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KULTUR/7983: Sprache, Kunst und Medium - 13.02.2019 (SB)


VOM TAGE


Auch Nonnen stellten im Mittelalter vermutlich Handschriften her

Bisher war die Forschung davon ausgegangen, daß in den klösterlichen Buchmanufakturen Nonnen so gut wie keine Rolle spielten. Da die Bücher häufig nicht signiert wurden, war der Unterschied, ob beispielsweise eine Bibel von Mönchen oder auch von Nonnen kopiert und ausgeschmückt wurde, kaum feststellbar.

Nun haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts und der Universität York (Irland) am Zahnstein einer Frau winzige Lapislazuli-Partikel gefunden. Ihre Theorie besagt, daß die Nonne entweder über das Anlecken der Pinselspitzen Pigmente der kostbaren Farbe in ihren Mund aufgenommen oder auch beim Zerstoßen und Zubereiten von dem Pulver etwas eingeatmet hatte.

Damals kam der intensiv blaue Lapislazuli aus Afghanistan und war extrem teuer. Daß eine Frau mit derart wertvollen Farben gearbeitet hat, läßt nach Auffassung der Forscher auf ihre hohe Kunstfertigkeit schließen.

13. Februar 2019


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