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MELDUNG/260: Deutsche Chemiker gedenken der Opfer chemischer Waffen (idw)


Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. - 28.04.2017

"Chemiewaffen verursachen entsetzliches Leid"

Deutsche Chemiker gedenken der Opfer chemischer Waffen


Am 29. April, dem Tag der Erinnerung an die Opfer chemischer Waffen, ist die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Gedanken bei allen Geschädigten und Getöteten. Der jüngste Giftgasangriff in Syrien zeigt, dass auch heute noch viel getan werden muss, um die Entwicklung und den Einsatz von Chemiewaffen zu verhindern. Aus diesem Grund setzt sich die Gesellschaft für internationale ethische Richtlinien für Chemiker ein.

"Immer noch werden Chemiewaffen eingesetzt, obwohl sie entsetzliches Leid über die Betroffenen bringen", sagt der ehemalige GDCh-Präsident Dr. Thomas Geelhaar, in dessen Amtszeit sich 2015 der erste Giftgaseinsatz zum einhundertsten Mal jährte. Geelhaar war Mitglied der deutschen Delegation, die 2015 bei einer Gedenkveranstaltung im belgischen Ypern der Opfer weltweiten Giftgaseinsatzes gedachte. "Nicht nur heute, sondern an jedem Tag sollte man sich dessen bewusst sein und sich dafür einsetzen, dass Chemiewaffen endlich verboten werden. Gerade wir Chemiker, die eine Entwicklung solcher Waffen erst möglich machten, müssen heute dafür Sorge tragen, dass keine Menschen mehr durch Chemiewaffen zu Schaden kommen", betont Geelhaar.

Die GDCh, der rund 31 000 Chemikerinnen und Chemiker angehören, ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Wer der Gesellschaft angehört verpflichtet sich dem Verhaltenskodex der GDCh. Darin heißt es unter anderem: "Die GDCh und ihre Mitglieder unterstützen und fördern eine nachhaltige und dauerhafte Entwicklung in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Sie handeln stets auch im Bewusstsein ihrer Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Sie beachten die für ihre Arbeit und deren Ergebnisse und Wirkungen geltenden Gesetze und internationalen Konventionen und stellen sich gegen den Missbrauch der Chemie, z. B. zur Herstellung von Chemiewaffen und Suchtmitteln."

Darüber hinaus setzt sich die GDCh auch international für das Verbot chemischer Waffen ein. So beteiligte sich die Gesellschaft gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern und Vertretern von chemischen Fachgesellschaften aus mehr als 20 Ländern an der Ausarbeitung der "Haager Ethik-Leitlinien", die von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) im September 2015 veröffentlicht wurden. Der GDCh-Vorstand unterstützt die Haager Ethik-Leitlinien und empfiehlt diese allen Akteuren in der Chemie zur Kenntnisnahme, Berücksichtigung und Weitergabe an Beschäftigte, Studierende und Entscheidungsträger. Darüber hinaus ist die GDCh auch im 2016 geschaffenen Advisory Board on Education and Outreach (ABEO) vertreten, das die OVCW zu den Themen Bildung, Ausbildung, Bewusstseinsbildung und Kommunikation berät.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ist mit rund 31.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die GDCh unterstützt die Schaffung von Netzwerken, die transdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit und die kontinuierliche Ausbildung und Fortbildung in Schule, Hochschule und im beruflichen Umfeld. Die GDCh hat 28 Fachgruppen und Sektionen sowie 60 Ortsverbände.

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung unter:
http://idw-online.de/de/institution122

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Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - Pressemitteilung
Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., Dr. Karin J. Schmitz, 28.04.2017
WWW: http://idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 1. Mai 2017

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