Schattenblick → INFOPOOL → NACHRICHTEN → VOM TAGE


JUSTIZ/7569: Kriminalität und Rechtsprechung - 06.10.2017 (SB)


VOM TAGE


Beweismittel zur Krawallnacht im Schanzenviertel nicht vorzeigbar

Während des G20-Gipfels Anfang Juli in Hamburg hatten Krawallmacher stundenlang im Stadtviertel Sternschanze randalieren und plündern können, ohne daß die in der Stadt mit Großaufgeboten vertretenen Polizeikräfte eingriffen. Den Einsatzführern zufolge hatte Lebensgefahr für die Beamten bestanden, weil sich auf Dächern in der Straße Schulterblatt potentielle Angreifer aufgehalten hätten, welche die Polizei mit Steinen, Gehwegplatten, Eisenstangen und Molotowcocktails bewerfen wollten. Das läßt sich in den wesentlichen Punkten nicht beweisen, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorab seiner aktuellen Ausgabe am Freitag unter Berufung auf eine Kleine Anfrage der Hamburger Linken-Abgeordneten Christiane Schneider meldete. Fragliche Wurfgegenstände wurden offenbar nicht sichergestellt. Sie fanden sich auch nicht dort, wo herbeigerufene Spezialkräfte (SEK) aus einem Haus am Schulterblatt heraus beworfen worden sein sollen. Von den selbstgemachten Eisenspeeren, mit denen sich Gewalttäter ausgerüstet haben sollen, ist keiner mehr vorweisbar. Das Fehlen fraglicher Gegenstände kann damit erklärt werden, daß die Polizei erst vier Tage nach der Nacht vom 7. auf den 8. Juli mit der Beweismittelsicherung vor Ort begonnen hatte.

6. Oktober 2017


Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang