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MELDUNG/030: Vorschau auf ausgewählte Profikämpfe der kommenden Wochen (SB)



Turnier im Supermittelgewicht sowie attraktive Schwergewichtsduelle

5. Februar: Allan Green gegen Sakio Bika

Nachdem sich Jermain Taylor aus dem Turnier der sechs prominenten Supermittelgewichtler zurückgezogen hat, wird sein Nachfolger in einem Ausscheidungskampf im Chumash Casino von Santa Ynez in Kalifornien ermittelt. Dabei trifft der 30 Jahre alte Allan "Ghost Dog" Green aus den USA auf den gleichaltrigen Australier Sakio "The Scorpion" Bika. Geht dieser Kampf unentschieden aus, wird das Los über den Ersatz entscheiden. Der so ermittelte Nachfolger steigt mit null Punkten in das Turnier ein und muß in dessen zweiter Runde gegen den 25jährigen US-Amerikaner Andre Ward antreten.

Taylors ehemaliger Promoter Lou DiBella, der vor kurzem aus Sorge um schwerwiegende Verletzungen die Zusammenarbeit mit dem Boxer aufgekündigt hat, gab auf ESPN bekannt, daß Allan Green dem Kampf zugestimmt habe. Der in Kamerun geborene Bika dürfte den deutschen Boxfans seit seinem Kräftemessen mit Markus Beyer geläufig sein, das seinerzeit mit einem technischen Unentschieden endete. Danach gewann Bika die meisten Kämpfe, verlor jedoch gegen starke Gegner wie Lucien Bute und Joe Calzaghe.


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6. Februar: Tomasz Adamek gegen Jason Estrada

Im Prudential Center von Newark, New Jersey, bestreitet der Pole Tomasz Adamek einen Kampf im Schwergewicht gegen den US-Amerikaner Jason Estrada. Adamek war WBC-Weltmeister im Halbschwergewicht und später Champion der IBF im Cruisergewicht. Ende Oktober wechselte der 32jährige ins Schwergewicht und besiegte in der Atlas Arena von Lodz seinen neun Jahre älteren Landsmann Andrew Golota durch technischen K.o. in der fünften Runde, womit er den 39. Sieg im 40. Profikampf erzielte.

Jason Estrada dürfte in Deutschland als früherer Gegner des Russen Alexander Powetkin aus dem Berliner Sauerland-Boxstall bekannt sein. Der Amerikaner hat bislang 16 Kämpfe gewonnen und zwei verloren, so daß er zumindest auf dem Papier als anspruchsvolle, aber nicht übermäßig schwere Aufgabe für Adamek einzustufen ist.


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13. Februar: Danny Williams gegen Sam Sexton

"Brixton Bomber" Danny Williams kehrt in den Ring zurück. Der mittlerweile 36jährige Schwergewichtler aus London, der einst mit seinem Sieg über Mike Tyson Furore gemacht hatte, trifft in der Wembley Arena auf seinen Landsmann Sam Sexton aus Norwich. Dabei stehen Williams' Britische Meisterschaft und Sextons Gürtel des Commonwealthchampions auf dem Spiel. Während Danny Williams eine Bilanz von 41 Siegen und acht Niederlagen vorweisen kann, hat Sam Sexton bislang dreizehn Kämpfe gewonnen und einen verloren.

Verliert Williams diesen Kampf, ruiniert er seinen schwindenden Ruf. Sollte er aber gewinnen, wird man wohl sagen, Sexton sei eben doch überschätzt worden. Vor allem aber droht Danny Williams nach gut vierzehn Jahren im Ring in gesundheitlicher Hinsicht Gefahr, sofern sich herausstellt, daß er einem mobilen Gegner wie dem 25jährigen Sexton nicht mehr gewachsen ist. Williams, der nie ein besonders beweglicher Boxer war, ist in den letzten Jahren noch langsamer geworden, weshalb er sich nur noch auf seine beträchtliche Schlagwirkung verlassen kann. Sam Sexton verfügt zwar über keine außergewöhnlichen Qualitäten, doch boxt er recht flüssig und hat durchaus genug Dampf in den Fäusten, um Williams in Schwierigkeiten zu bringen.


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6. März: Arthur Abraham gegen Andre Dirrell

Arthur Abraham hatte zum Auftakt des Super-Six-Turniers am 17. Oktober 2009 in Berlin den US-Amerikaner Jermain Taylor, der einst die Gürtel aller vier großen Weltverbände im Mittelgewicht hielt, durch Knockout vierzehn Sekunden vor Ende der letzten Runde besiegt. Durch diesen vorzeitigen Erfolg sicherte sich der Lokalmatador und frühere IBF-Weltmeister im Mittelgewicht aus dem Sauerland-Boxstall dem Turniermodus entsprechend drei Punkte, die er auch nach dem Rückzug Taylors behält, der aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegt.

Abraham trifft in der zweiten Runde des Turniers im Agua Caliente Casino von Rancho Mirage in Kalifornien auf den 26 Jahre alten US-Amerikaner Andre Dirrell. Dieser steht mit dem Rücken an der Wand, da er seinen Auftaktkampf knapp nach Punkten gegen den 32 Jahre alten WBC-Weltmeister Carl Froch aus England verloren hat.


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6. März: Francois Botha gegen Evander Holyfield

Im Alter von 47 Jahren erhält Evander Holyfield noch einmal die Chance, einen internationalen Titel zu gewinnen. Zwischen 1990 und 2000 wurde er als einziger Boxer viermal Weltmeister im Schwergewicht, nachdem er zuvor bereits Champion im Cruisergewicht gewesen war. Der US-Amerikaner kämpft gegen den sechs Jahre jüngeren Titelverteidiger Francois Botha um den Gürtel der marginalen World Boxing Foundation (WBF).

Bei seinem letzten Auftritt mußte sich Holyfield am 20. Dezember 2008 im Zürcher Hallenstadion dem damaligen WBA-Weltmeister Nikolai Walujew aus dem Sauerland-Boxstall nur knapp nach Punkten geschlagen geben. Damit hatte der Amerikaner 42 Kämpfe gewonnen, zehn verloren und zwei unentschieden beendet.

Die beachtliche Bilanz des "weißen Büffels" Botha weist 47 Siege, vier Niederlagen und drei Unentschieden auf. Nachdem der Südafrikaner zwischenzeitlich als K1-Kämpfer aufgetreten war, verteidigte er zuletzt seinen WBF-Titel in Dessau durch ein überaus schmeichelhaftes Unentschieden gegen den Kubaner Pedro Carrion, für das er sich später entschuldigte.


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20. März: Wladimir Klitschko gegen Eddie Chambers

Weltmeister Wladimir Klitschko verteidigt die Titel der Verbände WBO, IBF und IBO im Schwergewicht im Düsseldorfer Stadion vor rund 51.000 Zuschauern gegen Pflichtherausforderer Eddie Chambers aus den USA. Bei seinem letzten Auftritt im Juni 2009 hatte sich der Ukrainer vor 61.000 Fans in der Gelsenkirchener Arena gegen Ruslan Tschagajew aus dem Hamburger Universum-Boxstall mit technischem K.o. in der neunten Runde durchgesetzt. Danach mußte er sich einer Operation unterziehen, die eine längere Pause erforderlich machte.

Während für den 33 Jahre alten Wladimir Klitschko vor seiner achten Titelverteidigung 53 Siege (47 K.o.) und drei Niederlagen zu Buche stehen, hat Eddie Chambers 35 Kämpfe gewonnen (18 K.o.) und einen verloren. Seine einzige Niederlage bezog Chambers im Januar 2008 gegen den Russen Alexander Powetkin aus dem Sauerland-Boxstall, der ihn in Berlin nach Punkten besiegte. Seither hat der US-Amerikaner fünf Kämpfe in Folge gewonnen.

Der 27 Jahre alte Herausforderer ist ein sehr beweglicher, technisch und taktisch versierter Boxer. Er besiegte im Juli 2009 den körperlich weit überlegenen Ukrainer Alexander Dimitrenko aus dem Hamburger Universum-Boxstall in einem Ausscheidungskampf klar nach Punkten und qualifizierte sich damit für das Duell mit Klitschko. Zuvor hatte er bereits den ehemaligen WBC-Champion Samuel Peter ebenfalls deutlich nach Punkten bezwungen.


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3. April: David Haye gegen John Ruiz

Weltmeister David Haye verteidigt seinen WBA-Titel im Schwergewicht erstmals in Manchester. Der 29jährige Brite trifft dabei auf den neun Jahre älteren US-Amerikaner John Ruiz. Haye hatte sich den Gürtel im November vergangenen Jahres mit einem Sieg über den Russen Nikolai Walujew aus dem Berliner Sauerland-Boxstall gesichert.

David Haye, der 23 Kämpfe gewonnen (21 K.o.) und nur einen verloren hat, bekommt es mit einem erfahrenen Gegner zu tun, der unter anderem gegen Evander Holyfield, Roy Jones jr., Hasim Rahman und James Toney gekämpft hat und zweimal Weltmeister war. Mit 44 Siegen, acht Niederlagen und einem Unentschieden weist John Ruiz allerdings eine durchwachsene Bilanz auf, die davon zeugt, daß er bereits diverse Rückschläge verkraften mußte.

John Ruiz war 2001 als erster Schwergewichtler hispanischer Herkunft und dann noch einmal 2004 WBA-Weltmeister geworden und hatte den Titel 2005 an Nikolai Walujew verloren. Dem Vernehmen nach ließ er für 200.000 Pfund David Haye den Vortritt, als dieser im letzten November gegen den Russen antrat. Er hat vor kurzem bei Oscar de la Hoyas Golden Boy Promotions unterschrieben, die auch seinen Gegner David Haye in der USA repräsentieren.


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9. April: Albert Sosnowski gegen Audley Harrison

Europameister Albert Sosnowski verteidigt den Titel im Schwergewicht im Londoner Alexandra Palace gegen Audley Harrison. Der 30jährige Pole hatte sich den Gürtel am 18. Dezember durch einen Sieg über den erfahrenen Italiener Paolo Vidoz gesichert. Sein acht Jahre älterer Gegner war von den Olympischen Spielen 2000 in Sydney mit einer Goldmedaille im Superschwergewicht heimgekehrt.

Mit enormen Vorschußlorbeeren überhäuft, konnte der Brite nach seinem Wechsel ins Profilager die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Mit einer Bilanz von 26 Siegen aus 30 Kämpfen droht er selbst im eigenen Land gegen ein halbes Dutzend jüngerer, ambitionierter Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraten. Für Albert Sosnowski stehen bislang 45 Siege aus 48 Profiauftritten zu Buche. Im April letzten Jahres traf er in Düsseldorf auf Francesco Pianeta und trennte sich von ihm mit einem Unentschieden.

1. Februar 2010



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