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ORGANISATION/477: IFAD - Internationaler Fonds für Agrarentwicklung der UN (aid)


aid PresseInfo Nr. 32/09 vom 5. August 2009

Steckbrief Internationale Organisationen

IFAD - Internationaler Fonds für Agrarentwicklung der UN


(aid) - Im Dschungel der internationalen Organisationen ist "IFAD" neben FAO, WHO, Unicef oder dem World Food Program in der öffentlichen Wahrnehmung weniger präsent. Jedoch spielt der 1977 gegründete "International Fund for Agricultural Development" eine wichtige Rolle für die Entwicklung der globalen Landwirtschaft im Rahmen der Vereinten Nationen (UN). Eines der wichtigsten Ziele ist es, die ländliche Armut in Entwicklungsländern abzuschaffen - denn rund eine Milliarde Frauen, Männer und Kinder lebt weltweit in solchen Regionen. Die Lebensgrundlage dieser Menschen ist die Landwirtschaft oder damit verbundene Aktivitäten. Die Hilfe von IFAD erfolgt nicht durch direkte Nothilfen, sondern vor allem, indem der ländlichen Bevölkerung Zugang zu Finanzdienstleistungen (Kredite), Märkten, Technologien, Land und anderen natürlichen Ressourcen ermöglicht wird.

Die in Washington D.C. angesiedelte Organisation hat 165 Mitgliedsstaaten und ist als Finanzinstitution eine Partnerschaft von OECD, OPEC und Entwicklungsländern. Mit jährlich 3,2 Milliarden US-Dollar werden rund 200 Programme und Projekte unterstützt, etwa die Hälfte davon in Afrika. Insgesamt wurden bereits mehr als 340 Millionen Menschen durch die unterstützten Initiativen erreicht. Die Welternährungskonferenz von 1974 - vor dem Hintergrund der Ernährungskrise in der Sahelzone in den frühen siebziger Jahren - gab den Startschuss für IFAD. Man kam damals zu der Erkenntnis, dass die Ursachen für Ernährungsunsicherheit und Hungersnöte nicht nur im Versagen der Nahrungsmittelproduktion zu suchen sind, sondern in strukturellen Armutsproblemen und der Tatsache, dass die Mehrheit der Armutsbevölkerung in ländlichen Gebieten konzentriert ist. IFAD setzt gezielt auf länderspezifische Lösungen, die gemeinsam mit der ländlichen Bevölkerung, mit Regierungen, Geldgebern und Nicht-Regierungsorganisationen erarbeitet werden.

aid, Friederike Eversheim


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Quelle:
aid PresseInfo Nr. 32/09 vom 5. August 2009
Herausgeber: aid infodienst
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veröffentlicht im Schattenblick zum 6. August 2009