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WIRTSCHAFT/8459: Nachrichten - BR Text 07.12.2017


BR Text vom 07.12.2017 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Senioren beziehen immer länger Rente +++ Milliarden vom Staat an Siemens +++ GE will in 1.600 Jobs streichen +++ Sieben Jahre Haft für VW-Manager +++ Vorprüfung nach Vorwürfen gegen BMW +++ Polytec Group schließt Werk in Weiden +++ MAN investiert in Standort Augsburg +++ Oliver Samwer kauft eigene Rocket-Aktien +++

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Senioren beziehen immer länger Rente

Die Menschen in Deutschland beziehen
wegen der gestiegenen Lebenserwartung
immer länger Rente.

Nach Angaben des Vorsitzenden der
Deutschen Rentenversicherung, Gunkel,
stieg die durchschnittliche Dauer des
Rentenbezugs in den vergangenen zwei
Jahrzehnten um 3,6 auf 19,6 Jahre.

Der CDU-Wirtschaftsrat fordert deshalb,
dass das Renteneintrittsalter über 67
Jahre hinaus angehoben wird. General-
sekretär Steiger zufolge müssten 2021
mehr als hundert Milliarden Euro an
Steuermitteln für die Rente aufgebracht
werden.

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Milliarden vom Staat an Siemens

Der Siemens-Konzern hat in den vergan-
genen 20 Jahren für mehr als 1,5 Mrd.
Euro Fördermittel aus dem Bundeshaus-
halt und Aufträge des Bundes erhalten.

Das geht aus einer Antwort des Bundes-
wirtschaftsministeriums auf eine Anfra-
ge der Linken hervor. Die Daten seien
möglicherweise nicht vollständig, heißt
es in dem Schreiben.

Mit einem geplanten Stellenabbau hatte
Siemens zuletzt Empörung ausgelöst. Der
Münchner Konzern hatte vor zwei Wochen
angekündigt, in den Kraftwerks- und An-
triebssparten 6.900 Jobs zu streichen,
die Hälfte davon in Deutschland.

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GE will in 1.600 Jobs streichen

Siemens-Konkurrent General Electric
will in seiner krisengeplagten Energie-
sparte in Deutschland 1.600 Stellen
streichen.

Betroffen seien v.a. die Standorte
Mannheim, Stuttgart, Berlin, Mönchen-
gladbach und Kassel, wie das Unterneh-
men mitteilte. In Berlin und Mönchen-
gladbach soll die Fertigung geschlossen
werden. In der Schweiz sind 1.400 Stel-
len in Gefahr.

Die IG Metall kritisierte den Schritt.
Die Pläne seien "in keinster Weise
nachvollziehbar". Der Geschäftsbereich
trage deutlich zum Konzernergebnis bei.

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Sieben Jahre Haft für VW-Manager

Wegen Vertuschung der VW-Abgasmanipula-
tionen ist ein deutscher Volkswagen-
Manager in den USA zu sieben Jahren
Haft verurteilt worden.

Wie ein Sprecher des Bundesgerichts in
Detroit mitteilte, muss er zudem eine
Geldstrafe von 400.000 Dollar zahlen.
Anfangs hatte wegen der insgesamt elf
Straftaten, die ihm zur Last gelegt
wurden, eine Gesamtstrafe von 169 Jah-
ren im Raum gestanden.

Nachdem er sich schuldig bekannte, ver-
ringerte die Anklage ihre Forderung auf
sieben Jahre. Der 48-Jährige befindet
sich seit Januar in den USA in U-Haft.

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Vorprüfung nach Vorwürfen gegen BMW

Nach den Manipulationsvorwürfen gegen
BMW hat sich die Münchner Staatsanwalt-
schaft in die Untersuchung möglicher
Unregelmäßigkeiten bei der Abgasreini-
gung eingeschaltet.

Die Ermittlungsbehörde leitete eine
Vorprüfung ein, so eine Sprecherin. Da-
rüber hatten zuvor mehrere Medien be-
richtet. Die Deutsche Umwelthilfe wirft
BMW nach Messung der Abgase eines BMW
320d vor, eine illegale Abschaltein-
richtung eingebaut zu haben.

BMW weist dies zurück und bekommt Un-
terstützung vom TÜV Süd, der ebenfalls
einen 320d untersucht hatte.

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WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Weiden: Die Polytec Group mit Sitz in
Österreich schließt ihr Werk in Weiden
Ende 2019. Das gab die Geschäftsleitung
bei einer Betriebsversammlung in Weiden
bekannt. Damit verlieren 91 Mitarbeiter
ihren Job. Grund für die Schließung des
Werkes sei die Konzentration auf Groß-
standorte. Ab Montag wird mit der Ge-
werkschaft IG BCE über einen Sozialplan
und einen Interessensausgleich verhan-
delt.

Augsburg: MAN baut in Augsburg für 50
Millionen Euro einen Prüfstand für Tur-
bolader von Schiffs- und Kraftwerksmo-
toren. Es ist laut MAN die größte In-
vestition seit Ende der 1970er Jahre.
Laut Unternehmen entstehen neue Jobs,
wie viele genau, ist noch unklar.

Berlin: Rocket-Internet-Chef Oliver
Samwer hat für 33,8 Millionen Euro Ak-
tien des eigenen Unternehmens gekauft.
Dies geht aus einer Börsenpflichtmit-
teilung hervor. Von dem Berliner Inter-
netkonzern war zunächst keine Stellung-
nahme zu erhalten. Die im Kleinwerte-
index SDax notierte Rocket-Aktie lag am
Nachmittag gut zwei Prozent im Plus.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
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