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MELDUNG/005: Danny Williams trifft auf seinen Landsmann Sam Sexton (SB)



Duell der britischen Schwergewichtler in der Londoner Wembley Arena

Am 13. Februar kehrt "Brixton Bomber" Danny Williams in den Ring zurück. Der inzwischen 36jährige Schwergewichtler aus London, der einst mit seinem Sieg über Mike Tyson Furore gemacht hatte, trifft in der Wembley Arena auf seinen Landsmann Sam Sexton aus Norwich. Dabei stehen Williams' Britische Meisterschaft und Sextons Gürtel des Commonwealthchampions auf dem Spiel. Während Danny Williams eine Bilanz von 41 Siegen und acht Niederlagen vorweisen kann, hat Sam Sexton bislang dreizehn Kämpfe gewonnen und einen verloren.

Wie der 25jährige Sexton selbstsicher verkündet, habe er sich nach seiner Niederlage gegen Derek Chisora im Juni 2008 geschworen, nie wieder schlecht vorbereitet in einen Kampf zu gehen. Seither arbeite er im Gym härter als je zuvor. Zwar gebühre Danny Williams und dessen Leistungen Respekt, doch existiere auf Erden keine Möglichkeit für seinen Gegner, diesen Kampf zu gewinnen.

Daß Danny Williams gut beraten ist, das erklärte Ende seiner Karriere ein weiteres Mal rückgängig zu machen und gegen einen der vielversprechendsten britischen Schwergewichtler anzutreten, darf bezweifelt werden. Nach seinen Niederlagen gegen den robusten, aber untalentierten John McDermott, der knapp nach Punkten gewann, und zuletzt gegen den schwerfälligen Carl Baker spricht wenig für eine glanzvolle Rückkehr im Duell mit dem wesentlich gefährlicher eingeschätzten Sexton.

Williams, der nie ein besonders beweglicher Boxer war, ist in den letzten Jahren noch langsamer geworden, weshalb er sich nur noch auf seine beträchtliche Schlagwirkung verlassen kann. Da man ihm aber ein Glaskinn attestiert, läuft er Gefahr, inzwischen selbst von einem durchschnittlichen Gegner getroffen und ausgeschaltet zu werden. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere hätte Danny Williams wohl keine Probleme mit einem so unerfahrenen Kontrahenten wie Sam Sexton gehabt, doch liegt der Zenith seines Könnens inzwischen Jahre zurück.

Sam Sexton verfügt zwar über keine außergewöhnlichen Qualitäten, doch boxt er recht schnell und hat durchaus genug Dampf in den Fäusten, um Williams in Schwierigkeiten zu bringen. Er hat sich den Commonwealthtitel durch einen Sieg über den bis dahin ungeschlagenen Martin Rogan gesichert und ihn bei der Revanche sechs Monate später erfolgreich verteidigt.

Verliert Williams diesen Kampf, ruiniert er seinen schwindenden Ruf. Sollte er aber gewinnen, wird man wohl sagen, Sexton sei eben doch überschätzt worden. Dem britischen Nachwuchs im Schwergewicht, zu dem neben Sam Sexton noch Tyson Fury, Derek Chisora, Larry Olubamiwo und David Price zu zählen sind, tut man mit diesem Kampf jedenfalls keinen großen Gefallen. Vor allem aber droht Danny Williams nach gut vierzehn Jahren im Ring in gesundheitlicher Hinsicht Gefahr, sofern sich herausstellt, daß er einem mobilen Gegner nicht mehr gewachsen ist.

Wie der Londoner einräumt, sei er seit der Niederlage gegen Vitali Klitschko im Jahr 2004 nicht mehr derselbe gewesen. Er wolle jedoch gegen Sexton den letzten Kampf seiner Karriere bestreiten und sei nicht der Ansicht, daß er dabei seine Gesundheit aufs Spiel setze. Zum krönenden Abschluß seiner Laufbahn werde er Sexton den härtesten Kampf liefern, den dieser je erlebt hat, und ihn vorzeitig besiegen. Er habe schon weit stärkere Gegner wie etwa Mike Tyson ausgeschaltet und freue sich, daß ihm Sexton eine Schlacht angekündigt hat. Die könne er haben, denn sobald der Kampf eingeläutet sei, werde er aus seiner Ecke kommen, Sexton niederschlagen und sich mit diesem Sieg das perfekte nachträgliche Weihnachtsgeschenk bescheren.

6. Januar 2010



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