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INTERNATIONAL/210: Lateinamerika - Arbeitsbedingungen auf dem Land müssen verbessert werden (poonal)


poonal - Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen

Arbeitsbedingungen auf dem Land müssen verbessert werden



Foto: Flickr/Daniel Zanini H. (CC BY 2.0) [https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/]

Zwei Mitglieder der Landlosenbewegung MST in Brasilien
Foto: Flickr/Daniel Zanini H. (CC BY 2.0)
[https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/]

(Lima, 24. Oktober 2016, noticias aliadas) - In Lateinamerika arbeiten Über 50 Millionen Menschen im landwirtschaftlichem Sektor unter prekären Bedingungen. Auf diese alarmierende Situation weist die Internationale Arbeiterorganisation ILO in ihrem am 13. Oktober veröffentlichten Bericht zu "Arbeiten auf dem Land im 21. Jahrhundert" hin. Darin bekräftigt das ILO-Regionalbüro für Lateinamerika und die Karibik: "In Lateinamerika und der Karibik leben 20 Prozent der Arbeiter*innen auf dem Land. Sie gehören zu einem ländlichen Arbeitsmarkt, der sich durch prekäre Beschäftigungsbedingungen und geringen Lohn auszeichnet. Die Armutsrate ist doppelt so hoch wie in den städtischen Zonen."

Es ist das erste Mal, dass ein Bericht ein aktualisiertes Panorama der Realitäten und Beschäftigungsperspektiven auf dem Land zeichnet - in einer Region, die in den letzten drei Jahrzehnten eine beschleunigte Urbanisierung erfahren hat: Die Abwanderung von Jugendlichen, eine Zunahme der älteren Bevölkerungsgruppe, ein Rückgang der landwirtschaftlichen Beschäftigungsmöglichkeiten und der Anstieg von Nicht-Agrarjobs sind nur einige der Phänomene, die dieses Panorama prägen.


Armut auf dem Land doppelt so hoch

Laut José Manuel Salazar, Leiter des Regionalbüros für Lateinamerika und Karibik der ILO, sind 52 Millionen Arbeiter*innen auf dem Land verzeichnet, davon befinden sich 27 Millionen in einer vulnerablen Beschäftigungssituation. "Abgesehen von einigen Fortschritten bestehen weiterhin tiefe Gräben. Gerade im ländlichen Bereich konzentrieren sich in der Region Armut, Exklusion und Informalität", kommentiert Salazar. Um weitere Rückschritte zu verhindern, sollte sich die Politik vor allem darauf richten, eine produktive Inklusion und Arbeitsintegration für alle diejenigen zu fördern, die auf dem Land arbeiten oder dort einen Bauernhof haben.

Zu den Fortschritten zählt der Bericht die Tatsache, dass zwischen 2005 und 2014 die Abdeckung der Gesundheitsversicherung erhöht wurde. Allerdings besteht weiterhin eine Schieflage: Nur 37 Prozent der Arbeiter*innen auf dem Land besitzen eine Gesundheitsversicherung gegenüber 62 Prozent der Beschäftigten in der Stadt. Ebenso ist die Armutsquote auf dem Land doppelt so hoch wie in der Stadt: 46 Prozent der Bevölkerung auf dem Land sind von Armut betroffen (ca. 60 Millionen Menschen), während die Armutsrate in der Stadt bei 23,8 Prozent liegt. Die Land-Stadt-Divergenz zeigt sich auch im Fall der Frauen: Nur 35 Prozent der Frauen auf dem Land befinden sich in einem Lohnarbeitsverhältnis, während es in der Stadt 70 Prozent sind.

Die ILO empfiehlt den Regierungen Lateinamerikas daher Politikansätze zu verstärken, die eine produktive Entwicklung, Investitionen und die berufliche Ausbildung fördern. Insbesondere sollte Wert gelegt werden auf Verbesserungen im Landbesitz, Investitionen für die Infrastruktur, Diversifizierung und produktive Entwicklung mit regionalem Fokus sowie Projekte, um Kleinproduzent*innen besser mit globalen Lieferketten zu verbinden.


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veröffentlicht im Schattenblick zum 15. November 2016

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