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MEDIEN/229: 15 Jahre Ohrenkuss - Redaktion feiert mit Sonderheft zum Thema "ZEIT" (Ohrenkuss)


15 Jahre Ohrenkuss - Redaktion feiert mit Sonderheft zum Thema "ZEIT"

OHRENKUSS ZEIT, ZEITDRUCK, STRESS, WARTEN, PÜNKTLICHKEIT, VERGANGENHEIT, ZUKUNFT, JAHRESZEITEN, GEBURT, LEBENSZEIT, STERBEN, TOD UND WIEDERGEBURT



BONN, 5. November 2012 - Aus gegebenem Anlass widmet sich die Herbst-Ausgabe des Magazins "Ohrenkuss ...da rein, da raus" dem Thema "ZEIT". Denn Ohrenkuss besteht seit nunmehr 15 Jahren. Weil alle Journalisten mit Down-Syndrom ein ganz unterschiedliches Zeitgefühl haben, ist ein facettenreiches Heft herausgekommen, das am 30. Oktober zwei Tage verspätet (Thema Zeit!) erscheint und auf www.ohrenkuss.de in Auszügen online zu lesen ist. Hintergründe und Erklärendes zur Entstehung der ZEIT Ausgabe: www.ohrenkuss.de/ausgaben/zeit/einleitung/

Die ZEIT-Jubiläumsausgabe ist auch deshalb ein ganz besonderes Heft, weil darin die Aquarelle von Gabriele Lutterbeck zu bewundern sind. Die Kölner Künstlerin hat die Ohrenkuss-Redaktion ein Jahr lang begleitet und bei Redaktionssitzungen und Recherche-Exkursionen viele Fotos gemacht.

Die besten Motive nahm sie als Vorlage für ihre Ohrenkuss-Aquarelle, vier davon sind als limitierte Edition erhältlich. Diese außergewöhnlichen Bilder sind nicht nur in dem Heft zu betrachten, sondern auch ab dem 30. November in einer Bonner Ausstellung. Dort ist am 7. Dezember zudem eine Ohrenkuss-Lesung zum Thema "Wie die Zeit vergeht" vorgesehen.

Redakteure führten Jahres-Logbuch

Die Ohrenkuss-Redakteure haben ein Jahr lang ein Logbuch geführt, das sich wie eine zweite Zeitebene durch das neue Heft zieht. Die Redaktion hat die besten Einträge ausgewählt und neu sortiert, denn Zeit verläuft nicht immer nur linear. So schreibt Julian Göpel über den Gedenktag der Anschläge auf New York und Veronika Hammel am Ende der Ausgabe über das verlorene EM-Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen Italien, Zitat: "zerknirscht ratlos Kleinlaut und Enttäust".

Darüber hinaus widmen sich die Ohrenkuss-Autoren allen Themen, die unmittelbar mit Zeit zu tun haben und ebenso beständig wie unmerklich unser Leben bestimmen. So diktiert Marc Lohmann: "Morgens früh aufstehen, dann geht die Zeit langsam, weil ich dann ganz schnell zum Bus muss." Und auch Julian Göpel hat die verschiedenen Geschwindigkeiten von Zeit durchschaut. Im Kapitel "Zeitdruck und Stress" schreibt er: "Ich habe manchmal Zeitstress bei der Arbeit und heute beim Ohrenkuss. Abends lege ich mich hin - hochleistungschillen."

Herzdenken und Mamahotel

Terminsachen sind nicht zu unterschätzen, meint Angela Fritzen: "Ich finde das wichtig, wenn wir alle pünktlich zum Ohrenkuss da sind. (...) Ich würde die oder derjenige übers Knie legen, wenn er oder sie nicht pünktlich kommen sollte." Ganz so streng sollte Frau Fritzen mit ihren Kollegen nicht sein, denn was sie zu den großen Themen formulieren, ist schon bemerkenswert. Für Verena Günnel ist Vergangenheit ein "Gefühl. Und Herzen zu denken". Und die Zukunft? Julia Bertmann meint: "Zukunft ist, man guckt mit den Augen nach vorne." Verena Elisabeth Turin findet im Morgen "die Hoffnung natürlich". Und Romy Reißenweber sagt selbstbewusst: "Ich nehme mein Leben in die Hand. Ich werde selbständig, Ich bin nicht mehr bei Mamahotel."

Über die Künstlerin Gabriele Lutterbeck

ZEIT-Lesung in Bonn - Am Freitag den 7. Dezember 2012 findet im Rahmen einer Ausstellung der Künstlerin Gabriele Lutterbeck um 17.00 Uhr eine Ohrenkuss-Lesung statt. Vier Autorinnen und Autoren lesen Texte aus dem aktuellen Heft zum Thema ZEIT. Begleitet werden sie dabei vom Spiel einer keltischen Harfe.

Die Ausstellung "As time goes by" zeigt unter anderem die Aquarelle, die Gabriele Lutterbeck für das aktuelle Ohrenkuss-Heft gestaltet hat. Sie läuft vom 30. November 2012 bis zum 09. Dezember 2012.
Mehr Infos gibt es auf der Website der Künsterin:
www.gabrielelutterbeck.de
Der Veranstaltungsort ist der Projektraum b12
Nika Rossmöller-Schmidt, Baumschulallee 12, 53115 Bonn.

Über Ohrenkuss

Das Magazin "Ohrenkuss ...da rein, da raus" erscheint zweimal im Jahr und veröffentlicht ausschließlich Texte, die Menschen mit Down-Syndrom selbst verfasst haben. So können die Leser von Ohrenkuss direkt daran teilhaben, wie Menschen mit dieser geistigen Behinderung ihre Umgebung wahrnehmen und was sie wirklich denken. Das Magazin ist in einer besonderen Optik gestaltet und veröffentlicht viele Fotos der Autoren, die sie in ungewöhnlichen oder alltäglichen Situationen zeigen.

"Ohrenkuss ...da rein, da raus" hat bereits viele Preise gewonnen, darunter den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und den Jugendkulturpreis Nordrhein-Westfalen, den Designpreis Deutschland und aktuell den Matthias-Claudius-Preis für soziales Handeln.

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Quelle:
Pressemitteilung: 05.11.2012
Dr. Katja de Bragança
Chefredaktion Ohrenkuss
Friedrich-Breuer-Straße 23, D-53225 Bonn
Telefon 0049 (0) 228 - 3862354
Fax 0049 (0) 228 - 3862587
E-Mail: braganca@ohrenkuss.de
Internet: www.ohrenkuss.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 28. November 2012