Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → MELDUNGEN


WISSENSCHAFT/8005: Aus Forschung und Technik - 21.12.2018 (SB)


MELDUNGEN


Loch im Sojus-Raumschiff - Beweisstück Nr. 1 in Atmosphäre verbrannt

Nach der erfolgreichen Landung der bemannten Sojus-Kapsel drei Stunden nach der Abkopplung von der Internationalen Raumstation ISS in der verschneiten kasachischen Steppe ist ESA-Astronaut Alexander Gerst am Donnerstagabend nach Deutschland zurückgekehrt. Damit ist seine Mission aber noch nicht beendet. Im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) der Europäischen Weltraumagentur ESA und im benachbarten raumfahrtmedizinischen Forschungszentrum Envihab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird der 42jährige in den nächsten Tagen und Wochen verschiedenen medizinischen Tests unterzogen. Die Forscher wollen unter anderem die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf die Muskelfunktionen untersuchen.

An Bord der Rückkehrkapsel befand sich auch ein Behälter mit Materialproben, die russische Kosmonauten von der Außenhülle der Orbitalsektion des Raumschiffes gesammelt hatten, in der Ende August ein rätselhaftes Leck entdeckt worden war. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Tass zufolge sollen die Proben in einem Labor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB auf Klebstoffrückstände analysiert werden. Die Ergebnisse könnten einen Hinweis darauf geben, wann und wo das Loch entstanden ist - auf der Erde oder später auf der Raumstation. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos geht inzwischen davon aus, daß das Loch vorsätzlich gebohrt wurde. Die betroffene Orbitalsektion selbst steht als Beweismittel nicht mehr zur Verfügung, da diese bei der Rückkehr des Sojus-Raumschiffs in der Erdatmosphäre verglühte.

21. Dezember 2018


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang