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SOZIALES/7488: Arbeit, Soziales und Familie - 16.07.2017 (SB)


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Berner Solidaritätskundgebung für Hamburger G20-Demonstranten

In der Berner Innenstadt sind am Samstagnachmittag einige Dutzend Menschen zu einer Solidaritätskundgebung für die Verhafteten und Verletzten des Hamburger G20-Gipfels zusammengekommen und um sich "gegen reaktionäre Repressionsfantasien" zu wehren. Zu der Demonstration hatte unter anderem die Revolutionäre Jugend Bern aufgerufen. Anfänglich beteiligten sich etwa 50 Personen. Der Demonstrationszug wuchs im Verlauf der Kundgebung auf rund 100 Teilnehmer an. Auf Transparenten hieß es "Unsere Solidarität gegen ihre Repression. Strukturelle Gewalt bekämpfen" und "Pfefferspray für Friedliche?". Auf einem Flugblatt hieß es, wie könnten sich so viele wegen fliegender Steine und brennender Autos empören, wenn täglich Menschen von der Logik des Kapitalismus und ihren Vertreter*innen gefoltert, vertrieben und ermordet würden. Der Zug zum Autonomen Kulturzentrum Reitschule wurde offenbar von mehr Polizisten als Demonstranten begleitet. Die Beamten, die mit Wasserwerfer vor Ort waren, verhielten sich diskret. Trotz der geringen Beteiligung war die Kundgebung für viele Medienschaffende von großem Interesse, weil es Krawalle hätte geben können. Die nationalkonservative, rechtspopulistische und wirtschaftsliberale Junge Schweizerische Volkspartei (JSVP) des Kantons Bern hatte zuvor Prämien von 300 Franken für Videos und Fotos ausgesetzt, welche linksextreme Gewalt belegen und zu Strafverfahren führen. Seitens des Polizeiverbands wurde der Versuch der JSVP, sich als Gesetzeshüter aufzuspielen, kritisiert. Die Jusos hatten spaßeshalber Geld für die besten Witze über die JSVP angeboten. Wegen des JSVP-Aufrufs hatten die Organisatoren der Demonstration die Demokratischen Juristen gebeten, ein sogenanntes "Legal Team" zur Begleitung der Kundgebung zu schicken.

16. Juli 2017


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