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MELDUNG/059: Trainer Fritz Sdunek verläßt den Universum-Boxstall (SB)



62jähriger zieht Konsequenzen aus angeschlagener Gesundheit

Der gebürtige Mecklenburger Fritz Sdunek verläßt nach 16 Jahren die Hamburger Universum Box-Promotion und will bis auf weiteres nur noch Vitali Klitschko betreuen. Der 62jährige Trainer zog mit diesem Entschluß Konsequenzen aus seiner angeschlagenen Gesundheit. Wie Sdunek darlegte, habe er seine Hüftoperation im Januar gut überstanden. Nun müsse jedoch auch noch die andere Hüfte operiert werden. Darum wolle er die Zusammenarbeit mit Universum vorerst beenden.

Wie der Internetseite des Universum-Boxstalls zu entnehmen ist, teilte Sdunek dies Promoter Klaus-Peter Kohl mit, der Verständnis zeigte. "Fritz Sdunek hat mir gesagt, daß er nicht mehr die nötige Energie aufwenden kann, sich um mehrere Boxer zu kümmern. Das akzeptieren wir natürlich, obwohl das ein großer Verlust für uns wird", sagte Kohl. "Ich danke Fritz für die tolle Arbeit, die er in den letzten 16 Jahren für uns geleistet hat. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft, vor allem Gesundheit! Ich bin sehr froh, daß Fritz den Warnzeichen der Ärzte, daß er sich mehr schonen soll, nun endlich auch folgt. Wenn Fritz alles überstanden hat und er neue Kraft spürt, können wir über alles reden. Darauf haben wir uns verständigt."

Eine spätere Rückkehr zu Universum schloß auch Sdunek, der allein dreizehn der insgesamt 37 Weltmeister des Boxstalls trainiert hat, nicht aus. Zu seinen erfolgreichen Schützlingen gehörten unter anderen die Brüder Klitschko, Dariusz Michalczewski, Ralf Rocchigiani, Zsolt Erdei und István Kovács. Wenn alles überstanden und der Bedarf da sei, könne man gern über eine weitere Zusammenarbeit sprechen. Nach 16 erfolgreichen Jahren sei es ihm nicht leicht gefallen, diese Entscheidung zu treffen, meinte der international renommierte Trainer, der jedoch den Boxern und seinen Kollegen weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen und sich noch oft im Gym sehen lassen will. Jetzt wünsche er Universum und allen Boxern viel Erfolg und Gesundheit in der Zukunft.

Vor 20 Monaten hatte sich Sdunek beim Training mit seinem Schützling Denis Boitsow eine Verletzung an der Lippe zugezogen. Bei der Untersuchung im Krankenhaus wurde dort ein Krebstumor entdeckt. Nach erfolgreicher Therapie kamen Herzprobleme hinzu, neben denen sich die häufigen Rückenschmerzen fast wie eine Lappalie ausnahmen.

Sdunek hatte sich auf Anraten seiner Ärzte eigentlich schon Ende letzten Jahres schonen sollen. Doch der an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in der ehemaligen DDR ausgebildete Diplom-Sportlehrer wollte erst noch die Vorbereitung Vitali Klitschkos auf dessen Kampf gegen Kevin Johnson in Bern absolvieren. Damals hatte er die Auszeit angekündigt, die er unter anderem im eigenen Apartment auf Grand Canaria verbringen wollte. Diese Warnung der Ärzte und seine angegriffene Gesundheit müsse er sehr ernst nehmen. Nach den besonders intensiven Kampfvorbereitungen im Sommer und Herbst habe er die Quittung für diese harten körperlichen Belastungen bekommen, sagte Sdunek damals.

Ganz auf seinen geliebten Boxsport zu verzichten, kommt für Fritz Sdunek allerdings nicht in Frage: "Das kann ich gar nicht, dann falle ich sofort tot um." Die Boxer, die er bislang betreut hat, werden von den Universum-Trainern Michael Timm, Magomed Schaburow und Artur Grigorian übernommen. Die Übergabe dürfte reibungslos erfolgen, da die drei Trainer schon in den Monaten der Auszeit Fritz Sduneks erfolgreich mit den Sportlern zusammengearbeitet haben.

2. März 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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