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JUSTIZ/8152: Kriminalität und Rechtsprechung - 17.05.2019 (SB)


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Chelsea Manning verweigert standhaft Belastung von Julian Assange

In den USA ist die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning erneut in Beugehaft genommen worden. Eine geheim tagende Grand Jury in Alexandria im Bundesstaat Virginia will Manning zwingen, gegen den Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange auszusagen. Die mit Laien besetzten Grand Jurys in den USA entscheiden darüber, ob eine Anklage zugelassen wird. Mannings Weigerung gilt als Mißachtung des Gerichts. Wenn Manning nicht binnen 30 Tagen aussagt, muß sie pro Tag 500 Dollar Strafe zahlen. Nach 60 Tagen erhöht sich der Tribut auf 1000 Dollar pro Tag. Laut Washington Post sagte sie, als sie im Gerichtssaal abgeführt wurde, sie würde sich lieber zu Tode hungern, als ihre Meinung zu ändern. Manning war nach 62 Tagen in Beugehaft erst letzte Woche entlassen worden.

Chelsea Manning war unter dem Namen Bradley Manning als IT-Experte für das US-Militär tätig und wurde 2013 unter anderem wegen Spionage von einem Militärgericht zu 35 Jahren Haft verurteilt. Manning hatte Tausende Dokumente zu den Kriegen der USA in Afghanistan und im Irak an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben. Nach sieben Jahren in einem Militärgefängnis wurde Manning 2017 von Präsident Obama begnadigt.

Assange ist nach rund sieben Jahren politischen Asyls in der Londoner Botschaft Ecuadors von britischen Beamten verhaftet worden. Die US-Justiz hat seine Auslieferung beantragt.

17. Mai 2019


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