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ORGANISATION/484: Auswirkungen der Finanzkrise auf Kinder in den ärmsten Ländern (UNICEF)


UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen - Köln, 14.12.2009

Auswirkungen der Finanzkrise auf Kinder in den ärmsten Ländern

Steffen Seibert für UNICEF in Nepal


UNICEF ist besorgt über die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf die ärmsten Kinder. In den Ländern Südasiens wie Nepal, Bangladesch oder Indien nimmt die Zahl der Hungernden zu. Vom heutigen Montag (14.12.) bis Donnerstag (17.12.) besucht der Journalist und ZDF-Moderator Steffen Seibert in Nepal UNICEF-Programme, mit denen Familien im Kampf gegen die extreme Armut und insbesondere die Mangelernährung der Kinder unterstützt werden.

Die durch hohe Nahrungsmittelpreise, Missernten und Naturkatastrophen extrem angespannte Lage vieler Familien in den Entwicklungsländern wird durch die Folgen der Finanzkrise noch verschärft. Viele sind auf Auslandsüberweisungen der Wanderarbeiter angewiesen und haben kaum genug zum Überleben, wenn diese arbeitslos oder schlechter bezahlt werden.

In Südasien allein ist die Zahl der Hunger leidenden Menschen in den vergangenen zwei Jahren auf jetzt 400 Millionen gestiegen - der höchste Stand seit rund 40 Jahren. Fast die Hälfte der Kinder in der Region ist untergewichtig. Und schon jetzt müssen die meisten Haushalte rund 60 Prozent ihres geringen Einkommens allein für Nahrung ausgeben. Für die Bildung der Kinder, Gesundheitsfürsorge oder eine sichere Unterkunft bleibt kaum etwas übrig.

In der Provinz Dadeldhura im Westen des Himalaja-Staates können die meisten Familien heute nur noch überleben, weil die Männer sich Arbeit in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi suchen. Viele Dorfbewohner sind verschuldet, die Landwirtschaft gibt nicht genug her zum Überleben. Seit Beginn der Finanzkrise hat sich die Ernährungssituation in den Dörfern aufgrund steigender Nahrungsmittelpreise weiter verschärft. Der in der Region bereits deutlich spürbare Klimawandel verstärkt die Probleme noch: In Dörfern wie Shiradi, das Steffen Seibert besuchen wird, sorgen Überschwemmungen und Erdrutsche immer wieder für verwüstete Felder.

UNICEF unterstützt Frauengruppen und Dorfkomitees, die gemeinsam mit einfachen Mitteln die Ernährung und gesundheitliche Versorgung der Kinder verbessern und über kleine Spargruppen und Projekte versuchen, gemeinsam Strategien gegen die Armut zu entwickeln. Steffen Seibert wird in dem Dorf Shiradi und weiteren Gemeinden mit Dorfbewohnern, Lehrern und Projektpartnern über die wachsenden Probleme und ihre Strategien sprechen.


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Quelle:
UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen
Pressemitteilung vom 14. Dezember 2009
Herausgeber: Deutsches Komitee für UNICEF, Pressestelle
Höninger Weg 104, 50969 Köln
Telefon: 0221/936 50-0, Fax: 0221/93 65 02 79
E-Mail: mail@unicef.de
Internet: www.unicef.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 16. Dezember 2009