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BOULEVARD/319: Shirley MacLaine leistet einen Bärendienst ... (SB)


War mir ein Vergnügen!

Wie der Name des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Dennis Kucinich einen unliebsamen Bekanntheitszuwachs erfuhr


In den USA laufen ja gerade die Rangkämpfe unter den demokratischen Abgeordneten, wer für die Partei bei den kommenden Präsidentschaftswahlen als Alphatierchen antreten darf. Wird die ehemalige, ehe-gestählte First Lady und heutige New Yorker Senatorin Hillary Clinton das Rennen gewinnen oder kann ihr Barack Obama, Sohn eines einfachen Hirten aus Kenia, die Herde abspenstig machen? Auf diese beiden Bewerber scheint sich die Berichterstattung nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA im wesentlichen zu konzentrieren.

Es wird wohl immer ein Mysterium bleiben, aber vielleicht war ja das ein Grund für die bekannte Schauspielerin Shirley MacLaine, daß sie in ihren neuen Buch "Sage-Ing While Age-Ing" (was, ein wenig steif, mit "Weise werden während des Alt Werdens" übersetzt werden kann) den Bekanntheitsgrad von Dennis Kucinich ein wenig erhöhte - und günstigerweise damit auch den ihres demnächst erscheinenden Buchs. Dieser tritt nämlich ebenfalls als demokratischer Präsidentschaftskandidat an und ist seit Jahrzehnten ein enger Freund MacLaines.

Vielleicht nimmt es Kucinich ja gelassen, schließlich weiß er, was er an Shirley MacLaine hat, die immerhin Patin seiner Tochter ist und im Jahr 2005 an seiner Hochzeit mit Elizabeth, seiner inzwischen dritten Frau, teilnahm. Jedenfalls hätte Kucinich ihren "Freundschaftsdienst" ahnen können ...

Im Unterschied zu ihm hat Shirley MacLaine keinen Ruf zu verlieren, denn es ist seit langem bekannt, daß sie an Ufos und Reinkarnation glaubt. Selbstverständlich auch an die spirituelle Ausstrahlung von Chris Griscom, über den sie in dem Buch "Dancing in the Light" - übrigens ein Bestseller! - geschrieben hat. Griscom habe ihr dabei geholfen, mit Bäumen zu sprechen, schrieb MacLaine einst, und schon damals fühlte sich Kucinich dazu aufgerufen zu erklären, daß Griscom nicht sein spiritueller Berater sei, sondern ein Lehrer und sehr guter Freund.

Lange Einleitung, kurzer Sinn: Laut der US-Zeitung "The Plain Dealer" (23.10.2007) schreibt MacLaine, daß Kucinich ein Ufo über ihrem Haus in Graham, Washington, gesehen habe. Der Duft von Rosen habe ihn einst auf den Balkon ihres Hauses gelockt, schwärmte die Schauspielerin in dem neuen Buch, und als er aufblickte, "sah er ein gigantisches, dreieckiges Fluggerät, leise, ihn beobachtend". Das Objekt sei dort rund zehn Minuten lang geschwebt und dann mit einer Geschwindigkeit davongeschossen, wie er es sich nicht habe vorstellen können. Und weiter: "Er erklärte, daß er eine Verbindung zu seinem Herzen verspürt und Anweisungen im Kopf gehört habe."

Oh je! Mit dieser Erklärung dürfte MacLaine ihrem Freund einen Bärendienst erwiesen haben. Hätte sie doch wissen müssen, daß das amerikanische Volk grundsätzlich nur Präsidentenanwärtern seine Stimme gibt, die Anweisungen von Gott entgegennehmen (beispielsweise die, daß sie einen Kreuzzug gegen die Muselmanen führen sollen), nicht aber von irgendwelchen dahergekommenen Außerirdischen in ihren fliegenden Kisten.

Das Pressebüro Kucinichs hat sich bislang nicht zu diesem Vorfall von "friendly fire" geäußert.

24. Oktober 2007



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