun-
nels beginnen. Ende 2024 soll die ins-
gesamt 5,6 Kilometer lange Ortsumgehung
für den Verkehr freigegeben werden.

Der Bau der Umgehung hatte schon 2010
begonnen, war dann aber u.a. wegen ei-
ner Klage von Naturschützern ins Sto-
cken geraten.

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Kinderheim freut sich über Diebesgut

Ein Polizeibesuch hat im Passauer Lu-
kas-Kern-Kinderheim für große Freude
und Augen gesorgt.

Grund war das Mitbringsel der Beamten:
100 Kilogramm Schokolade und Gummibär-
chen. Dass es sich bei der süßen Ware
vermutlich um Diebesgut handelt, küm-
merte die Heimkinder nicht.

Die Süßigkeiten hatte die Polizei auf
der A3 sichergestellt. Dort waren zwei
Autos mit Lebensmittel vollbepackt, die
Insassen konnten dafür keine Rechnungen
vorlegen.Da die Ware auch keinem recht-
mäßigen Eigentümer zuzuordnen war, wur-
de die Spende an das Heim beschlossen.

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8 BAYERN KURZMELDUNGEN

Erding: Bei Dorfen ist ein Auto frontal
in einen Streifenwagen geprallt. Dabei
seien ein Beamter schwer sowie sein
Kollege und der Autofahrer leicht ver-
letzt worden, teilte die Polizei mit.
Der Autofahrer war aus noch ungeklärter
Ursache auf die Gegenspur geraten und
in den Wagen der Beamten gekracht.

Oberammergau: Die Bahnstrecke zwischen
Murnau am Staffelsee und Oberammergau
ist wegen Schäden an den Schienen vor-
erst gesperrt. Passagiere müssen nach
Angaben der Deutschen Bahn während der
Reparatur bis voraussichtlich Freitag-
morgen auf Busse umsteigen. Bei einer
routinemäßigen Kontrolle war ein Gleis-
lage-Fehler bemerkt worden.

Wunsiedel: Unbekannte haben im ober-
fränkischen Röslau einen Geldautomaten
gesprengt. Anwohner hatten in der Nacht
zu Donnerstag einen lauten Knall ge-
hört, wie die Polizei mitteilte. Die
Täter seien mit einem Zweirad und min-
destens einem weiteren Fahrzeug geflo-
hen. Der Sachschaden wird auf 100.000
Euro geschätzt.

Ingolstadt/Straubing: Eine seit Sonntag
vermisste Frau und ihr fünf Wochen al-
ter Säugling sind am Bahnhof von Strau-
bing von eine Polizeistreife entdeckt
worden. Die 24-Jährige und ihr Baby wa-
ren aus einem Ingolstädter Mutter-Kind-
Heim verschwunden. Laut Polizei geht es
beiden gut, um das Kind kümmere sich
derzeit das Jugendamt.

München/Jerusalem: Staatskanzleichef
Herrmann hat an der Gedenkstätte Yad
Vashem in Jerusalem einen Kranz für die
Opfer des Nationalsozialismus niederge-
legt. "Wir müssen alles dafür tun, dass
derartige Kräfte nie wieder in Deutsch-
land wachsen", sagte der CSU-Politiker.
Auf seiner zweitätigen Israelreise be-
suchte Herrmann neben Jerusalem auch
die Hauptstadt Tel Aviv.

Jesenwang: Beim Absturz eines Klein-
flugzeugs im Landkreis Fürstenfeldbruck
ist der Pilot ums Leben gekommen. Der
Mann war nach Angaben der Polizei auf
dem Flugplatz Jesenwang gestartet und
mit seinem Ultraleichtflieger nahe der
Gemeinde in ein Maisfeld gestürzt. Die
Absturzursache war noch unklar.

Nürnberg: Unter dem Motto "Kein Geld
für Klimasauereien" hat Greenpeace eine
Plakat-Aktion an der Nürnberger Lorenz-
kirche veranstaltet. Der Protest rich-
tete sich gegen die Vergabe von EU-
Subventionen an Agrar-Großbetriebe. Die
Umweltorganisation will, dass EU-För-
dergelder nur noch für nachhaltig wirt-
schaftende Landwirte vergeben werden.

Würzburg: Wegen einer Telefonstörung
sind derzeit einige Polizeidienststel-
len im Gebiet Oberbayern Nord nicht
erreichbar. Laut Polizei sind neun Ins-
pektionen sowie die Autobahnpolizei
Hohenbrunn betroffen, nicht aber die
Notrufnummer 110. In den vergangenen
Tagen hatte es bereits Störungen in
anderen Regionen gegeben.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
E-Mail: bayerntext@br-online.de
Internet: www.bayerntext.de
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