Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


AUSLAND/7887: Aus aller Welt - 12.08.2018 (SB)


VOM TAGE


Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres regeln Seegrenzen

Die Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres haben im kasachischen Aktau ein Abkommen zum rechtlichen Status des weltgrößten Binnengewässers unterzeichnet. Die Verhandlungen dazu begannen 1996. Hatten zunächst nur die Sowjetunion und der Iran Zugang zum Kaspischen Meer, kamen mit dem Auseinanderbrechen der UdSSR neben Rußland Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan hinzu. Im Vordergrund der Verhandlungen stand die Frage, ob es sich bei dem Gewässer um einen See oder um ein Meer handelt, für das das internationale Seerecht gilt. Dahinter verbirgt sich das Interesse aller Anrainerstaaten an einem möglichst großen Anteil an den unter dem Meeresboden liegenden Ressourcen an Öl und Gas. Außerdem wollen die kleineren Staaten ihre Ausbeute durch Pipelines nach Europa schaffen können, welche nicht über russisches Gebiet führen. Der russische Vizeaußenminister Karasin hatte der Zeitung Kommersant vor Unterzeichnung des Abkommens erklärt, das Kaspische Meer solle einen Sonderstatus bekommen. Wegen seiner Größe könne es nicht wie ein normales Binnengewässer betrachtet werden. Andererseits habe es keine Verbindung zu den Weltmeeren. Moskau erwirkte die Regelung im Abkommen, daß Streitkräfte von Drittstaaten das Kaspische Meer nicht nutzen dürfen. Irans Präsident Rouhani berichtete der Agentur Interfax, mit der Konvention zu den Seegrenzen und der Gewässernutzung werde die Aufteilung des Bodens und des Untergrunds noch nicht definiert. Das Abkommen von Aktau steht unter Vorbehalt einer Ratifizierung durch die Unterzeichnerstaaten.

12. August 2018


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang