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MILITÄR/7807: Sicherheitspolitik, Rüstung und Konflikte - 13.06.2018 (SB)


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Riads Alliierte greifen Versorgungshafen im Nordjemen an

Die Kriegsallianz um Saudi-Arabien hat nach monatelanger Vorbereitung eine Offensive gegen die von jemenitischen Aufständischen gehaltene Hafenstadt Hudaida gestartet. Die Stadt wird aus der Luft und von See her bombardiert, damit Bodentruppen dort einrücken können. Die Zeitung Al-Arabiya berichtete von den Angriffen. Zehntausende sind bereits vor den Kämpfen aus der Stadt geflohen. Die Hilfsorganisation Save the Children meldete aber, viele Familien hätten nicht die Möglichkeit, Hudaida zu verlassen. Der Hafen war bislang ein wichtiges Nadelöhr für die Versorgung der auf Hilfe aus dem Ausland angewiesenen Bevölkerung des südarabischen Bürgerkriegslands. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind die Jemeniten der größten humanitären Katastrophe der Gegenwart ausgesetzt. Dem Uno-Sondergesandten Martin Griffiths war es bis zuletzt nicht gelungen, die Angriffe auf den Seehafen zu verhindern. 70 Prozent der für den Norden des Jemen benötigten Versorgungsgüter wurden bislang über Hudaida eingeführt. Rund 250.000 Menschen im Jemen können wegen der Offensive ihre Lebensgrundlage verlieren. Das heißt, sie verhungern oder gehen mangels medizinischer Versorgung zugrunde. Acht Millionen Menschen im ganzen Land sind bereits vom Hungertod bedroht. Das Auswärtige Amt in Berlin bekräftigte, Hudaida sei von zentraler Bedeutung für die Versorgung der jemenitischen Zivilbevölkerung.

13. Juni 2018


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