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WISSENSCHAFT/7996: Aus Forschung und Technik - 12.12.2018 (SB)


MELDUNGEN


ISS-Kosmonauten beenden forensischen Außeneinsatz

Die Kosmonauten Oleg Kononenko und Sergej Prokopjew haben am Dienstag die Internationale Raumstation ISS für siebeneinhalb Stunden verlassen, um ein rätselhaftes Loch an der Orbitalsektion des angekoppelten Raumschiffs Sojus MS-09 in Augenschein zu nehmen, das Ende August entdeckt worden war. Der Außeneinsatz galt als sehr heikel, weil die Kapsel, mit der der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst und seine Crew im Juni auf die Umlaufbahn gekommen waren, nicht für Arbeiten im freien Raum ausgelegt ist. So gibt es nicht einmal Haltevorrichtungen, an denen sich die Raumfahrer festhalten können. Die Kosmonauten fotografierten das kleine versiegelte Leck und schnitten ein Stück aus dem Mikrometeoritenschutz heraus, das später auf der Erde nach möglichen Bohrspuren untersucht werden soll. Der Leiter der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, Dimitri Rogosin, schließt nicht aus, daß das kreisförmige Loch von Menschenhand gemacht wurde - während des Herstellungsprozesses auf der Erde oder später im Weltraum. Davon zeugen offenbar Spuren eines Bohrers an der Raumschiffhülle.

12. Dezember 2018


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