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BERICHT/317: Erklärung zu Beeinträchtigung und HIV/AIDS (ZBDW)


Zeitschrift Behinderung und Dritte Welt, 2/2009

UNAIDS-Erklärung zu Beeinträchtigung und HIV/AIDS

Von Jill Hanass-Hancock


Nach Schätzungen der World Health Organization (WHO) leben circa zehn Prozent der Weltbevölkerung mit einer Beeinträchtigung. Allerdings waren sie bis vor einigen Jahren von AIDS-Präventions- und Behandlungsprogrammen ausgeschlossen, da man sie fälschlicherweise als nicht gefährdet ansah. Eine wachsende Anzahl von Forschungsergebnissen zeigt jedoch, dass Beeinträchtigung HIV-Risiken nicht ausschließt, da Menschen mit Beeinträchtigungen sexuell aktiv sind, einer höheren Gefahr von sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind und durchaus auch Alkohol oder Drogen konsumieren.

Aus diesem Grunde haben das United Nations Program on HIV/AIDS (UNAIDS), die WHO und das United Nations Office of the High Commissioner for Human Rights (UNOHCHR) eine Erklärung verabschiedet, die die Zusammenhänge zwischen Beeinträchtigung und HIV/AIDS beschreibt und Handlungsschritte für Regierungen, Zivilgesellschaft und internationale Gremien entwirft.

Die wenigen HIV-Prävalenzstudien, die zur Verfügung stehen, haben gezeigt, dass Menschen mit Beeinträchtigungen letztendlich genauso gefährdet sind, sich mit HIV anzustecken. Die UNAIDS Erklärung fasst dabei zusammen, dass diese Gefährdung auf a) sexuell riskantes Verhalten b) sexuellen Missbrauch c) limitierten Zugang zu Präventionsprogrammen und Informationen zurückzuführen ist. Es wird hervorgehoben, dass AIDS-Serviceleistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen nicht zugänglich sind, Service-Personal nicht auf Beeinträchtigungen vorbereitet ist, Vorurteile Inklusion verhindern und dass medizinische Leistungen Grundsätze der Geheimhaltung verletzten, da im Falle eines Menschen mit Beeinträchtigung häufig dritte Personen ohne Einwilligung der betroffenen Person zugelassen werden. Die UNAIDS-Erklärung macht zusätzlich darauf aufmerksam, dass mit wachsendem Zugang zu antiretroviralen Medikamenten mehr HIV-positive Menschen überleben, diese jedoch zeitweise oder lang andauernd Rehabilitation benötigen und Gesundheitseinrichtungen auf dies vorbereitet werden müssen.

Mit Referenz zur der Convention of the Rights of Persons with Disabilities (UNCRPD) wird die Position bezogen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen das Recht haben, an allen Entscheidungen ihres Lebens teilzuhaben. Dies beinhaltet auch die aktive Einbeziehung in die Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von HIV/AIDS-Programmen. Die Erklärung schließt mit konkreten Handlungsvorschlägen für Regierungen, internationale Gremien und Zivilgesellschaften.

Für mehr Informationen: www.heard.org.za


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Quelle:
Zeitschrift Behinderung und Dritte Welt
Journal for Disability and International Development
Schwerpunktthema: Bürgerkriege/Kriege überleben, Teil 2
Ausgabe 2/2009, S. 31
Anschrift: Wandastr. 9, 45136 Essen
Telefon: 0201/17 88 963, Fax: 0201/17 89 026
E-Mail: gabi.weigt@t-online.de
Internet: www.zbdw.de

Die Zeitschrift Behinderung und Dritte Welt ist eine
Publikation des Forums Behinderung und Internationale
Entwicklung.


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. August 2009