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MELDUNG/004: Rätselraten um jüngsten Blitzsieg von Shannon Briggs (SB)



Wertung des Kampfs gegen Marcus McGee offenbar annulliert

Wie alle namhaften Schwergewichtler versichert auch Shannon Briggs, er wolle unumstrittener Weltmeister aller Klassen werden. Indessen muß man wohl davon ausgehen, daß es dem früheren Champion der WBO kaum gelingen dürfte, auch nur einen der vier maßgeblichen Gürtel in seinen Besitz zu bringen. Im höchsten Limit haben zwar ältere Akteure durchaus gute Aussichten, Akzente zu setzen, doch scheint Briggs den Zenit seines Könnens schon seit geraumer Zeit überschritten zu haben.

Am 4. November 2006 entthronte Shannon Briggs in Phoenix, Arizona, den Weißrussen Sergej Liachowitsch buchstäblich in letzter Sekunde durch technischen K.o., nachdem er seinen Gegner mit einem Hagel von Schlägen eingedeckt hatte. Lange konnte sich der US-Amerikaner seines Gürtels allerdings nicht erfreuen, da er ihn bereits bei der ersten Titelverteidigung im Juni 2007 durch eine Niederlage nach Punkten gegen den Russen Sultan Ibragimow verlor. Daraufhin erklärte Briggs seine Karriere mit einer Bilanz von 48 Siegen, fünf Niederlagen und einem Unentschieden für beendet.

Nach langer Pause kehrte er im Dezember 2009 in den Ring zurück. Dabei ließ er seinem Aufbaugegner Marcus McGee keine Chance und schaltete ihn bereits in der ersten Runde mit einem Körpertreffer aus. Auf die souverän absolvierte Pflichtübung fiel jedoch wenig später ein Schatten, als die Boxergebnisseite "boxrec" das Resultat änderte und den Kampf fortan ohne Wertung führte.

Wie es zur Begründung der Änderung hieß, sei Shannon Briggs positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden. Um welches Mittel es sich handeln soll, ist bislang nicht bekannt. Unterdessen kursierte das Gerücht, die New Yorker Kommission habe einen Fehler gemacht und das Urteil zurückgenommen, was allerdings bislang nicht offiziell bestätigt wurde. Die endgültige Aufklärung der verworrenen Situation steht noch aus.


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Kampf Botha gegen Holyfield auf Februar verlegt

Der Schwergewichtskampf zwischen dem 47 Jahre alten Exweltmeister Evander Holyfield aus den USA und dem sechs Jahre jüngeren gebürtigen Südafrikaner Francois Botha in Ugandas Hauptstadt Kampala ist vom 16. Januar auf den 20. Februar 2010 verlegt worden. Wie es zur Begründung hieß, solle beiden Boxern mit der Verlegung mehr Vorbereitungszeit gewährt werden. Nicht auszuschließen ist andererseits auch, daß die Organisatoren nach wie vor Probleme mit der Finanzierung des Spektakels haben, das angeblich bis zu 80.000 Zuschauer in einer Großarena versammeln soll.

Francois Botha verteidigt in diesem Duell zweier namhafter Veteranen des professionellen Boxsports den Weltmeistertitel des marginalen Verbands WBF. Evander Holyfield hatte sich bei seinem letzten Auftritt am 20. Dezember 2008 im Zürcher Hallenstadion gut geschlagen und gegen den damaligen WBA-Champion Nikolai Walujew aus dem Sauerland-Boxstall nur knapp nach Punkten verloren. Botha war zuletzt in Dessau im Ring zu sehen, wo er die Zuschauer mit einem überaus schmeichelhaften Unentschieden gegen den Kubaner Pedro Carrion enttäuschte, wofür er sich später entschuldigte.


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Robert Stieglitz jetzt gegen Ruben Acosta

Robert Stieglitz bekommt es bei seiner ersten Titelverteidigung am Samstag in der Magdeburger Bördelandhalle mit Ruben Acosta zu tun. Da der eigentlich vorgesehene Herausforderer Edison Miranda aus Kolumbien wegen einer Erkrankung absagen mußte, wurde kurzfristig Ersatz gesucht und gefunden. Nun erhält der Argentinier überraschend eine Titelchance, wobei ihm der Champion natürlich die Suppe versalzen will. Er sei bestens vorbereitet und müsse sich jetzt nur im Kopf auf den neuen Gegner umstellen, ließ der Weltmeister im Supermittelgewicht nach Version der WBO wissen.

5. Januar 2010



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