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MELDUNG/060: Sauerland rät Walujew zu Kampf gegen Klitschko (SB)



Traumgage würde Abgesang des russischen Exweltmeisters versüßen

Jüngste Äußerungen von Promoter Kalle Sauerland geben Spekulationen neue Nahrung, es könne in absehbarer Zeit doch noch zu einem Kampf zwischen Vitali Klitschko und Nikolai Walujew kommen. "Als Promoter wie auch als Boxfan sage ich: Der Kampf muß kommen. Ein Fight zwischen beiden hat für alle Parteien so viele Vorteile, daß sich eine Lösung sicherlich finden läßt", deutete der Sohn Wilfried Sauerlands im Interview mit dem Sportmagazin spox.com eine Kehrtwende im Lager des Russen an.

In finanzieller Hinsicht wäre ein Duell mit dem populären Ukrainer, der mit seinem Auftritt problemlos ein Fußballstadion füllen und dem Privatsender RTL eine Traumquote bescheren kann, zweifellos die günstigste Option für den Riesen aus St. Petersburg. Daß er Klitschko besiegen und damit als Schwergewichtsweltmeister des World Boxing Council (WBC) entthronen könnte, ist hingegen so unwahrscheinlich, daß sich ein großer Zahltag mit Blick auf die weitere Laufbahn Walujews nicht zwangsläufig als die optimale Möglichkeit darstellt. Viel dürfte davon abhängen, wie man die Aussichten des Russen einschätzt, seine Karriere noch längere Zeit fortzusetzen und erneut eine Titelchance zu bekommen.

Vitali Klitschko, der sich gemeinsam mit seinem Bruder Wladimir in der Promotion K2 selbst vermarktet, hatte Walujew einen Kampf am 29. Mai angeboten. Der mittlerweile 78jährige US-Promoter Don King, der die Rechte an den Auftritten des Russen zur Hälfte besitzt, hat eine Börse von 4 Millionen Dollar verlangt. Diese Forderung ist zwar maßlos überzogen, hat Klitschko aber veranlaßt, sein ursprüngliches Angebot von einer Million auf 2,5 Millionen Dollar zu erhöhen.

Im Berliner Sauerland-Boxstall weiß man nur zu gut, daß diese Gage mit Abstand die höchste ist, welche Walujew im Herbst seiner Laufbahn zu erwarten hat. Während man früher nicht sonderlich an dem sportlich riskanten Duell mit den Klitschkos interessiert war, zeichnet sich nun ein deutlicher Meinungsumschwung ab. "Walujew sollte dieses gute Angebot jetzt annehmen", rät Kalle Sauerland. Geschäftsführer Chris Meyer stößt ins selbe Horn: "Soviel hat er noch nie verdient. Dazu erhält er direkt eine neue WM-Chance. Die Telefondrähte zu Don King glühen. Er sollte jetzt einlenken, damit nicht der Eindruck entsteht, daß Niko kneift."

Der 38jährige Vitali Klitschko hat die Ansicht geäußert, daß sich der zwei Jahre jüngere Walujew nicht gegen ihn anzutreten traut und deshalb über Don King vier Millionen Dollar fordert, obgleich er genau weiß, daß diese Summe nicht zu realisieren ist. Sollte es aber zum Kampf kommen, werde er der erste Boxer sein, der den Russen zu Boden schickt.

Unterdessen verhandelt Klitschkos Manager Bernd Bönte bereits mit Ersatzgegnern, da man die Schalke-Arena mit ihren über 71.000 Plätzen auf jeden Fall nutzen will. Nachdem Nikolai Walujew den Titel der WBA im November an den Briten David Haye verloren hat, ist er für Vitali Klitschko, der gemeinsam mit seinem Bruder alle vier maßgeblichen Gürtel im Schwergewicht in Familienbesitz bringen will, nicht mehr allererste Wahl.


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Boxring Hertha BSC Sieger der Ostgruppe

In der Bundesliga hat Boxring Hertha BSC den letzten Vorrundenkampf der Dreiergruppe Ost um die Internationale Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Amateurboxer gegen Motor Babelsberg mit 13:11 für sich entschieden. Zwei Wochen nach dem 12:12-Hinkampf in Babelsberg gewannen die Berliner vor 500 Zuschauern in der heimischen Gehrke-Halle fünf der acht Kämpfe.

Dank dieses Erfolgs ziehen die Herthaner als Gruppensieger vor Babelsberg in die Viererendrunde um die deutsche Meisterschaft ein, in der die Punkte aus den Vorkämpfen mitgezählt werden. Die Runde komplettieren Velberter BC und Team Nord aus der anderen Dreiergruppe.

3. März 2010



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