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MELDUNG/044: ARD verlängert vorzeitig den Vertrag mit Sauerland (SB)



Verschärfte Dopingkontrollen wesentlicher Teil der Vereinbarung

Wie die Intendanten der ARD auf ihrer Sitzung in Saarbrücken bestätigt haben, ist der Vertrag mit Sauerland Event über die Fernsehrechte vorzeitig um drei weitere Jahre verlängert worden. Damit wird es bis 2015 jährlich bis zu zwölfmal "Boxen im Ersten" geben.

Nach den Worten des ARD-Programmdirektors Volker Herres freut man sich sehr über die Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Berliner Boxstall: "Wir haben einen Partner, der über Spitzensportler verfügt, vorbildlich in der Dopingkontrolle agiert und sich noch dazu für Sozialprojekte und in der Jugendarbeit engagiert. Vor allem aber: Wir erreichen mit unseren ausgewählten Übertragungen ein Millionenpublikum, darunter viele Jüngere und Menschen, die sonst nicht so häufig Das Erste sehen. Das ist wichtig, denn wir sind für alle da. Der Boxsport ist also auch ein Integrationsfaktor", wird Herres auf der Internetseite von Sauerland Event zitiert.

Wilfried Sauerland freut sich nicht minder auf die Fortsetzung der erfolgreichen Partnerschaft: "Zusammen mit der ARD haben die von mir gemanagten Boxer in den vergangenen Jahren regelmäßig hochklassigen Boxsport geboten. Wir sind nicht nur in der Spitze, sondern vor allem in der Breite sehr gut aufgestellt. Ein Arthur Abraham boxt im Super-Six-Turnier gegen die Besten der Welt, während unsere Weltmeister Marco Huck und Sebastian Sylvester jedes Mal ein Millionenpublikum begeistern. Talente wie Dominik Britsch, Karo Murat und Alexander Frenkel werden behutsam an die Weltspitze herangeführt. Auch international sind wir mit Mikkel Kessler, Nikolai Walujew und Alexander Powetkin hervorragend aufgestellt. Die vorzeitige Vertragsverlängerung mit der ARD ist eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit. Wir freuen uns auf sechs weitere Jahre "Boxen im Ersten" mit vielen spannenden Kämpfen."

Zu den wesentlichen Forderungen der ARD in den Vertragsverhandlungen gehörten demnach verschärfte Dopingkontrollen, zu denen sich das Sauerland-Team verpflichtet hat. Obgleich im professionellen Boxsport der rigide olympische Standard bislang nicht üblich ist, hat Sauerland Event als erster und einziger Boxstall der Welt eine weitreichende Vereinbarung mit der deutschen nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) geschlossen. Der Vertrag sieht vor, sowohl Wettkampf- als auch unangekündigte Trainingskontrollen bei den Boxern und ihren Gegnern durchzuführen.

Der Geschäftsführer von Sauerland Event, Chris Meyer, bezeichnete die Vereinbarung mit der NADA als einen Meilenstein für den Boxsport. Man habe sich zu umfangreichen Kontrollen verpflichtet und mache im Kampf gegen Doping keine Kompromisse. Durch diese Vorgehensweise wurde unter anderem der Spanier Pablo Navascues, der ursprünglich am 30. Januar gegen Sebastian Sylvester antreten sollte, ausgemustert, nachdem er bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle positiv auf verbotene Substanzen getestet worden war. Daraufhin verteidigte Sylvester seinen Titel erfolgreich gegen den US-Amerikaner Billy Lyell.


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Ungünstigere Perspektive für Universum-Boxstall

Wesentlich ungünstiger sieht die Perspektive derzeit für die Hamburger Universum Box-Promotion aus. Der langjährige lukrative Vertrag mit dem Fernsehpartner ZDF läuft im Juli dieses Jahres aus und soll nicht verlängert werden. Hinzu kommt die Abwanderung namhafter Akteure wie Felix Sturm, der sich selbständig machen und künftig bei RTL auftreten will. Während der Hamburger Boxstall auf seine einseitige Option bis 2012 besteht, hat der Leverkusener unterstrichen, daß er nie wieder für Universum in den Ring steigen wird. Verabschiedet hat sich kürzlich auch der WBO-Weltmeister im Superweltergewicht, Sergej Dsindsiruk, wobei ein Weg gefunden wurde, die Trennung im beiderseitigen Einvernehmen zu vollziehen.

Ferner möchte auch der beim Schwesterunternehmen Spotlight unter Vertrag stehende Mittelgewichtler Gennadi Golowkin eigene Wege gehen. Der jüngste Tiefschlag ist die Verurteilung Jürgen Brähmers zu 16 Monaten ohne Bewährung. Promoter Klaus-Peter Kohl ist von Brähmers Unschuld überzeugt und hofft auf die Revision, deren günstiger Ausgang für Brähmer jedoch als relativ unwahrscheinlich gilt. Findet Universum nach Vertragsende mit dem ZDF im Juli nicht schnell einen Nachfolgesender, droht der Ausstieg weiterer Boxer.

15. Februar 2010



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