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SONSTIGES/7888: Tragisches und Kurioses - 21.09.2018 (SB)


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Hungersteine in der Elbe erinnern an frühere Dürrejahre

Der Pegel in Magdeburg zeigt den niedrigsten Wasserstand seit über 80 Jahren an. Der Wert lag am Pegel Strombrücke zuletzt bei 45 Zentimetern, wie das dortige Wasser- und Schiffahrtsamt mitteilte. Zuvor hatte der Tiefststand an dieser Stelle im Jahr 1934 die Rekordtiefe von 48 Zentimetern erreicht.

Zeugen vergleichbarer Dürrejahre sind sogenannte Hungersteine, in die das Ereignis von jemandem eingemeisselt wurde. Dieser Tage fiel im böhmischen Decin nördlich von Prag ein besonders großes Exemplar trocken. Er hat die Größe eines Lieferwagens und trägt auf Deutsch die unheilvolle Inschrift: "Wenn du mich siehst, dann weine". Der Schiffer und Gastwirt Franz Mayer hatte sie während einer Niedrigwasserperiode im Jahr 1904 in den Stein gehauen.

Ungewöhnlich ist laut MDR aktuell auch die Länge der gegenwärtigen Regenlosigkeit. Zwar sind noch vereinzelt Wassersportler mit Kanus und Kajaks oder kleine Motorboote zu sehen, die sich auf den schmalgewordenen Fluß trauen, aber schon für größere Motorboote ist eine Fahrt gefährlich. Die Güterschiffahrt ist bereits vor vielen Wochen eingestellt worden. Eine Änderung steht nicht so schnell in Aussicht.

21. September 2018


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