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VERBRAUCHERSCHUTZ/1134: Lebensmittelsicherheit global - Codex für 170 Staaten (aid)


aid-PresseInfo Nr. 6 vom 8. Februar 2012

Lebensmittelsicherheit global

Codex für 170 Staaten


(aid) - Lebensmittel, die auf den europäischen Markt gelangen, müssen sicher sein. Egal woher sie kommen. Innerhalb der Europäischen Union gelten rechtlich verbindliche Standards. Doch wonach richtet sich eigentlich der Rest der Welt? Die zentrale Rolle spielt hier der so genannte Codex Alimentarius, kurz Codex genannt. Diese Sammlung international anerkannter Lebensmittelstandards betrifft insbesondere die Lebensmittelsicherheit, enthält aber auch produktspezifische Vorgaben über die Herstellung, Beschaffenheit und Kennzeichnung von Lebensmitteln. Der Codex wurde in den 1960er Jahren von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erstmals herausgegeben. Heute verpflichten sich rund 170 Staaten aus allen Regionen der Welt dem Codex, darunter sämtliche EU-Mitgliedstaaten. Sie haben mittlerweile ein dickes Paket an Standards erarbeitet, von denen übrigens viele - aber nicht alle - mit wesentlichen Teilen der EU-Gesetzgebung übereinstimmen. Was allerdings die Standards als solche betrifft: Sie sind nur dann rechtlich verbindlich, wenn sie von den Codex-Mitgliedern ausdrücklich angenommen werden. Verpflichtet sind diese dazu nicht.

Die zentralen Ziele der Codex-Standards sind der Schutz der Verbrauchergesundheit und die Sicherstellung fairer Handelspraktiken über sämtliche Ländergrenzen hinweg. Doch auch beim Abbau von Handelshemmnissen spielen sie eine zentrale Rolle. So verfolgt die 1994 gegründete Welthandelsorganisation (WTO) - ähnlich wie die EU innerhalb Europas - das Ziel, den globalen Handel zu vereinfachen. Handelsbeschränkende Maßnahmen sind WTO-Mitgliedstaaten nur aus Gründen des Gesundheitsschutzes gestattet. Hier kommt der Codex ins Spiel: Er ist gewissermaßen die Richtschnur in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit. Von ihm darf nur unter bestimmten Voraussetzungen abgewichen werden. So viel zu den Regelungen und der Theorie. Für die praktische Lebensmittelsicherheit innerhalb der EU ist letztlich wieder die Kontrolle gefragt, egal ob ein Lebensmittel über Paris, London oder Hamburg importiert wird. Werden Auffälligkeiten festgestellt, kommt das Europäische Schnellwarnsystem RASFF zum Einsatz. Was das ist und wie es funktioniert, erfahren Sie in der nächsten Woche.

Dr. Christina Rempe, www.aid.de


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Quelle:
aid-PresseInfo Nr. 6 vom 8. Februar 2012
Herausgeber: aid infodienst
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veröffentlicht im Schattenblick zum 22. Februar 2012