Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → BR TEXT


POLITIK/8371: Nachrichten - BR Text 13.09.2017


BR Text vom 13.09.2017 - Nachrichten tagesschau - Übernahme ARD-Text


+++ Juncker: EU vorerst ohne Türkei +++ Lob und Kritik für Junckers Pläne +++ Merkel lehnt zweites TV-Duell ab +++ Air Berlin: Morgen Normalbetrieb +++ Immer noch Keime im Geflügel +++ Flüchtlinge vor Rumänien gerettet +++ De Maiziere: Abschiebung rechtens +++ Mehr Vernetzung durch Copernicus +++ "Irma": Aufräumarbeiten beginnen +++ USA: Einreiseverbot bestätigt +++ UN-Generaldebatte ohne Suu Kyi +++

*

Juncker: EU vorerst ohne Türkei

Die Türkei wird nach Einschätzung von
EU-Kommissionspräsident Juncker in ab-
sehbarer Zeit nicht EU-Mitglied werden.

Das Land habe sich zunehmend von dem
Staatenbund distanziert, sagte er in
seiner Rede zur Lage der Union.

Des Weiteren kündigte er an, bis zum
Monatsende neue Vorschläge für die le-
gale Einwanderung nach Europa vorzule-
gen. Außerdem sprach er sich für die
Ausweitung der Eurozone auf alle EU-
Mitgliedsstaaten sowie die Aufnahme von
Verhandlungen für ein Freihandelsabkom-
men mit Australien und Neuseeland aus.

*

Lob und Kritik für Junckers Pläne

Die Bundesregierung hat die Vorschläge
von EU-Kommissionspräsident Juncker be-
grüßt. Darüber müsse auf den EU-Gipfeln
Ende des Monats und im Oktober disku-
tiert werden.

Außenminister Gabriel betonte, Juncker
habe "den richtigen Weg für die Einheit
unseres Kontinents" gewiesen. SPD-Chef
Schulz dagegen erklärte, Juncker habe
wenig Überraschendes geboten.

Ein Sprecher von Finanzminister Schäub-
le bekräftigte, dass alle EU-Staaten
den Euro einführen sollten. Kritik dar-
an kam von der CSU und der Linkspartei.

*

Merkel lehnt zweites TV-Duell ab

Bundeskanzlerin Merkel lehnt die Forde-
rung von SPD-Herausforderer Schulz nach
einem zweiten Fernsehduell ab.

"Angela Merkel hat gerne an einem TV-
Duell teilgenommen", hieß es aus der
CDU-Zentrale. Dazu sei alles gesagt.

Schulz reagierte verärgert, weil seine
Anfrage nicht von Merkel, sondern von
der CDU-Zentrale beantwortet wurde.
Dies stelle eine Überlappung von Par-
teiinteressen und Staatsaufgaben dar.
Er hatte seine Forderung damit begrün-
det, dass im TV-Duell am 3. September
Themen wie Rente zu kurz gekommen waren

*

Air Berlin: Morgen Normalbetrieb

Nach zwei Tagen mit zahlreichen Flug-
ausfällen rechnet die insolvente Flug-
gesellschaft Air Berlin ab morgen wie-
der mit einem normalen Betrieb.

Inzwischen hätten sich laut Air Berlin
etliche Piloten und Crews wieder gesund
gemeldet.

Bereits zu Dienstag hatten sich mehr
als 150 Piloten krank gemeldet, mehr
als 100 Flüge mussten storniert werden.
Heute fielen rund 30 Verbindungen aus.
Hinzu kamen Flüge der Airline Euro-
wings, die bei Air Berlin Maschinen mit
Besatzung gemietet hatte.

*

Immer noch Keime im Geflügel

In Hähnchen- und Putenfleisch aus Su-
permärkten finden sich vielfach immer
noch antibiotikaresistente Keime.

Wie das Bundesagrarministerium auf eine
Anfrage der Grünen hin mitteilte, waren
bei fast jeder zweiten von 450 Puten-
fleisch-Proben solche Keime nachweis-
bar. Bei Hähnchenfleisch traf das auf
jede zehnte von rund 400 Stichproben zu

Die Keime spielen nach Angaben des Bun-
desamtes für Verbraucherschutz und Le-
bensmittelsicherheit weltweit eine gro-
ße Rolle "als Verursacher von zum Teil
schwerwiegenden Krankenhausinfektionen"

*

Flüchtlinge vor Rumänien gerettet

Die rumänische Küstenwache hat 157
Flüchtlinge aus dem Schwarzen Meer ge-
rettet. Darunter seien 53 Kinder und 51
Frauen gewesen. Die Migranten stammten
aus Iran und Irak.

Das Boot war bereits am Dienstagmorgen
außerhalb der rumänischen Gewässer ent-
deckt worden. Nachdem Wind und hoher
Wellengang die Rettungsarbeiten verzö-
gert hatten, konnte es heute Morgen in
den Hafen Constanta geschleppt werden.

Flüchtlinge versuchen immer wieder, von
der Türkei aus über das Schwarze Meer
nach Rumänien zu gelangen.

*

De Maiziere: Abschiebung rechtens

Bundesinnenminister de Maiziere hat die
erneute Sammelabschiebung mehrerer Af-
ghanen verteidigt.

"Alle acht Personen sind wegen erhebli-
cher Straftaten verurteilt worden",
sagte er. Die Rückführungen seien alle
aus der Straf- oder Abschiebehaft er-
folgt. Die Männer lebten zuvor in Bay-
ern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Die Abgeschobenen waren aus Düsseldorf
kommend in der afghanischen Hauptstadt
Kabul gelandet. Es war die erste Sam-
melabschiebung nach Afghanistan seit
Ende Mai dieses Jahres.

*

Mehr Vernetzung durch Copernicus

Wirtschaft, Verwaltung und Politik sol-
len die Satellitendaten des EU-Pro-
gramms Copernicus besser nutzen können.

Zu diesem Zweck hat das Bundeskabinett
eine nationale Strategie verabschiedet.
Geodaten und digitale Karten sind damit
künftig frei zugänglich und mit einem
offenen Datenportal des Bundesverkehrs-
ministeriums verknüpft.

An dem nach dem Mathematiker und Astro-
nomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543)
benannten Programm ist das Bundesver-
kehrsministerium nach eigenen Angaben
mit rund 700 Millionen Euro beteiligt.

*

"Irma": Aufräumarbeiten beginnen

Im US-Bundesstaat Florida beginnen die
Aufräumarbeiten nach Hurrikan "Irma".

Die Koordinationsstelle der US-Kata-
strophenhilfe schätzte, dass auf der
hart getroffenen Inselkette Florida
Keys ein Viertel aller Häuser zerstört
wurde. 65 Prozent der Gebäude hätten
zudem schwere Schäden erlitten.

Nach und nach kehren die Menschen aus
den Notunterkünften zurück. Einige
Flughäfen im Südosten der USA nahmen
den Betrieb wieder auf. US-Präsident
Trump hat für Donnerstag einen Besuch
in der Region angekündigt.

*

USA: Einreiseverbot bestätigt

Der Oberste US-Gerichtshof hat den har-
ten Kurs der Trump-Regierung beim um-
strittenen Einreiseverbot bestätigt.

Die Richter blockierten die Entschei-
dung eines Berufungsgerichts. Diese
hätte bis zu 24.000 Flüchtlingen er-
laubt, bis Oktober dieses Jahres in die
Vereinigten Staaten einzureisen.

Die Regierung begrüße, dass der Supreme
Court Hauptbestandteile des Einreise-
verbots aufrechterhalten habe, sagte
eine Sprecherin des Weißen Hauses. Das
Verbot gilt für Menschen aus sechs
mehrheitlich muslimischen Ländern.

*

UN-Generaldebatte ohne Suu Kyi

Die Regierungschefin Myanmars, Suu Kyi,
reist nicht zur Generaldebatte der UN-
Vollversammlung nach New York.

Dies teilte ein Regierungssprecher ohne
Angabe von Gründen mit. Die Friedensno-
belpreisträgerin steht international in
der Kritik, weil sie zum Vorgehen der
Armee gegen die muslimische Minderheit
der Rohingya in ihrem Land schweigt.

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich heu-
te mit den Kämpfen zwischen Rohingya-
Rebellen und der Regierungsarmee, bei
denen UN-Angaben zufolge seit Ende Au-
gust Hunderte Menschen getötet wurden.

*

Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
E-Mail: bayerntext@br-online.de
Internet: www.bayerntext.de
Das BR Text-Programmschema erhalten Sie
per Fax-Abruf: 089/38 06-77 03

Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang