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MELDUNG/042: Bewährungsstrafe und Geldbuße für Ahmet Öner (SB)



Erwartet mildes Urteil für den Chef des Arena-Boxstalls

Promoter Ahmet Öner ist zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muß er eine Geldbuße in Höhe von 120.000 Euro an die Staatskasse zahlen. Dieses Urteil fällte das Hamburger Amtsgericht. Der 38 Jahre alte Türke, der den Profiboxstall Arena führt, mußte sich für 16 Straftaten verantworten. Neben Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ging es in dem Verfahren vor allem um den rabiaten Umgang mit der Konkurrenz. So soll Öner den Chef des Universum-Boxstalls, Klaus-Peter Kohl, erpreßt und sogar dessen Familie bedroht haben.

Bei der Androhung von Gewalt ist es in anderen Fällen laut Öners Geständnis nicht geblieben. Opfer eines Wutanfalls war unter anderem sein Bankberater, dem er eine Kopfnuß verpaßt, sowie ein Arzt, den er mit dem Kopf gegen eine Wand geschlagen mit. Zudem war es vor drei Jahren bei einer Universum-Veranstaltung in der Hansestadt zwischen Öner und von Kohl engagierten Sicherheitskräften zu einer Schlägerei gekommen.

Unter diesen Umständen ist das Strafmaß sicher eine Erleichterung für Ahmet Öner, der die Geldstrafe eigenen Angaben zufolge verschmerzen kann. Da er in der Vergangenheit bereits mehrfach vor Gericht gestanden hat, hätte der Prozeß gravierendere Folgen haben können, zumal es für ihn bereits die dritte auf Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe ist. Öner hatte ein Geständnis abgelegt, für das zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine Absprache über das Strafmaß ausgehandelt wurde. Zu dem vergleichsweise milden Urteil trug offenbar der Umstand bei, daß sich der Boxpromoter seit 2009 einem Antiaggressionstraining unter Leitung eines Psychotherapeuten unterzieht.

Im August 2009 war Öner selbst Opfer eines Anschlags geworden. Zwei Männer hatten ihm im Hamburger Stadtteil Borgfelde aufgelauert und drei Schüsse abgefeuert, als er am späten Abend sein Büro verließ. Öner erlitt eine Verletzung am linken Oberschenkel, das Projektil wurde operativ entfernt. Der Vorfall ist bisher nicht aufgeklärt.

Ahmet Öner hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als er eine Kooperation mit dem Sender Sat.1 bekanntgeben konnte. Am 27. März soll eine Gala aus der Sporthalle Hamburg mit dem vielversprechenden Schwergewichtler Steffen Kretschmann ausgestrahlt werden. Um nicht weiter mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten und Gefahr zu laufen, gegen die Bewährungsauflagen zu verstoßen, hat Öner eigenen Angaben zufolge seinen Wohnsitz in die Türkei verlegt: Er gibt derzeit als Adresse das Kempinski-Hotel in Istanbul an.


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Arthur Abraham und Marco Huck bereiten sich in den USA vor

Arthur Abraham und Marco Huck bereiten sich derzeit mit ihrem Trainer Ulli Wegner in der Nähe von Palm Springs auf ihre nächsten Kämpfe vor. Der frühere IBF-Weltmeister im Mittelgewicht und der amtierende WBO-Champion im Cruisergewicht bringen sich im Gym des Coachella Valley Boxing Clubs in Form, das von Lee Espinoza geführt wird, der namhafte US-amerikanische Amateurboxer trainiert hat.

Am 6. März wird es für Abraham ernst, der in der zweiten Runde des Turniers der sechs prominenten Supermittelgewichtler auf den Amerikaner Andre Dirrell trifft. Während der Berliner seinen Auftaktkampf gegen Jermain Taylor vorzeitig gewonnen hatte, der inzwischen aus dem Tournament ausgestiegen ist, mußte sich Dirrell dem britischen WBC-Weltmeister Carl Froch knapp nach Punkten geschlagen geben.

Eine Woche nach Abraham, am 13. März, bestreitet Marco Huck seinen nächsten Auftritt. Für den 25 Jahre alte Westfalen, der im August vergangenen Jahres Weltmeister geworden war, ist es die zweite Titelverteidigung und der erste Kampf als Champion in seiner neuen Heimatstadt. In der Berliner Max-Schmeling-Halle trifft er auf den US-Amerikaner Adam Richards.

13. Februar 2010



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