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ORGANISATION/651: Laos - Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland bei Ernährung und Bildung von Mädchen und Frauen (WFP)


Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen
Pressemitteilung vom 2. April 2024

Zusammenarbeit von Frankreich und Deutschland zur Stärkung von Ernährung und Bildung für Mädchen und Frauen in Laos


Vientiane: Diese Woche werden die Botschaften Frankreichs und Deutschlands in der Demokratischen Volksrepublik Laos die von dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) unterstützten Schulmahlzeiten- und Ernährungsprogramme in den südlichen Provinzen Sekong und Salavanh besuchen. Diese Initiativen, die von beiden Regierungen finanziert werden, spielen eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung von Ernährung und Bildung für Frauen und junge Mädchen, insbesondere angesichts ihrer anhaltenden Vulnerabilität gegenüber Hunger und wirtschaftlicher Instabilität.

Der Besuch unterstreicht die beträchtlichen Investitionen der Regierungen Frankreichs und Deutschlands in das Land sowie ihre fortlaufende Partnerschaft mit der Regierung der Demokratischen Volksrepublik Laos und dem WFP. Diese Partnerschaft konzentriert sich insbesondere auf die Stärkung der Rolle der Frau angesichts der sich verschlechternden Ernährungssituation. In Sekong, der Provinz mit der höchsten registrierten Ernährungsunsicherheit (36 Prozent), leidet jedes zweite Kind unter fünf Jahren an chronischer Unterernährung, was langfristig verheerende Auswirkungen auf ihre körperliche und kognitive Entwicklung hat. In Salavanh sind schätzungsweise 43% der Kinder unter fünf Jahren chronisch unterernährt. Diese beiden Provinzen sind auch am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, darunter saisonale Dürren und Überschwemmungen, die Ernten und Lebensräume zerstören.

"Frankreich freut sich, mit der programmatischen Ernährungshilfe einen Beitrag zu den Bemühungen der laotischen Regierung um die Verwirklichung des Ziels Nr. 2 für nachhaltige Entwicklung (Beendigung des Hungers, Ernährungssicherheit, Verbesserung der Ernährung und nachhaltige Landwirtschaft) leisten zu können. 2023 hat Frankreich 139 Nahrungsmittelhilfeprojekte in der ganzen Welt mit einem Betrag von über 170 Mio. EUR unterstützt", sagte Siv-Leng Chhuor, Botschafter Frankreichs in der Demokratischen Volksrepublik Laos.

Nach der COVID-19-Pandemie und inmitten globaler Krisen in den Bereichen Nahrungsmittel, Treibstoff, Finanzen und Düngemittel sehen sich gefährdete Bevölkerungsgruppen in der Demokratischen Volksrepublik Laos, insbesondere schwangere und stillende Frauen sowie heranwachsende Mädchen, mit Hunger konfrontiert. Die Schulmahlzeitenprogramme von WFP haben als größtes soziales Sicherheitsnetz des Landes dazu beigetragen, die Einschulungs- und Verbleibsraten zu erhöhen und so zur Verringerung von Armut und Unterernährung beizutragen. Diese Projekte zielen auch darauf ab, Frauen und Mädchen in ethnischen Regionen zu unterstützen, die aufgrund häuslicher und landwirtschaftlicher Pflichten sowie kultureller Barrieren nur begrenzten Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln haben.

"Die Bundesregierung ist besonders daran interessiert, jungen Menschen in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation der Demokratischen Volksrepublik Laos den Zugang zu Ernährung und Bildung zu ermöglichen", sagte Annette Knobloch, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in der Demokratischen Volksrepublik Laos. "Daher unterstützen wir das WFP-Programm 'Accelerating School Meals' in den Provinzen Sekong und Salavanh. Wir glauben, dass dieses Schulmahlzeitenprogramm nicht nur die lokale Landwirtschaft und den Zugang zu Märkten fördern wird, sondern auch die Bildungschancen verbessert, insbesondere für Mädchen und junge Frauen."

"Wir danken den Regierungen Frankreichs und Deutschlands für ihre kontinuierliche Unterstützung der Schulmahlzeiten- und Bargeldhilfeprogramme für Klimaresilienz und Ernährung", sagte Marc-André Prost, WFP-Vertreter und Landesdirektor. "Diese Initiativen zielen nicht nur darauf ab, Lebensmittel bereitzustellen, sondern auch Frauen zu stärken, sie als Köchinnen und Bäuerinnen zu beschäftigen und sicherzustellen, dass sie ihre Handlungs- und Entscheidungsfreiheit behalten. Sie investieren auch in ein aktives Engagement in den Gemeinden, was einen bedeutenden Fortschritt für die Mission des WFP in diesem Land darstellt."

Die französische Regierung hat bis 2023 mehr als eine Million EUR für das Projekt CARES (Cash Assistance and Resilient Livelihoods for Improved Food Security and Nutrition) bereitgestellt, mit dem die Ernährung und Widerstandsfähigkeit der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen gestärkt werden soll. Die Mittel werden gleichmäßig auf die Provinzen Sekong und Salavanh aufgeteilt und unterstützen über 4.600 Haushalte mit Bargeld, um nahrhafte Lebensmittel zu kaufen. Darüber hinaus werden Schulungsmaterialien zu den Themen Landwirtschaft und Ernährung sowie Zuschüsse für Gärten für 1.600 Haushalte bereitgestellt, die diese Schulungen absolvieren, um sowohl die Ernährung als auch die Klimaresistenz ihrer Gemeinden zu verbessern. Durch die Konzentration auf Frauen, Kinder unter fünf Jahren und insbesondere auf die entscheidenden ersten 1.000 Lebenstage sind diese Programme von zentraler Bedeutung für die Stärkung der Ernährungssicherheit und der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften.

Die deutsche Regierung hat WFP über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 9,4 Millionen US- Dollar für das Schulmahlzeitenprogramm (2023-2027) zur Verfügung gestellt, das sich an 30.000 Kinder in 200 Schulen in Laos richtet. Diese Initiative wird nicht nur die Kapazitäten von Kleinbäuer*innen stärken, um Schulen mit vielfältigen und nahrhaften Lebensmitteln zu versorgen, sondern auch Frauen durch wirtschaftliche Möglichkeiten und nachhaltige Entwicklungspraktiken stärken, was sich erheblich auf die öffentliche Gesundheit und Bildung auswirken wird.

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Quelle:
Pressemitteilung vom 2. April 2024
Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen
Zimmerstrasse 79/80, 10117 Berlin
Telefon: +49 30 206 149-0, Fax: +49 30 206 149 16
E-Mail: wfp.berlin@wfp.org
Internet: https://de.wfp.org

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 2. April 2024

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