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MELDUNG/018: Natascha Ragosina erneut "Weltboxerin des Jahres" (SB)


Weltverband WIBF honoriert Titelgewinn im Schwergewicht


Natascha Ragosina, die beim Magdeburger Boxstall SES unter Vertrag steht, ist wie schon 2008 zur "Weltboxerin des Jahres" gekürt worden. Ihr wurde diese Auszeichnung vom Weltverband WIBF verliehen. Die in 22 Profikämpfen ungeschlagene Ragosina wurde im Dezember 2009 Weltmeisterin im Schwergewicht. Normalerweise boxt sie drei Klassen tiefer im Supermittelgewicht, in dem sie nicht weniger als sieben Titel hält und damit weltweit unangefochten an der Spitze steht.

Die gebürtige Kasachin war zunächst Weltmeisterin im Kickboxen und Amateurboxen. Sie bestritt im Juli 2004 ihren ersten Profikampf und gewann nach einem rasanten Aufstieg bereits im Oktober 2005 ihren ersten WIBF-Titel, den sie seither zwölfmal erfolgreich verteidigt hat. Im Laufe der Zeit brachte sie die Gürtel von sechs weiteren Verbänden in ihren Besitz. Ihr Trainer ist Wjatscheslaw Janowski, der früher ein erfolgreicher Amateurboxer war und bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul die Goldmedaille im Halbweltergewicht gewann.

Den Titel im Schwergewicht sicherte sich die 33jährige bei ihrem ersten Auftritt in Rußland, als sie in Jekaterinenburg gegen Pamela London aus Guayana antrat. Vor mehr als 5.000 begeisterten Zuschauern setzte sie sich bei ihrem Debüt in der Königsklasse gegen die rund 28 Kilo schwerere Gegnerin durch Knockout in der achten Runde durch und gewann damit den vakanten Titel der WIBF.

Wenngleich Pamela "Grenade" London aus Georgetown physisch weit überlegen war, setzte Ragosina die Akzente, da sei wesentlich behender agierte, ihre Gegnerin immer wieder ausmanövrierte und viel häufiger schlug. London wirkte zu behäbig und brachte ihre weiten Schwinger nur selten ins Ziel, während sie zahlreiche Treffer durch Jabs und linke Haken einstecken mußte. Als Ragosina das Geschehen sicher unter Kontrolle hatte, erhöhte sie den Druck und brachte ihre Kontrahentin gegen Ende der siebten Runde schwer in Bedrängnis.

Im folgenden Durchgang suchte sie die Entscheidung und setzte einen rechten Haken an die Schläfe durch, worauf Pamela London zu Boden gehen mußte. Die Guayanerin kam zwar noch einmal mühsam auf die Beine, doch wurde sie vom Ringrichter bis zehn ausgezählt, was angesichts des Kampfverlaufs und insbesondere zum Schutz ihrer Gesundheit völlig angemessen war.

Wie die strahlende Siegerin nach ihrem erfolgreichen Auftritt ankündigte, werde sie es bei diesem Abstecher ins Schwergewicht belassen und wieder in ihr angestammtes Limit zurückkehren. Der enorme Gewichtsunterschied habe dazu geführt, daß sie ihre Gegnerin sehr häufig treffen mußte, bis diese endlich Wirkung zeigte. Ihr langgehegter Wunsch, mit Laila Ali im Supermittelgewicht in den Ring zu steigen, um die Frage zu klären, wer die beste Boxerin der Welt sei, dürfte aller Voraussicht nach unerfüllt bleiben. Die Tochter Muhammad Alis ist im Supermittelgewicht ebenfalls ungeschlagen und liefert ihrer Rivalin in den Medien ab und zu ein verbales Duell, hat aber eigenen Angaben zufolge die Boxhandschuhe unwiderruflich an den Nagel gehängt.

20. Januar 2010



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