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MELDUNG/065: Frenkel und Hernandez boxen in der Max-Schmeling-Halle (SB)



Alexander Frenkel trifft im Cruisergewicht auf Michael Simms

Am 13. März verteidigt Weltmeister Marco Huck seinen WBO-Titel im Cruisergewicht in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen Adam Richards aus den USA. Im Vorprogramm dieses Höhepunkts der Veranstaltung steigt Alexander Frenkel in den Ring, der ebenfalls beim Sauerland-Boxstall unter Vertrag steht und von Ulli Wegner trainiert wird. Er hat seine 21 Profikämpfe ausnahmslos gewonnen und dabei 17 Gegner vorzeitig besiegt. Dank dieser Bilanz konnte sich der Cruisergewichtler in den Weltranglisten der führenden Verbände nach oben arbeiten: Beim WBC wird er derzeit an achter Stelle notiert, während er bei der IBF Platz zwölf belegt. Sollte er wie erhofft in Berlin gegen den früheren Amateurweltmeister Michael Simms gewinnen, kann er mit einem weiteren Sprung nach vorn rechnen.

Der Internetseite der Sauerland-Promotion ist ein kurzer Rückblick auf die bislang absolvierte Profikarriere Alexander Frenkels zu entnehmen, deren vorläufiger Höhepunkt ein Sieg über Cory Phelps im Mai 2008 war, der ihn zum Juniorenweltmeister der IBF kürte. Damals machte er mit seinem Gegner kurzen Prozeß und schaltete ihn bereits nach zwei Minuten der ersten Runde aus. Danach folgte für den aus Würzburg stammenden Boxer, der im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf lebt, eine längere Phase voller Ungewißheit, in der seine sportliche Zukunft auf dem Spiel stand. Fünfmal wurde er an der verletzten Schlaghand operiert, doch ungeachtet einer schlechten Prognose der meisten Ärzte dachte er eigenen Angaben zufolge nie daran, deren Rat zu folgen und die Boxhandschuhe an den Nagel zu hängen.

Es dauerte bis April 2009, ehe Alexander Frenkel in den Ring zurückkehren konnte. In Düsseldorf traf er damals auf Ruben Groenewald, den er durch technischen K.o. in der fünften Runde besiegte. Vier weitere vorzeitige Siege bestätigten, daß die Folgen der Verletzung und der Operationen bewältigt waren und Frenkel seine rechte Hand ohne Beeinträchtigungen einsetzen konnte. Nun freut er sich auf seinen bevorstehenden Auftritt in der Max-Schmeling-Halle, an die er dank früherer Siege über Rodolfo De Dominicis und Shane Swartz beste Erinnerungen hat.


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Yoan Pablo Hernandez gegen Cesar David Crenz

Der Abend in der Max-Schmeling-Halle steht im Zeichen des Cruisergewichts, da auch der Kubaner Yoan Pablo Hernandez einen Kampf in dieser Gewichtsklasse bestreitet. Sein Gegner ist der Argentinier Cesar David Crenz, wobei die Intercontinentalmeisterschaft der IBF auf dem Spiel steht. Hernandez, der bislang 20 Kämpfe gewonnen und einen verloren hat, tritt dabei als Titelverteidiger an.

Anfang 2008 wurde der Kubaner bereits als kommender Kandidat für einen Kampf um die Weltmeisterschaft gehandelt, bis ihn eine vorzeitige Niederlage gegen den früheren WBC-Champion Wayne Braithwaite jäh aus allen Träumen riß. Er hatte den Gegner aus Guyana bereits am Boden, doch versäumte er es, daraus Kapital zu schlagen. Als er überstürzt eine Entscheidung erzwingen wollte, nutzte Braithwaite einen Moment der Unaufmerksamkeit und drehte den Spieß um. Rückblickend bilanziert Hernandez diesen Rückschlag als eine Lehrstunde, die ihn nicht aus der Bahn geworfen habe.

Im Oktober 2009 traf Yoan Pablo Hernandez in Berlin auf den von Manfred Wolke trainierten Enad Licina, dem er den Gürtel des Intercontinentalchampions abnehmen konnte. Wie der Rechtsausleger aus heutiger Sicht berichtet, sei dieser Sieg außerordentlich wichtig für seine sportliche Zukunft, für seinen Trainer Ulli Wegner und für seine Familie gewesen: "Wer weiß, wie es heute aussehen würde, wenn ich damals verloren hätte. Doch das ist nicht passiert, und deshalb kann ich mir endlich wieder Hoffnungen machen, um eine WM zu boxen. 2010 wird mein Jahr", stellt der Kubaner einen Karriereschub in Aussicht.

8. März 2010



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