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JUSTIZ/8029: Kriminalität und Rechtsprechung - 13.01.2019 (SB)


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Großrazzien im arabischen Milieu des Ruhrgebiets

Am Samstagabend haben rund 1300 Polizisten mit Unterstützung von Beamten des Zolls und der Finanzbehörden in sechs großen Städten des Ruhrgebiets Razzien in Shisha-Bars, Wettbüros, Cafés und Teestuben durchgeführt. Außerdem wurden bei Verkehrskontrollen vordringlich hochmotorisierte Luxusautos angehalten. Die Einsatzkräfte hatten Hinweise auf Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit gesucht. Das Landesinnenministerium bezeichnete die Operation als größte Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Im Ergebnis wurden 14 Festnahmen verzeichnet sowie über 100 Strafanzeigen und 500 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten wie etwa überhöhte Geschwindigkeit im Straßenverkehr erstattet. In 430 Fällen wurden Verwarngelder verhängt. 25 Betriebe wurden wegen mangelnder Hygiene und Verstößen gegen Bauvorschriften geschlossen. Unter anderem wurden ein Pfund Marihuana, mehrere hundert Kilogramm unverzollter Tabak, 9000 Euro Bargeld und eine elf Meter lange Stretch-Limousine beschlagnahmt. Außerdem fanden sich verbotene Waffen wie Messer und Teleskopschlagstöcke. Innenminister Reul räsonierte bei Twitter, der Einsatz zeige, daß manche Clanmitglieder sich offenbar systematisch über Recht und Gesetz hinwegsetzten. Diese Nacht habe eine klare Botschaft: Bei uns gelte nicht das Gesetz der Familie, sondern das Gesetz des Staates.

13. Januar 2019


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