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BOULEVARD/317: Superman hat sich in Rumänien blicken lassen (SB)


Stippvisite auf der Erde?

Das fliegende Wesen von Gemeni


Gerettet! Superman ist da, und angesichts der zahllosen ungelösten Probleme der Menschheit dürfte er gekommen sein, um zu bleiben. Zunächst hat er sich in Rumänien gezeigt, ist mit seinem blauen Strampelanzug und dem riesigen roten Schlabberlätzchen, das ihm beim Fliegen immer auf den Rücken rutscht, so daß er es nun ständig dort trägt, einige Runden geflogen und dann verschwunden.

Das berichtete der für seine unglaubliche Seriosität bekannte Internet-Nachrichtendienst Ananova, dessen Rubrik "Quirkies" ein Musterbeispiel des investigativen Journalismus bildet. Fast 20 Einwohner des Dorfes Gemeni im Bezirk Mehedinti wollen mit eigenen Augen den Kryptonier gesehen haben.

Die Polizei ermittele in der Angelegenheit, berichtete Ananova. Zunächst einmal waren schriftliche Stellungnahmen der Zeugen verlangt und eingesammelt worden. Alle Zeugen hätten Superman auf gleiche Weise beschrieben. Der Dorfpolizist Ion Anuta erklärte, die Polizei habe mit Leuten unterschiedlichen Alters gesprochen, die alle angesehene Bürger seien. Sie alle hätten eine merkwürdige Kreatur in einem blauleuchtenden Anzug, die über ihre Häuser hinweggeflogen sei, gesehen. "Schau'n wir mal, was als nächstes passiert", brachte der gute Mann seine bescheiden entwickelten Ambitionen, in der Angelegenheit aktiv zu werden, zum Ausdruck.

Der 41jährige Constantin Toader berichtete, daß die Kreatur, die wie Superman ausgesehen habe, in aufrechter Position in rund hundert Meter Höhe herumgeflogen sei, lautlos und ohne eine Rauchspur zu hinterlassen.

Das ist er! Wer bis dahin noch Zweifel hatte, den müßte diese Beschreibung überzeugen. Bekanntlich fliegt Superman lautlos und schont die Umwelt, weil er keine Antriebsgase für seinen Vortrieb benötigt. Was wird Superman als erstes unternehmen? Wird er die Zäune von Guantánamo niederreißen? Oder die Raketensilos der Atomwaffenstaaten mit seinem Hitzeblick verschweißen? Oder wird er sämtliche Panzerrohre miteinander verknoten?

Wir wissen es nicht. Aber immerhin hat er sich schon mal gezeigt, so daß kein Kulturschock entsteht, sobald er seine Arbeit aufnimmt und den Schurken dieser Welt das Handwerk legt. Da ist er ganz anders als Raumschiffkommandant Ashtar und seine Genossen, die seit Jahren im Orbit kreisen und nur ausgewählten Personen törichte telepathische Botschaften auftragen. Anders auch als die gruseligen Greys, die mit ihren unergründlich schwarzen Mandelaugen auf ihre menschlichen Entführungsopfer herabzublicken pflegen, aber keinen Piep sagen, was das Ganze eigentlich soll.

25. September 2007



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