Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


AUSLAND/7801: Aus aller Welt - 16.05.2018 (SB)


VOM TAGE


Im Gazastreifen fehlt es an medizinischem Material

Die Palästinensische Autonomiebehörde, das Uno-Kinderhilfswerk (UNICEF) und die israelische Armee haben in der Nacht auf Mittwoch versucht acht Lastwagen mit medizinischem Material in den Gazastreifen zu schicken. Am Vortag hatten dort israelische Scharfschützen 60 Demonstranten erschossen und Hunderte angeschossen. Insgesamt wurden laut palästinensischen Angaben 2800 Menschen verletzt. Die Kinderschutzorganisation Save the Children berichtete am Dienstag in London, 150 Kinder seien angeschossen worden. Bei den Freitagsdemonstrationen seit Ende März seien 14 Kinder getötet worden. Das Gesundheitssystem in der Enklave liegt wegen der jahrelangen Abschottung durch Israel darnieder. Schon vor Beginn der Protestwelle sind die Krankenhäuser im Gazastreifen zu 90 Prozent ausgelastet gewesen, so Save the Children.

Die israelische Behörde Cogat meldete über Twitter, auf den Lastwagen befänden sich unter anderem Bandagen, Desinfektionsmittel und Material zur Versorgung von Kindern. Die von Hamas gestellte Verwaltung des Gazastreifens schickte die LKW laut Cogat zurück, und zwar, weil die israelischen Behörden den Grenzübergang für viele Tage geschlossen hatten und nur für die eigene Hilfslieferung wieder öffneten. Ein von der Autonomiebehörde bereits am Dienstag in den Gazastreifen entsandtes Ärzteteam konnte seine Arbeit nicht richtig aufnehmen, weil es noch auf eine Lieferung medizinischer Hilfsmittel warten mußte.

16. Mai 2018


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang