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BAYERN/9075: Regionalnachrichten - BR Text 11.09.2019


BR Text vom 11.09.2019 - Nachrichten Bayern


+++ Staatsregierung will Bauen vereinfachen +++ Freie Wähler und FDP in Klausuren +++ Ein Jahr Landesamt für Pflege +++ Wenig Geringqualifizierte in Bayern +++ Anti-Wilderei-Offensive gefordert +++ Prozess um Mord an Familie +++ Prozess um getöteten Säugling +++ Prozess im Skandal um Schlachthof +++ Auftakt zur Viehscheid-Saison +++ Hundebadetag in Münchner Schwimmbad +++ 5 Bayern Kurzmeldungen +++

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Staatsregierung will Bauen vereinfachen

Bauen soll in Bayern künftig einfacher
und schneller werden.

Mit einer umfassenden Reform des baye-
rischen Baurechts will die Staatsregie-
rung Baugenehmigungen beschleunigen.
Zudem sollen der Ersatz bestehender Ge-
bäude oder der Dachgeschossausbau er-
leichtert werden. Höhen- und Abstands-
regeln sollen flexibler werden. Das
sind Kernpunkte einer Vereinbarung von
Staatsregierung und kommunalen Spitzen-
verbänden, die nun unterzeichnet wurde.

Verfahren sollten deutlich schneller
werden, sagte Ministerpräsident Söder/
CSU nach einem Spitzengespräch.

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Freie Wähler und FDP in Klausuren

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler
ist in Garmisch-Partenkirchen zu ihrer
Herbstklausur zusammengekommen.

Gleich zum Auftakt kritisierte der
Fraktionsvorsitzende Streibl das Klima-
konzept des Koalitionspartners CSU.
Drei Tage lang will die Landtagsfrak-
tion der Freien Wähler im oberbayeri-
schen Garmisch-Partenkirchen über
verschiedenste Themen beraten, u.a.
über die Entwicklung des ländlichen
Raums und nachhaltigen Tourismus.

Die FDP trifft sich zur Herbstklausur
in Bamberg. Es geht um die Themen Di-
gitalisierung, Pflege und Mobililität.

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Ein Jahr Landesamt für Pflege

Ein Jahr nach Eröffnung des Landesamts
für Pflege in Amberg hat Gesundheits-
ministerin Huml/CSU eine positive Bi-
lanz gezogen.

Mit dem neuen Landesamt sei ein "deut-
licher Akzent für den Bereich Pflege"
gesetzt worden, sagte Huml. So sei be-
reits an 340.000 Personen Landespflege-
geld ausbezahlt worden. Pflegebedürfti-
ge ab dem Pflegegrad 2 bekommen auf
Antrag 1.000 Euro jährlich.

Kritik kommt von SPD und Grünen: Das
Landespflegegeld sei ein Tropfen auf
den heißen Stein. Außerdem fehle es an
Unterstützung für pflegende Angehörige.

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Wenig Geringqualifizierte in Bayern

Im Vergleich zu anderen westdeutschen
Bundesländern gibt es in Bayern beson-
ders wenige Menschen mit relativ
geringem Bildungsniveau.

Das ist ein Ergebnis eines vom Statis-
tischen Bundesamt in Wiesbaden vorge-
stellten Berichts. Dieser vergleicht
die Bildung in den Bundesländern un-
tereinander und zum OECD-Durchschnitt.
Weniger sogenannte Geringqualifizierte
als in Bayern gibt es demnach nur in
den ostdeutschen Bundesländern.

Auch die Beschäftigungsaussichten für
Geringqualifizierte sind in Bayern laut
dem Bericht überdurchschnittlich gut.

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Anti-Wilderei-Offensive gefordert

Einen Tag vor dem Prozess gegen einen
mutmaßlichen Luchs-Wilderer in Cham
haben drei Naturschutzverbände von der
Staatsregierung eine "Anti-Wilderei-
Offensive" gefordert.

Der Bayerische Jagdverband/BJV, der
Landesbund für Vogelschutz/LBV und der
WWF Deutschland unterzeichneten in Re-
gensburg eine Erklärung gegen Wilderei
und Artenschutzkriminalität. Demnach
sollten Delikte zentral dokumentiert
und veröffentlicht werden.

Um Straftaten verfolgen zu können,
müssten die Behörden Haushaltsbudgets
und Mitarbeiterkapazitäten schaffen.

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Prozess um Mord an Familie

Ein halbes Jahr nach dem gewaltsamen
Tod seiner Eltern und seiner Schwester
steht ein 41-Jähriger ab heute vor dem
Regensburger Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann
dreifachen Totschlag vor. Er soll seine
Eltern und seine Schwester im gemeinsa-
men Wohnhaus in Mallersdorf-Pfaffen-
berg/Lkr. Straubing-Bogen grundlos an-
gegriffen und getötet haben. Zwei Tage
später rief ein Angehöriger die Poli-
zei, weil er sich Sorgen machte. Die
Beamten fanden daraufhin die Toten.

Der 41-Jährige wurde festgenommen und
in die Psychiatrie gebracht.

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Prozess um getöteten Säugling

Beim Prozess um den Tod eines drei Mo-
nate alten Mädchens am Landgericht
München II hat der Verteidiger erklärt,
die Angeklagte bestreite die Tat.

Die 29-jährige Frau sagt, sie habe das
Kind nicht verletzt. Sie sei jedoch
"extrem emotional berührt und belastet"
und könne deshalb zunächst nur zum Le-
benslauf und ihrem Umfeld aussagen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau
vor, im vergangenen September die Ner-
ven verloren zu haben und ihre Tochter
aus Überforderung durch die Luft ge-
schleudert und mehrmals mit Wucht gegen
den Kopf geschlagen zu haben.

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Prozess im Skandal um Schlachthof

Vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck
hat der Prozess gegen zwei Mitarbeiter
des Schlachthofs begonnen.

Den Männern wird Tierquälerei von Rin-
dern und Schweinen in Zusammenhang mit
Schlachtungen im Jahr 2017 vorgeworfen.
Drei Mitarbeiter hatten Strafbefehle
über mehrere tausend Euro akzeptiert,
während zwei Einspruch eingelegt
hatten, so dass es zum Prozess kam.

Eine Tierschutzorganisation hatte meh-
rere Monate in dem Schlachthof gefilmt,
zahlreiche Verstöße vor allem im Zusam-
menhang mit Betäubungen festgestellt
und dann Anzeige erstattet.

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Auftakt zur Viehscheid-Saison

In Bad Hindelang im Allgäu hat der
Viehscheid begonnen.

Mit Zugschellen und Blumenkränzen ge-
schmückt kehrten rund 700 Kühe von den
Almwiesen zurück ins Tal. Dort wurden
die Tiere von ihren Hirten "geschieden"
und dem jeweiligen Besitzer zurückge-
geben. In Bad Hindelang ist der Vieh-
scheid ein Feiertag, an dem schulfrei
ist.

Der Abtrieb in Hindelang war der Auf-
takt zu weiteren Viehscheiden in mehr
als 30 Orten im Allgäu. Auch in Ober-
bayern werden in den kommenden Tagen
Tausende Tiere in die Täler getrieben.

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Hundebadetag in Münchner Schwimmbad

Das Münchner Dantebad gehört heute
wieder den Hunden.

Nach der erfolgreichen Öffnung eines
Beckens für die Vierbeiner im vergange-
nen Jahr, ist von 10 bis 18 Uhr zum
zweiten Mal "Hundebadetag". Dabei wird
laut Stadtwerke München das Becken im
FKK-Bereich für reguläre Badegäste ge-
schlossen und nicht gechlort, so dass
die Hunde nicht nur schwimmen, sondern
auch nach Herzenslust schlabbern
können.

Im vergangenen Jahr waren 150 Besitzer
mit ihren Vierbeinern zum Baden gekom-
men.

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5 BAYERN KURZMELDUNGEN

Pegnitz: Bei einem schweren Unfall auf
der A9 bei Pegnitz/Lkr. Bayreuth ist
eine 72-jährige Autofahrerin ums Leben
gekommen. Laut Polizei übersah die Frau
beim Spurwechsel ein anderes Auto.
Durch den Zusammenstoß geriet das Auto
der Frau ins Schleudern und prallte
gegen zwei Lkw und dann in die Mittel-
leitplanke.

München: Der Brand auf dem Werksgelände
von BWM in München geht offenbar auf
einen technischen Defekt zurück. Das
teilte die Polizei mit. Das Feuer sei
in einem Büro innerhalb der Halle aus-
gebrochen. Das Gebäude ist an eine Me-
tallbaufirma untervermietet. Verletzt
wurde niemand, der Schaden liegt bei
rund 100.000 Euro.

München: Die Vorsitzende der CSU-nahen
Hanns-Seidel-Stiftung, Männle, gibt
ihren Posten Ende des Jahres ab. Das
kündigte die ehemalige CSU-Bundestags-
und Landtagsabgeordnete bei einer Mit-
gliederversammlung in München an. "Ich
bin zwar für vier Jahre gewählt, mache
einem Nachfolger aber bereits zum 1.
Januar 2020 meinen Platz frei", erklär-
te Männle. Als Nachfolger ist der CSU-
Europaabgeordnete Ferber im Gespräch.

Eichstätt: Zehn Tage nach einem gefähr-
lichen Angriff gegen einen Mann in
Eichstätt hat die Polizei den mutmaßli-
chen Täter in Berlin gefasst. Der 25-
Jährige soll dem 19-jährigen Opfer mit
Wucht eine Flasche ins Gesicht geschla-
gen haben, wie die Polizei mitteilte.

Aschaffenburg: Der Insolvenzverwalter
eines unterfränkischen Betonteile-Un-
ternehmens ist vom Amtsgericht Aschaf-
fenburg wegen Untreue zu einer Bewäh-
rungsstrafe von einem Jahr und zehn Mo-
naten verurteilt worden. Seine Sekretä-
rin erhielt wegen Beihilfe eine Bewäh-
rungsstrafe von einem Jahr. Die beiden
hatten über 700.000 Euro aus dem Be-
triebsvermögen des insolventen Unter-
nehmens für sich abgezweigt.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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Internet: www.bayerntext.de
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