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MELDUNG/050: Zwei deutsche Weltmeister gastieren in Magdeburg (SB)



Robert Stieglitz verteidigt seinen Titel gegen Eduard Gutknecht

Weltmeister Robert Stieglitz aus Magdeburg verteidigt seinen Titel im Supermittelgewicht nach Version der WBO am 17. April gegen den Gifhorner Eduard Gutknecht. Wie der SES-Boxstall mitgeteilt hat, findet der Kampf in der Bördelandhalle statt. "Er ist konditionell sehr stark. Aber das bin ich auch. Daher wird das ein sehr ausgeglichener und spannender Kampf werden", sagte der von Torsten Schmitz trainierte Stieglitz über das Duell mit dem ungeschlagenen Herausforderer. Der Titelverteidiger steht bei Sport Events Steinforth unter Vertrag und hat 37 Siege sowie zwei Niederlagen auf dem Konto.

Darauf habe er die ganze Zeit hingearbeitet, erklärte der 27 Jahre alte Gutknecht aus dem Hamburger Spotlight Boxstall, dessen Bilanz bei 17 Siegen aus ebenso vielen Kämpfen steht. Als der gebürtige Kasache seine Profikarriere im April 2006 begonnen hatte, setzte er sich das Ziel, binnen vier Jahren um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Mit überzeugenden Leistungen bei seinen letzten Auftritten legte er die Voraussetzungen dafür, daß er tatsächlich so schnell den angestrebten Titelkampf bekommen hat. Am 4. Dezember verteidigte er in Sölden seinen Gürtel des Intercontinentalmeisters gegen Karoly Balzsay, der kurz zuvor als Weltmeister von Robert Stieglitz entthront worden war.

Dieser verteidigte den neugewonnenen Titel im Januar erfolgreich gegen den Argentinier Ruben Eduardo Acosta, der als Ersatz für den erkrankten Edison Miranda als Herausforderer eingesprungen war. Der Gifhorner hat diesen Kampf vor Ort beobachtet und schätzt den damaligen Gegner als nicht allzu stark ein. Stieglitz habe auch Schwächen, verkündet der von Magomed Schaburow trainierte Gutknecht zuversichtlich. Er rechnet damit, daß etliche seiner Fans nach Magdeburg anreisen werden und den Heimvorteil des Titelverteidigers neutralisieren. Beim letzten Weltmeisterschaftskampf zweier deutscher Boxer hatte Felix Sturm im November 2008 Sebastian Sylvester nach Punkten besiegt.


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Sebastian Zbik verteidigt Interimstitel gegen Domenico Spada

Im zweiten Weltmeisterschaftskampf des Abends verteidigt der Mittelgewichtler Sebastian Zbik seinen WBC-Interimstitel gegen Domenico Spada, den er am 11. Juli 2009 am Nürburgring schon einmal nach Punkten geschlagen hat. Während der Schweriner in 28 Profikämpfen ungeschlagen ist, steht die Bilanz des 29jährigen Italieners bei 30 Siegen und zwei Niederlagen. Wie der Interimschampion geltend macht, sei er bei seinem ersten Duell mit Spada wegen eines Trommelfellrisses nicht im Vollbesitz seiner Kräfte gewesen. Jetzt könne er für klare Verhältnisse sorgen und das werde er auch tun.

Der 27 Jahre alte Champion aus Schwerin hat ein dreiwöchiges Trainingslager im polnischen Zakopane bezogen, das vor allem in Zusammenhang mit dem Wintersport einen klangvollen Namen hat. Wie der Boxer aus dem Hamburger Spotlight-Boxstall einräumt, betrachte er die Schanzen der Skispringer lieber mit einigem Abstand. Hingegen absolviere er in der Loipe den einen oder anderen Trainingskilometer, heißt es auf der Internetseite der Universum Box-Promotion. Als Reinberger sei er eben ein Flachland-Tiroler und habe keinen nennenswerten Bezug zu Schnee und Eis, was ihn aber nicht davon abhalte, der einen oder anderen olympischen Entscheidung mit deutscher Beteiligung entgegenzufiebern.

Der Interimsweltmeister hat in der trainingsfreien Zeit seit seiner letzten Titelverteidigung einige Kilo zugelegt, die bei der harten Vorbereitung erfahrungsgemäß wieder verschwinden werden. Zwar bedauert Zbik, daß ihn sein Trainer Fritz Sdunek nicht nach Zakopane begleiten wird, doch kommt ihm das Trainingslager ansonsten sehr gelegen, da er in Hamburg angesichts verschneiter Parks und vereister Wege nur sehr eingeschränkt arbeiten könnte. Nun steht in erster Linie Kondition auf dem Programm, wozu er sich unter die fachmännische Fuchtel eines ortsansässigen Trainers begibt.

21. Februar 2010



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