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MELDUNG/007: In der Magdeburger Bördelandhalle geht es hoch her (SB)



Universum präsentiert zwei Titelkämpfe und vieles mehr

Morgen präsentiert die "Universum Champions Night" in der Magdeburger Bördelandhalle ein anspruchsvolles Abendprogramm mit zwei Kämpfen um die Weltmeisterschaft und vier Duellen im Schwergewicht. Ina Menzer verteidigt die Titel der Verbände WBC, WIBF und WBO im Federgewicht gegen Ramona Kühne, die den Gürtel der WIBF im Superfedergewicht in ihrem Besitz hat. Beide sind ungeschlagen, wobei die Favoritin aus dem Universum-Boxstall 25 Kämpfe gewonnen und ihre Gegnerin, die bei der Magdeburger Promotion SES unter Vertrag steht, 15 Auftritte siegreich beendet hat.

Ina Menzer sieht sich in der Bördelandhalle mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert, da die 29jährige Mönchengladbacherin nicht nur vor Ramona Kühne auf der Hut sein muß, sondern wohl auch das Publikum mehrheitlich gegen sich haben wird. Ihre Gegnerin ist zwar in Berlin geboren, kann aber dank ihres Engagements in Magdeburg als Lokalmatadorin in den Ring steigen. Menzer gibt sich dennoch gelassen: "Klar, sie wird ihre Fans hier haben, aber ich meine ebenfalls", sagte sie im Interview mit sport.zdf.de.

Unter den Argusaugen von Trainer Michael Timm hatte Ina Menzer über die Feiertage wenig zu lachen. Hinter ihr liege das mieseste Weihnachtsfest ihres Lebens, da sie sogar an Heiligabend und Sylvester durchtrainiert habe, berichtete sie grimmig. Sie habe keine Verwandten besuchen können und mußte immer aufpassen, was sie aß. Damit sich dieser Aufwand gelohnt hat, sei sie fest entschlossen, den Kampf zu gewinnen. Außerdem könne man sich Erfahrung nicht kaufen, und in dieser Hinsicht habe sie ein klaren Vorsprung.

Michael Timm zeigte sich vor Ramona Kühne gewarnt, die man nicht unterschätze, da sie in drei anderen Gewichtsklassen Beachtliches geleistet habe und zweifellos eine hochklassige Boxerin sei. Man habe einige taktische Umstellungen vorgenommen und sich ansonsten so gut wie immer vorbereitet.

Ähnlich äußerte sich auch Ramona Kühnes Trainer Stephan Böstfleisch: "Technisch und taktisch haben wir nicht viel umgestellt, aber wir haben eine lange harte Sparringsphase hinter uns und über die Feiertage fleißig in Magdeburg trainiert. Wir sind bereit und sehr gespannt."

Ramona Kühne möchte Weltmeisterin in der vierten Gewichtsklasse werden, nachdem sie bereits Gürtel im Superfedergewicht, Leichtgewicht und Halbweltergewicht in ihren Besitz gebracht hat. Die 29jährige nimmt ihre Gegnerin sehr ernst, die nicht umsonst drei Titel trage: "Ich denke, sie muß mit mir klarkommen, und das wird nicht einfach sein. Es wird ein guter Fight, wir sind beide gute Technikerinnen."

Beim zweiten Höhepunkt des Abends verteidigt Robert Stieglitz erstmals den Titel der WBO im Supermittelgewicht. Nach der krankheitsbedingten Absage Edison Mirandas wurde der Argentinier Ruben Eduardo Acosta als Herausforderer verpflichtet, der in der WBO-Rangliste an elfter Stelle geführt wird. Der 28jährige Lokalmatador steigt mit einer Bilanz von 36 Siegen und zwei Niederlagen in den Ring, während der Südamerikaner 23 Auftritte gewonnen, drei verloren und fünf unentschieden beendet hat.

Wie Trainer Torsten Schmitz berichtet, sei er mit Robert Stieglitz als Team zusammengewachsen. Daß sich der Gegner kurzfristig ändert, sei nichts Neues. Wer sich auf eine Weltmeisterschaft vorbereite, unterschätze grundsätzlich keinen Herausforderer. Stieglitz kann auf sein bislang erfolgreichstes Jahr zurückblicken und möchte diesen Höhenflug natürlich fortsetzen. Er sei sehr gut vorbereitet und habe sich in einem ausgiebigen Videostudium mit Acostas Kämpfen befaßt.

Letzteres gilt auch für Ruben Acosta, der sich die Auftritte des Weltmeisters im Internet angesehen hat und diesen als guten Champion bezeichnet. Er freue sich über diese Gelegenheit und rechne mit einem harten Kampf, in dem er die einmalige Chance nutzen werde.

Im Schwergewicht möchte Dennis Boitsow in der Rangliste weiter aufsteigen und sich für einen Kampf um die Weltmeisterschaft möglichst noch in diesem Jahr empfehlen. Der in 26 Kämpfen ungeschlagene frühere Schützling von Fritz Sdunek wird nun von Artur Grigorian trainiert. Das Fachmagazin "The Ring" hat Boitsow zum "Newcomer des Jahres" gekürt. In Magdeburg trifft der Russe auf Kevin Montiy aus den USA, dessen durchwachsene Bilanz 17 Siege, sechs Niederlagen und ein Unentschieden aufweist.

In dreizehn Kämpfen ungeschlagen, muß der Gelsenkirchener Manuel Charr eine hohe Hürde nehmen. Sein Gegner ist der erfahrene Owen Beck, der 29 Kämpfe gewonnen und drei verloren hat. Der Jamaikaner unterlag 2006 Nikolai Walujew und freut sich eigenen Worten zufolge über die Möglichkeit, erneut in Deutschland zu boxen.

Christian Hammer aus Rumänien, der beim Spotlight-Boxstall unter Vertrag steht, bekommt es in einem internen Duell mit dem Düsseldorfer Markus Tomala zu tun, den er aus dem Hamburger Universum-Gym gut kennt. Während Hammer vier Siege und eine Niederlage vorzuweisen hat, stehen für Tomala sechs gewonnene Kämpfe und ebenfalls eine Niederlage zu Buche.

Und schließlich trifft der in 19 Kämpfen ungeschlagene deutsche Interimsmeister Sebastian Köber auf den US-Amerikaner Zack Page, der zwar ebenso viele Auftritte wie der in Frankfurt/Oder lebende Favorit gewonnen, doch 27 weitere verloren hat.

Khoren Gevor kehrt im Mittelgewicht erstmals nach seiner Niederlage gegen WBA-Weltmeister Felix Sturm wieder in den Ring zurück und bekommt es dabei mit dem Brasilianer Jeferson Luis Goncalo zu tun. Im Halbmittelgewicht bestreitet der letztjährige Amateurweltmeister Jack Culcay seine zweiten Profikampf, den er ebenso unangefochten gewinnen will wie sein Debüt am 19. Dezember in Schwerin.

8. Januar 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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