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BILDUNG/310: Die Deutschen Berufsförderungswerke & Berufsbildungswerke (Selbsthilfe)


Selbsthilfe - 1/2011

WEGBEREITER IN ARBEIT UND GESELLSCHAFT
Die Deutschen Berufsförderungswerke & Berufsbildungswerke

Von Selda Becit und Daniela Heinemann


Jungen und erwachsen Menschen mit Behinderungen einen Weg in Arbeit und Gesellschaft zu öffnen - das ist Auftrag und Aufgabe der Deutschen Berufsförderungswerke und Berufsbildungswerke. Als Einrichtungen, die der Gesetzgeber ausdrücklich im Sozialgesetzbuch IX. § 35 benennt, verfügen sie über langjährige Erfahrung und eine einzigartige Kompetenz in der beruflichen Rehabilitation.


Arbeit ist mehr als das tägliche Auskommen. Arbeit bedeutet Selbstverwirklichung, schafft Anerkennung und ist die Basis für ein aktives, erfülltes Leben. Das Recht auf Arbeit ist ein Menschenrecht. Es gilt auch für Menschen mit Behinderungen. Für sie eröffnet berufliche Rehabilitation die Chance, ihren Platz in Leben und Gesellschaft finden zu können.


Ein Ziel: Integration in Arbeit

Die Deutschen Berufsförderungswerke und Berufsbildungswerke bieten eine Vielfalt an Leistungen der beruflichen Rehabilitation an. Immer mit dem einen Ziel - der Integration in den Arbeitsmarkt. Denn was am Ende zählt, ist die Einstellung! Und das ist im doppelten Sinne gemeint:

- Die Einstellung der Arbeitgeber zu Menschen mit Behinderungen

- Die Einstellung auf einen Arbeitsplatz.


Ein breites Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum der gemeinnützigen, werteorientierten Dienstleister ist umfassend - und so individuell wie die Bedarfe sind. Es beinhaltet Ausbildung, Umschulung, Integration, Berufsvorbereitung, aber auch Diagnostik und Prävention. Abgerundet wird das Angebot durch Wohnmöglichkeiten mit fachlicher Betreuung und vielfältigen Freizeit- und Gesundheitsangeboten.


Förderung durch Träger

Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind für Menschen mit Behinderungen grundsätzlich nicht mit Kosten verbunden. Die Finanzierung übernehmen die Träger der beruflichen Rehabilitation: die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung, die Berufsgenossenschaften, die SGB II-Stellen (Jobcenter) oder die Jugendhilfe.


Für gleiche Chancen - Voraussetzungen für Integration und Inklusion

Menschen mit Behinderungen haben ein Anrecht auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe. Als Experten für berufliche Rehabilitation schaffen die Deutschen Berufsförderungswerke und Berufsbildungswerke die Voraussetzungen, um jungen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen sowie Menschen, die von Behinderung bedroht sind, eine selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen. Das ist Aufgabe und Ziel zugleich. Dabei orientieren sie sich an den individuellen Stärken und Schwächen des Einzelnen, damit jeder die Leistung bekommt, die er für eine nachhaltige berufliche Integration - und damit für ein inklusives Leben in der Gesellschaft - benötigt.


Aktiv gegen Benachteiligung

Im Bündnis mit Wirtschaft, Politik, Rehabilitationsträgern und Sozialpartnern treten sie aktiv dafür ein, dass dieser sozialpolitische Auftrag eingelöst wird. Konsequent entwickeln sie das System der Teilhabeleistungen weiter und tragen dazu bei, dass Menschen mit Behinderungen nicht benachteiligt werden, sondern Chancengleichheit erhalten - so wie es das Sozialgesetzbuch IX und die UN-Behindertenrechtskonvention als klares Ziel gesetzt haben.


Ihr gutes Recht - zur Teilhabe am Arbeitsleben

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden - das gilt für junge Menschen mit Behinderungen genauso wie für erwachsene Menschen mit Behinderungen sowie für Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung von Arbeitslosigkeit bedroht sind.


Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Das Sozialgesetzbuch IX, § 33, regelt den Rechtsanspruch von Teilhabeleistungen am Arbeitsleben. Damit Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt oder von einer Behinderung bedroht sind, im Arbeitsleben bleiben können bzw. dort wieder einen Platz finden, hat der Gesetzgeber folgende Leistungen vorgesehen:

- Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes einschließlich Beratung und Vermittlung, Trainingsmaßnahmen und Mobilitätshilfen

- Eine Berufsvorbereitung einschließlich einer erforderlichen Grundausbildung

- Berufliche Anpassung und Weiterbildung einschließlich eines erforderlichen schulischen Abschlusses

- Eine berufliche Ausbildung. Das Sozialgesetzbuch IX benennt ausdrücklich Berufsförderungswerke und Berufsbildungswerke als spezielle Rehabilitationszentren.


Besondere Ausbildungsregelungen für Jugendliche

Der Gesetzgeber hat im Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass junge Menschen mit Behinderungen in anerkannten Ausbildungsberufen ausgebildet werden können. Je nach Art und Schwere gelten dabei die regulären Ausbildungsordnungen (§§ 25 BBiG/HwO) oder die besonderen Ausbildungsregelungen für junge Menschen mit Behinderungen (§ 66 BBiG/§ 42 m HwO).


Vor Ort für Sie - bundesweite Expertise und Präsenz

An 80 Standorten in ganz Deutschland steht jungen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen das Angebot der beruflichen Rehabilitation zur Verfügung: Insgesamt 52 Berufsbildungswerke und 28 Berufsförderungswerke bilden deutschlandweit über 30.000 Menschen mit Behinderungen in 13 Berufsfeldern mit über 240 Ausbildungsberufen aus. Um die Angebote so individuell wie möglich und behinderungsspezifisch wie nötig vorhalten zu können, gibt es Spezialeinrichtungen für blinde, seh- und hörbehinderte sowie für körperbehinderte und schwerstbehinderte Menschen. Weitere spezielle Angebote gibt es für Lernbehinderte, Aphasiker und Schmerzpatienten.


Netzwerk für Ausbildung, Umschulung und Integration

Damit ist ein dichtes Netzwerk aus Kompetenz für Ausbildung, Umschulung und Integration gesponnen, von dem Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen profitieren.


Standort und Angebote

Für detaillierte Informationen zu den Standorten und Angeboten der Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke besuchen Sie bitte die jeweiligen Websites www.bagbbw.de und www.arge-bfw.de.


KONTAKT

Die Deutschen Berufsförderungswerke e.V.
- Arbeitsgemeinschaft -
Schützenallee 6-9
38644 Goslar
Tel.: (05321) 70 22 03
Fax:  (05321) 70 22 22
Mail: info@arge-bfw.de
www.arge-bfw.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e.V.
Kurfürstenstraße 131
10785 Berlin
Tel.: (030) 263 98 09 90
Fax:  (030) 263 98 0999
Mau: info@bagbbw.de
www.bagbbw.de


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Quelle:
Selbsthilfe 1/2011, S. 24-25
Zeitschrift der BAG SELBSTHILFE
Herausgeber: Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe
von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung
und ihren Angehörigen e.V.
BAG SELBSTHILFE
Kirchfeldstr. 149, 40215 Düsseldorf
Tel.: 0211/31 00 6-0, Fax: 0211/31 00 6-48
E-Mail: info@bag-selbsthilfe.de
Internet: www.bag-selbsthilfe.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 24. Mai 2011