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MEDIEN/241: PROVIEH von Bauern zunehmend geschätzt (PROVIEH)


PROVIEH Ausgabe 04/2013
Magazin des Vereins gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.

Von Bauern zunehmend geschätzt: PROVIEH

von Stefan Johnigk



Wenn es um den Tierschutz geht, fühlen sich viele landwirtschaftliche Tierhalter von der medialen Öffentlichkeit unter den Generalverdacht der Tierquälerei gestellt. Traurige Tatsache aber ist, dass die Art der Tierhaltung maßgeblich bestimmt, wie weit das Leben der Nutztiere zur Qual wird. Und ebenso richtig ist auch, dass der Mensch und sein Umgang mit dem Tier entscheidet, ob und wie unnötige Leiden für die Tiere wirksam vermieden werden können. Die Landwirte aber können nicht einfach einen Knopf drücken und von jetzt auf gleich alle Tierschutzfragen lösen. Sie müssen mit ihren Nöten im Betriebsalltag ernst genommen werden. PROVIEH nimmt diese Herausforderung an.

Denn immer mehr Landwirte sehen mit wachsendem Unbehagen, wohin sie der alltägliche Leistungsdruck im Stall führt und welche Drangsal sie den Tieren zumuten. Deswegen werden sie empfänglich für Argumente für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft und stellen ihre Haltung "Das haben wir immer so gemacht, das geht nicht anders" zunehmend in Frage. Dass es doch anders geht, erfahren die Landwirte oft erstaunt in Gesprächen mit PROVIEH und merken, dass fachkundige Tierschützer im Stall durchaus als Wegbereiter und nicht als Ankläger auftreten können. Deshalb wird unser Verein immer häufiger zu Referaten und Diskussionen mit Fachvertretern der Landwirtschaft gebeten. Das Spektrum der Veranstaltungen ist so vielfältig wie die Branche selbst: Vorträge bei der "Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Bauwesen e.V." in Schleswig-Holstein oder dem "Verband für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern e.V." gehören ebenso dazu wie Podiumsdiskussionen auf Bauerntagen oder Berichte aus der Vereinsarbeit an Lehr- und Versuchsanstalten. Wenn Zeit dafür bleibt, besucht das Fachteam des Verbands einzelne Landwirte vor Ort oder steht auf Hoffesten deren Besuchern Rede und Antwort. Auch als Referent für Ringvorlesungen an Hochschulen wird unser Verein gebucht. Und dem in Kreisen der Tierschutzszene zurzeit höchst kontrovers diskutierten Thema "Braucht der Mensch noch Nutztiere?" stellte sich PROVIEH im November 2013 auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Demeter Verband und Slowfood Deutschland. Ein Bericht dazu findet sich auf den Internetseiten des Vereins.

Die Umkehrfrage "Brauchen Nutztiere noch Menschen?" lässt sich jedenfalls klar beantworten: Ja. Und zwar besonders, wenn sie wie bei PROVIEH arbeiten und mit einem Bein beim Bauern im Stall, mit dem anderen beim Verbraucher und mit dem Herzen immer auf Seiten der Tiere stehen. Oder wie es ein Landwirt nach einer Podiumsdiskussion auf dem Lehr- und Versuchsgut Haus Düsse (NRW) auf den Punkt brachte: Die Bauern bräuchten kundige Übersetzer und Vermittler zwischen dem Tier, dem Landwirt und den Kunden und das sei ein echter PROVIEH-Job.

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Quelle:
PROVIEH Ausgabe 04/2013, Seite 42-43
Herausgeber: PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.
Küterstraße 7-9, 24103 Kiel
Tel.: 0431/248 28-0, Fax: 0431/248 28-29
E-Mail: info@provieh.de
Internet: www.provieh.de
 
PROVIEH erscheint viermal jährlich.


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. März 2014