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VERBAND/637: Lebenshilfe gibt sich ein neues Grundsatzprogramm (LHZ)


Lebenshilfe Zeitung, Nr. 2 - Juni 2009

Lebenshilfe gibt sich ein neues Grundsatzprogramm

Von Theo Klauß


Im Grundsatzprogramm der Lebenshilfe steht, für welche Ziele sich die Lebenshilfe einsetzt. Das wichtige Papier wurde vor bald 20 Jahren verabschiedet. Es wird nun überarbeitet.


Die Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung hat im Jahr ihres 50-jährigen Bestehens beschlossen, sich ein neues Grundsatzprogramm zu geben. Das bedeutet nicht, dass das alte seine Bedeutung verloren hätte und dass schon alles erreicht wäre, was wir uns damals vorgenommen haben. Aber die Mitgliederversammlung war überzeugt, dass wir eine Neufassung brauchen. Die Erfahrungen mit den "Visionen 2020" haben uns darin bestärkt, dass wir immer wieder neu fragen müssen: "Wofür steht Lebenshilfe?", "Wo wollen wir hin?" und "Wie erreichen wir unsere Ziele am besten?". Wir müssen auch nach außen gut verstehbar deutlich machen, wie wir uns eine selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen in unserer Gesellschaft vorstellen. Wir müssen bekannt machen, was wir selbst vorhaben, und was wir auch von anderen einfordern. Die Ratifizierung der neuen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gibt hierfür wichtige Ziele vor. Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch Verantwortliche in der Politik wollen von uns als Lebenshilfe wissen, wie diese Ziele in unserem Land verwirklicht werden können.

Der Bundesvorstand hat deshalb eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die ihre Arbeit bereits aufgenommen hat, damit ein neues Grundsatzprogramm auf der nächsten Mitgliederversammlung im Herbst 2010 beschlossen werden kann. Es soll ein Programm werden, das Orientierung gibt für alle, die wissen wollen, wofür unsere Organisation steht. Es soll textlich überschaubar sein, soll sich lesefreundlich präsentieren und leicht verständlich sein. Es soll einen bleibenden Eindruck hinterlassen, insbesondere auch bei jungen Eltern, die sich auf dieser Basis mit der Lebenshilfe identifizieren können und sie als Plattform für ihr Engagement erschließen. Auch (zukünftige) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich an diesem Grundsatzprogramm orientieren können und hier erfahren, worum es in ihrer Arbeit vor allem geht.

Es ist vorgesehen, dass bis zum Herbst 2009 ein Entwurf erstellt wird. Die Arbeitsgruppe besteht aus Mitgliedern aus Orts- und Kreisverbänden, Landesverbänden und Bundesvorstand, vom Rat behinderter Menschen und vom Elternrat. Sie wird von Prof. Theo Klauß vom Bundesvorstand geleitet. Wir haben mit unserer Arbeit bereits begonnen. Nun hoffen wir sehr darauf, dass Sie, die Mitglieder der Lebenshilfe, sich daran beteiligen.

Schreiben Sie uns, welche Ideen Sie für die Gestaltung des neuen Grundsatzprogramms haben! Teilen Sie uns mit, was unbedingt darin stehen sollte. Vielleicht schauen Sie sich auch noch einmal das Grundsatzprogramm von 1990 an und sagen uns dann, was davon unbedingt wieder enthalten sein sollte. Sie finden es im Internet unter www.lebenshilfe.de. Ende des Jahres 2009 und im ersten Quartal 2010 werden wir in mehreren Regionalkonferenzen mit den Mitgliedern über den Entwurf. zum neuen Grundsatzprogramm diskutieren. Bei den Regionalkonferenzen zum "Visionen-Papier" haben wir erlebt, wie wegweisend und, fruchtbar diese Gespräche sein können und dass viele Mitglieder großes Interesse zeigen, hier mitzureden und über den zukünftigen Kurs unserer Lebenshilfe mitzubestimmen.

Ihre Anregungen können Sie schicken an die Bundesvereinigung Lebenshilfe, Wilfried Wagner-Stolp, Raiffeisenstraße 18, 35043 Marburg, E-Mail: wilfried.wagner-stolp@lebenshilfe.de.


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Quelle:
Lebenshilfe Zeitung, Nr. 2/2009, 30. Jg., Juni 2009, S. 9
Herausgeber: Bundesvereinigung Lebenshilfe
für Menschen mit geistiger Behinderung
Bundesgeschäftsstelle, Raiffeisenstr. 18, 35043 Marburg
Telefon: 06421/491-0, Fax: 06421/491-167
E-Mail: LHZ-Redaktion@Lebenshilfe.de
Internet: www.lebenshilfe.de

Die Lebenshilfe-Zeitung mit Magazin erscheint
jährlich viermal (März, Juni, September, Dezember).


veröffentlicht im Schattenblick zum 3. Juli 2009