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KULTUR/8000: Sprache, Kunst und Medium - 02.03.2019 (SB)


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Kunstfälscher Lämmle in Australien gestorben

Obwohl er zweifellos ein ambitionierter und umtriebiger Künstler war, blieb dem Stuttgarter Wolfgang Lämmle, der sich selbst als "Maler des Lichts" sah, der ganz große Durchbruch verwehrt. Da er es so nicht schaffte, half der Schwabe in den achtziger Jahren nach und kopierte mehr als hundert Werke berühmter Künstler. Obwohl er auf diesem Gebiet als nahezu perfekt galt und um die hundert Gemälde, Zeichnungen und Grafiken teils über eine eigene Galerie, aber auch über Auktionshäuser anbot und verkaufte, flog er 1988 schließlich auf und sorgte in der Kunstszene für Furore.

Doch er kam glimpflich davon, denn 1992 wurde der ehrgeizige Künstler vom Landgericht Stuttgart zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. In Deutschland sah er keine Perspektive mehr und zog nach Frankreich, um eine Malschule zu gründen. Von dort wanderte Lämmle dann 2007 nach Australien aus, wo er diese Woche einer schweren Krankheit erlag, wie der Deutschlandfunk berichtete.

2. März 2019


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