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ORGANISATION/467: Kindern im Gazastreifen jetzt helfen! (UNICEF)


UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen - Köln, 30.01.2009

UNICEF: Kindern im Gazastreifen jetzt helfen!

- Die Kinder können nicht länger warten
- Gewaltspirale durchbrechen


Knapp zwei Wochen nach Beginn der brüchigen Waffenruhe ist die Situation der Kinder im Gazastreifen weiter unakzeptabel. UNICEF ruft die internationale Gemeinschaft auf, alles zu tun, um insbesondere die Not der Kinder so rasch wie möglich zu lindern. "Viele Kinder im Gazastreifen haben das Gefühl, dass sie der Welt gleichgültig sind. Sie brauchen dringend unsere Hilfe", erklärte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Jürgen Heraeus. "Die Kinder in Gaza können nicht länger warten."

Gleichzeitig fordert UNICEF beide Konfliktparteien auf, die Waffenruhe einzuhalten und umgehend den grundsätzlichen Respekt für die Rechte der Zivilbevölkerung wieder herzustellen. "Die Grenzübergänge müssen geöffnet werden, damit Helfer freien und ungehinderten Zugang bekommen - schlicht weil die Menschen dies brauchen", sagte Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. "Wenn angesichts der akuten Not humanitäre Hilfe weiter nur tröpfchenweise in den Gazastreifen gelangt, ist dies eine kollektive Bestrafung der Bevölkerung und vor allem der Kinder, die nur neue Verzweiflung und neue Wut erzeugen kann."

Nach Angaben der Vereinten Nationen reichen die Transporte, die gegenwärtig in den Gazastreifen gelangen, nicht zur Versorgung der rund 1,5 Millionen Menschen dort aus. Auch werde immer noch Helfern die Einreise erschwert. Am Montag werden die UN in Genf einen Aufruf für den Wiederaufbau des Gazastreifens veröffentlichen. Allein UNICEF benötigt dort in den kommenden sechs bis neun Monaten rund 25 Millionen Euro zur Sofort- und Wiederaufbauhilfe für die Kinder.

UNICEF verurteilt den rücksichtslosen Gebrauch ziviler Einrichtungen als Schutzschild während des Gaza-Krieges genauso wie deren unterschiedslosen Beschuss. Die Auswirkungen dieser Kriegsführung auf die Kinder waren katastrophal. Über 400 Kinder starben während der jüngsten Kämpfe, fast 2.000 wurden verletzt, viele davon schwer. Schätzungsweise 840.000 Kinder und Jugendliche waren von den dreiwöchigen Bombardements in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt betroffen. Viele Kinder auf beiden Seiten des Konflikts leiden unter Angst, können nicht schlafen oder lernen, sind zurückgezogen, apathisch oder aggressiv.

UNICEF unterstützt besonders die Wiederaufnahme des Schulbetriebs im Gazastreifen, um den Kindern die Rückkehr zur Normalität zu erleichtern. In den kommenden Wochen sollen auch 30 Familienzentren eingerichtet werden, die psychosoziale Hilfe für Familien und Kinder leisten. Unter anderem mit Spenden aus Deutschland hat UNICEF in den vergangenen Jahren ein Netzwerk aus 24 Jugendeinrichtungen geschaffen. "Die palästinensischen Kinder müssen erfahren, dass ihre Rechte etwas zählen und dass sie eine Perspektive haben. Nur so kann die Gewaltspirale im Nahen Osten durchbrochen werden", sagte Heraeus.


UNICEF-Hilfe im Gazastreifen

UNICEF hat von den Vereinten Nationen den Auftrag, die soziale und medizinische Grundversorgung der Kinder in den palästinensischen Autonomiegebieten sicher zu stellen. Auch während des Krieges hat UNICEF Hilfe geleistet. Diese wird in den kommenden Wochen ausgeweitet. Aktuelle Beispiele:

Gesundheit:
UNICEF unterstützt die Wiederaufnahme der Regelimpfungen in 34 Krankenhäusern und Gesundheitsstationen. UNICEF rüstet auch Hebammen mit technischem Gerät und Medikamenten aus, stellt OP-Utensilien und Geräte zur Wiederbelebung bereit. UNICEF lieferte bisher Medikamente für 40.000 Kinder für sechs Monate. Am 25. Januar brachte UNICEF mit vier Lastwagen weitere Medikamente zur Versorgung von 255.000 Kleinkindern in den Gazastreifen. In zwei von UNICEF unterstützten Ernährungszentren werden 180 mangelernährte Kinder versorgt.

Wasser:
Weil das Abwassersystem beschädigt ist, besteht die Gefahr durch Krankheiten aufgrund von verschmutztem Wasser. Zur Reparatur müssten entsprechende Materialien in den Gazastreifen importiert werden. UNICEF verteilt über fünf Partnerorganisationen Hygieneutensilien sowie Tabletten zur Wasserreinigung für 30.000 Menschen. UNICEF stellt auch 50.000 Dollar für dringende Reparaturarbeiten bereit.

Schulen:
Seit dem 24. Januar sind die Schulen im Gazastreifen wieder geöffnet. Nach Schätzungen von UNICEF kommen 80 Prozent der Kinder zum Unterricht. Normaler Schulunterricht ist aber kaum möglich, da die Kinder noch sehr verstört und verängstigt sind. UNICEF hat 130 Schulen in der Kiste, Übungshefte, Stifte und Bleistifte für 10.400 Kinder bereitgestellt. Weiter erhielten Schulen Spielutensilien für 6.700 Kinder. UNICEF stellte auch Trinkwasser in Flaschen für 12.000 Schüler bereit.

Psychosoziale Hilfe:
UNICEF organisiert Koordinierungstreffen mit Psychologen und Sozialarbeitern verschiedener Partnerorganisationen. Drei von 28 Jugendzentren, die UNICEF unterstützt, wurden zerstört, einige weitere leicht beschädigt. Für die zerstörten Zentren wurden bisher sechs Großzelte bereitgestellt, um die Arbeit rasch wieder aufzunehmen. UNICEF unterstützt auch eine kostenlose Telefonhotline für Eltern und Kinder. In den kommenden Wochen sollen 30 Familienzentren zur gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung der Kinder eingerichtet werden.

Aufklärung:
Insbesondere Kinder sind jetzt durch Minen und Blindgänger bedroht. Am 20. Januar starben bereits zwei Kinder bei Unfällen. UNICEF hat 75.000 Flugblätter in gefährdeten Gebieten verteilt, um die Bevölkerung zu warnen. Weiter werden mit Hilfe von UNICEF zwei Radiospots in vier Sendern ausgestrahlt.


Spendenkonto 300.000
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00, Stichwort: Gaza


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Quelle:
UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen
Pressemitteilung vom 30. Januar 2009
Herausgeber: Deutsches Komitee für UNICEF, Pressestelle
Höninger Weg 104, 50969 Köln
Telefon: 0221/936 50-0, Fax: 0221/93 65 02 79
E-Mail: mail@unicef.de
Internet: www.unicef.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 3. Februar 2009