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WISSENSCHAFT/8018: Aus Forschung und Technik - 03.01.2019 (SB)


MELDUNGEN


Chinas Mondsonde Chang'e 4 erfolgreich gelandet

Als erste Nation ist es China gelungen, eine Sonde auf der noch unerforschten und von der Erde aus nicht sichtbaren Rückseite des Mondes abzusetzen. Gut drei Wochen nach ihrem Start vom Weltraumbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ist die Raumsonde Chang´e-4 heute am Aitken-Krater in der Nähe vom Südpol gelandet. Wenige Minuten später funkte die Sonde bereits die ersten Bilder von der Mondoberfläche zur Erde. Ein bereits im Mai vergangenen Jahres in Position gebrachter Übertragungssatellit namens Queqiao sendet die Signale aus dem Funkschatten zum Aerospace Control Center in Peking. Das Landemanöver auf der dunklen Seite des Mondes habe wegen des zerklüfteten Geländes viele Probleme aufgeworfen, zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua Sun Zezhou den Chefdesigner der Chang'e-4-Sonde von CAST (China Academy of Space Technology). Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen die Grundlage für zukünftige Forschungen im Weltraum bilden.

Die neue chinesische Landeeinheit verfügt über zwei Kameras und ein Niederfrequenz-Radiospektrometer, das zur Erkennung des niederfrequenten elektrischen Feldes des Sonnensturms und zur Untersuchung des Mondplasmas verwendet wird. An Bord der Sonde befindet sich ein Roboterfahrzeug, das mit einem Lunar Penetrating Radar (LPR) und dem Visible and Near-Infrared Imaging Spectrometer (VNIS) den Boden und die Strukturen um die Landestelle untersuchen soll. Zudem hat Chang´e-4 Saatgut, Seidenraupeneier und Kartoffeln geladen. Die an der Mission beteiligten Wissenschaftler wollen prüfen, ob der Aufbau eines Ökosystems in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft des Erdtrabanten möglich ist.

3. Januar 2019


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