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MELDUNG/067: Vitali Klitschko tritt gegen Europameister Albert Sosnowski an (SB)



Duell mit Walujew an überzogenen Forderungen Don Kings gescheitert

Am 29. Mai verteidigt Weltmeister Vitali Klitschko den Titel des World Boxing Council (WBC) im Schwergewicht in der Gelsenkirchener Arena des Fußballbundesligisten FC Schalke 04 nicht wie geplant gegen den Russen Nikolai Walujew aus dem Sauerland-Boxstall, sondern gegen den polnischen Europameister Albert Sosnowski. Der Herausforderer sagt seine geplante Titelverteidigung gegen den Briten Audley Harrison ab und legt den Gürtel nieder.

Nikolai Walujew hatte erst vor wenigen Tagen seine Bereitschaft bekundet, gegen Klitschko anzutreten, und war mit der gebotenen Börse von 2,5 Millionen Dollar einverstanden. Sein Co-Promoter Don King soll jedoch mehr Geld und zudem weitgehende Fernsehrechte gefordert haben, was das Lager Klitschkos ablehnte. Nach Angaben von Manager Bernd Bönte verlangte King die Börse netto sowie die Rechte der Übertragung in den USA, in Rußland, Mexiko sowie Mittel- und Südamerika, wobei sich diese Forderungen auf insgesamt 3,3 Millionen Dollar beliefen. Hingegen begnügt sich Sosnowski mit einer Gage von einer Million Dollar.

"Ich freue mich riesig, wieder in Deutschland in den Ring zu steigen. In einem Stadion zu boxen, ist natürlich etwas ganz Besonderes", sagte der 38jährige Klitschko. "Ich war ja beim Kampf meines Bruders im letzten Jahr hautnah dabei, und die Stimmung war einfach Wahnsinn." Der Ukrainer hat 37 seiner 39 Siege durch K.o. erzwungen und nur zwei Kämpfe verloren. Dennoch gibt er sich bescheiden und lobt Sosnowski als einen erfahrenen, schnellen und harten Gegner.

Der in Warschau geborene und in London lebende Sosnowski hat von 48 Kämpfen 45 gewonnen, davon 27 Auftritte vorzeitig beendet, zweimal verloren und einmal unentschieden geboxt. Er wittert nun seine große Chance und will nicht gelten lassen, daß er lediglich als Lückenbüßer verpflichtet worden ist. "Vitali hat seinen Zenit schon überschritten", verkündete der 31jährige. "Mir ist klar, daß ich für alle Experten krasser Außenseiter bin, aber er wird es noch bereuen, mir diese Möglichkeit gegeben zu haben."

Die Schalker Arena faßt bis zu 71.000 Zuschauer, so daß Vitali Klitschko selbst bei reduzierten Rängen auf jeden Fall vor einer gewaltigen Kulisse boxen wird. Im Juni 2009 hatte sein Bruder Wladimir vor 61.000 Fans im Gelsenkirchener Stadion den Usbeken Ruslan Tschagajew aus dem Hamburger Universum-Boxstall durch technischem K.o. in der neunten Runde besiegt. Wie alle Auftritte der Brüder Klitschko wird auch der bevorstehende Kampf live vom Kölner Privatsender RTL übertragen.

10. März 2010



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