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AUSLAND/7620: Aus aller Welt - 14.11.2017 (SB)


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EU fördert Horrorzustände in libyschen Aufnahmelagern für Flüchtlinge

Die Europäische Union unterstützt die libysche Küstenwache seit Mitte des Jahres darin, Bootsflüchtlinge vor der Küste Nordafrikas abzufangen und an Land zurückzubringen. Diese Vorgehensweise bezeichnete der Uno-Menschenrechtskommissar Seid Ra'ad al-Hussein in Genf als grausam und unmenschlich. Uno-Mitarbeiter haben in libyschen Flüchtlingslagern ausgemergelte und traumatisierte Männer, Frauen und Kinder gesehen. Flüchtlinge werden übereinandergestapelt und eingesperrt, ihrer Würde beraubt und nicht mit dem Nötigsten versorgt. Flüchtlinge in Libyen werden versklavt, vergewaltigt und gefoltert oder willkürlich getötet. Die zwangsweise in den Lagern untergebrachten Menschen erhalten keine juristischen Unterstützung. Die Haftsystem für Flüchtlinge läßt sich nicht mehr korrigieren. Die EU trägt trotz zugesagter Hilfen zur Verschlimmerung der unvorstellbaren Horrorzustände bei. Angaben der international anerkannten libyschen Regierung zufolge befanden sich Anfang November 19.900 Menschen in den Auffanglagern des Landes. Seit Mitte September waren 7000 hinzugekommen.

14. November 2017


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