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AUSLAND/7949: Aus aller Welt - 13.10.2018 (SB)


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Kiew strebt Spaltung der orthodoxen Kirche an

Das Ökumenische Patriarchat in Istanbul unter Vorsitz des Patriarchen Bartholomaios I. hat am Donnerstag die vor gut 330 Jahren erfolgte Zuordnung der Ukraine zum Moskauer Patriarchat widerrufen. Bartholomaios übernahm die kirchliche Oberhoheit über die Ukraine. Außerdem setzte er den Patriarchen von Kiew, Filaret, wieder ein. Dieser war nach dem Zerfall der UdSSR nicht zum Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche gewählt worden und hatte die ukrainisch-orthodoxe Kirche - Kiewer Patriarchat gegründet. Daraufhin war er vom Moskauer Patriarchat exkommuniziert worden.

Der ukrainische Präsident Poroschenko erwartet, daß es eine ukrainische orthodoxe Ortskirche geben wird. In Kiew sprach der Präsident vom Sieg des Guten über das Böse und davon, daß das Imperium - gemeint war Rußland - einen der letzten Einflußhebel auf seine ehemalige Kolonie verliere.

Der russische Außenminister Lawrow empfindet den Beschluß als Provokation. Der Minister wirft den USA vor, die Spaltung öffentlich unterstützt zu haben.

Auch der Kreml-Sprecher Peskow warnte vor einer Spaltung der orthodoxen Welt. Er befürchtet, die ukrainisch-orthoxe Kirche - Moskauer Patriarchat und ihre Gotteshäuser würden - wie angekündigt - Repressionen durch radikale ukrainische Gruppen ausgesetzt werden. Sollten sich die Ereignisse zu rechtswidrigen Handlungen entwickeln, werde Rußland, das die Interessen der Russischsprachigen schütze, selbstverständlich auch die Interessen der orthodoxen Gläubigen auf politischen und diplomatischen Wegen schützen, sagte Peskow gegenüber Journalisten in Moskau.

13. Oktober 2018


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