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WIRTSCHAFT/8234: Nachrichten - BR Text 20.04.2017


BR Text vom 20.04.2017 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge gekürzt +++ BMW überrascht mit Gewinnsprung +++ Klage gegen Geldautomaten-Gebühren +++ IWF prognostiziert stärkeres Wachstum +++ Entscheidung zu Grammer vertagt +++ IW rät zu Maßnahmen für Fachkräfte +++ Unilever hat Umsatz gesteigert +++ Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten/NGG fordert Lohnsteigerung +++

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Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge gekürzt

Die Bundesregierung spart beim Ein-
Euro-Job-Programm für Flüchtlinge.

Statt der geplanten 300 Mio. Euro pro
Jahr sind ab 2018 nur noch 60 Mio. ver-
anschlagt, wie das Arbeitsministerium
einen Bericht der "Süddeutschen Zei-
tung" bestätigte. Die übrigen 240 Mio.
Euro würden umgeschichtet und den Job-
centern zur Verfügung gestellt.

Mit dem Programm sollten 100.000 Ein-
Euro-Jobs für Asylbewerber geschaffen
werden, die lange auf eine Asylent-
scheidung warten. Bis Ende März wurden
demnach rund 25.000 Plätze beantragt
und etwa 21.000 bewilligt.

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BMW überrascht mit Gewinnsprung

Der Autobauer BMW hat Umsatz und Be-
triebsgewinn im ersten Quartal überra-
schend deutlich gesteigert.

Der Umsatz legte um 12,0 % auf 23,45
Mrd. Euro zu, das Konzernergebnis vor
Steuern sogar um 27 % auf 3,0 Mrd. Eu-
ro, wie die Münchner mitteilten. Gründe
für diesen Sprung seien positive Bewer-
tungseffekte, etwa durch die Beteili-
gung neuer Investoren am Kartendienst
Here,sowie ein höherer Gewinn in China.

Bis Ende März verkaufte BMW 587.000 Au-
tos, gut 5,0 % mehr als im Vorjahres-
quartal. Die Gewinnmarge im Autoge-
schäft lag mit 9,0 % im Zielkorridor.

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Klage gegen Geldautomaten-Gebühren

Verbraucherschützer ziehen gegen Banken
wegen Gebühren fürs Geldabheben am Au-
tomaten vor Gericht.

Es gebe Belege, dass drei Institute
ihre Kunden vorher nicht ausreichend
über die Preisänderung informierten, so
die Verbraucherzentrale Sachsen. Nach
geltendem Recht muss eine Bank ihre
Kunden mindestens zwei Monate vor einer
Preiserhöhung informieren und auf ihr
Kündigungsrecht aufmerksam machen.

Bislang ist von 190 Sparkassen und
Volksbanken bekannt, dass sie von ihren
eigenen Kunden Geld verlangen, wenn sie
Bargeld abheben.

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IWF prognostiziert stärkeres Wachstum

Der Internationale Währungsfonds/IWF
hat der Weltwirtschaft für 2017 ein
stärkeres Wachstum vorhergesagt als
zunächst angenommen.

Dank der anziehenden Wirtschaftsleis-
tung in China, steigender Verbraucher-
preise und robuster Finanzmärkte sei
mit einem Wachstum von 3,5 % zu rechnen
- nach 3,1 % im Vorjahr, teilte der IWF
mit. Das ist 0,1 Prozentpunkt mehr als
im Januar prognostiziert wurde.

Für die Euro-Zone erwartete der IWF ein
gleichbleibendes Wachstum von 1,7 %.
In den USA sollte die Wirtschaftsleis-
tung um 2,3 % zunehmen (2016: 1,6 %).

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Entscheidung zu Grammer vertagt

Im Streit um die Macht beim Oberpfälzer
Autozulieferer Grammer ist eine wichti-
ge Gerichtsentscheidung vertagt worden.

Die Verhandlung ist auf 16. Mai ver-
schoben, wie das Landgericht Nürnberg-
Fürth mitteilte. Es geht um die ver-
suchte Übernahme der Mehrheit bei Gram-
mer durch den Konkurrenten Prevent der
umstrittenen bosnischen Gruppe Hastor.
Grammer will das mit Hilfe eines chine-
sischen Investors verhindern und hofft,
dass das Landgericht dies erlaubt.

Grammer mit Sitz in Amberg baut mit
rund 12.000 Mitarbeitern Autoteile un-
ter anderem für BMW und VW.

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IW rät zu Maßnahmen für Fachkräfte

Auf der Suche nach Fachkräften sollten
Unternehmen nach einer Studie des ar-
beitgebernahen Instituts der deutschen
Wirtschaft/IW umsteuern.

So sollten die Unternehmen ihre Stellen
verstärkt überregional ausschreiben und
neues Personal bei der Wohnungssuche
und bei der Integration in den Alltag
unterstützen. Mentoren könnten hier
helfen. Auch Wohnungsangebote für Lehr-
linge vor Ort werden vorgeschlagen.

Als besonders angespannt werten die
Autoren die Lage in Süddeutschland.
Aber auch in Ostdeutschland sehen sie
eine Zuspitzung beim Fachkräftemangel.

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WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

London: Der Konsumgüterhersteller Uni-
lever kann höhere Preise durchsetzen
und den Umsatz so steigern. Mit 13,3
Milliarden Euro nahm der Produzent von
Knorr-Fertigsuppen im abgelaufenen
Quartal nach eigenen Angaben 6,2 Pro-
zent mehr ein als vor Jahresfrist. Der
Rivale Nestle bekam dagegen einen
schwindenden Appetit auf Fertigprodukte
zu spüren. Zum Jahresauftakt lag das
Wachstum des Produzenten von Maggi-
Suppen mit 21 Mrd. Franken (19,6 Mrd.
Euro) in etwa auf Vorjahresniveau.

München: Die Gewerkschaft Nahrung-
Genuss-Gaststätten/NGG fordert für die
bayerische Futtermittelindustrie eine
Lohnsteigerung von 5,5 Prozent. Die
Tarifverhandlungen beginnen am 3. Mai.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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Internet: www.bayerntext.de
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