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MELDUNG/027: Sylvester und Lyell haben einander aus der Ferne studiert (SB)



Weltmeister und Herausforderer gut aufeinander eingestellt

Am 30. Januar steigt Sebastian Sylvester im Neubrandenburger Jahnsportforum in den Ring, um seinen IBF-Titel im Mittelgewicht zu verteidigen. Dort hatte er sich im September durch einen Sieg über Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik den Gürtel gesichert, den ihm nun der US-Amerikaner Billy Lyell streitig machen will. Eigentlich sollte der von Karsten Röwer trainierte Champion aus Greifswald gegen den Spanier Pablo Navascues antreten, der jedoch bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle positiv auf die Einnahme einer nach den Dopingbestimmungen verbotenen Substanz getestet wurde.

Sylvester mußte sich also kurzfristig auf einen neuen Gegner einstellen, was zwar unangenehm, aber im Boxsport jederzeit möglich ist. Umgehend machte man sich ein Bild von dem Amerikaner, der im April letzten Jahres den irischen Star John Duddy überraschend geschlagen hatte. Wie Karsten Röwer berichtet, habe man Lyell anhand von Videoaufnahmen seiner Kämpfe ausführlich studiert und sei zu dem Schluß gekommen, daß sein Stil keine allzu große Umstellung erforderlich macht. Sebastian habe den Wechsel des Gegners gut weggesteckt und werde bestens vorbereitet antreten.

Billy Lyell wird von Jack Loew betreut, der auch Kelly Pavlik trainiert. Dieser ist Weltmeister zweier Verbände im Mittelgewicht und wird als weltbester Boxer dieses Limits gehandelt. Das Team des Herausforderers hat Sylvester eigenen Angaben zufolge schon geraume Zeit studiert und sich auf ihn eingestellt. Da Lyell in der Vorbereitung auf einen anderen Kampf stand, der am selben Tag ausgetragen werden sollte, bereitete ihm die Umstellung keine allzu großen Probleme. Die unverhoffte Gelegenheit, gegen einen Weltmeister anzutreten, komme daher genau im richtigen Augenblick, meint Lyell, der zudem auf die Chance hofft, sich mit Kelly Pavlik zu messen.


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Mikkel Kessler nimmt Carl Froch ins Visier

Wie Sauerland Event auf seiner Internetseite berichtet, hat Mikkel Kessler in seiner Heimatstadt Kopenhagen eine eigene Trainingshalle eröffnet. In diesem Gym bereitet er sich bereits mit seinem neuen Trainer Jimmy Montoya auf den Kampf gegen WBC-Weltmeister Carl Froch vor, der sein nächster Gegner im Super-Six-Turnier ist. Wie der 30 Jahre alte Däne auf einer Pressekonferenz erklärte, habe er sich gut von der Niederlage gegen Andre Ward erholt: "Das war einfach nicht mein Tag. Wir haben die richtigen Lehren daraus gezogen und gehen nun optimistisch in den Kampf gegen Froch. Ich bin heiß darauf, wieder einen WM-Gürtel zu haben."

In wenigen Tagen wechseln Mikkel Kessler und Jimmy Montoya dann ins Berliner Max-Schmeling-Gym, wo sie optimale Bedingungen vorfinden. Der dänische Exweltmeister im Supermittelgewicht, der wie sein Kollege und Konkurrent Arthur Abraham bei Promoter Sauerland unter Vertrag steht, freut sich eigenen Angaben zufolge schon auf Berlin, wo man ihn im Team herzlich aufgenommen habe.

Mitte April wird es dann für Mikkel Kessler ernst, wenn er in der zweiten Runde des Turniers in Dänemark auf den Briten Carl Froch trifft, der zum Auftakt Andre Dirrell aus den USA knapp nach Punkten besiegt hatte. "Carl ist stark, ein echter Kämpfertyp, aber ich bin stärker. Dieser Kampf wird der wichtigste meiner Karriere sein. Ich will das Super-Six-Turnier gewinnen und dazu brauche ich einen Sieg gegen Froch. Gegen Andre Ward war ich nicht ich selbst - gegen Froch werde ich all meinen Fans zeigen, was wirklich in mir steckt."

29. Januar 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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