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MELDUNG/068: Mit Teddy Atlas feilt Powetkin an der Titelreife (SB)



Am Mexikaner Javier Mora prüft der Ranglistenerste seine Form

Alexander Powetkin bestreitet am 13. März in der Max-Schmeling-Halle einen Kampf gegen den Mexikaner Javier Mora. Der 30 Jahre alte russische Schwergewichtler aus dem Berliner Sauerland-Boxstall ist in 18 Profikämpfen ungeschlagen und führt die Weltrangliste der IBF an. Diese Position macht ihn zum Pflichtherausforderer Wladimir Klitschkos, der allerdings nicht nur Weltmeister dieses Verbandes ist, sondern auch den Gürtel der WBO sowie die Trophäe der marginalen IBO in seinem Besitz hat. Das macht die Sache für Powetkin kompliziert, der bereits seit Januar 2008 Anspruch auf ein Duell mit dem Ukrainer hat, ohne daß es bislang dazu gekommen wäre.

Damals setzte sich Alexander Powetkin im Berliner Tempodrom gegen den US-Amerikaner Eddie Chambers durch und gewann damit ein Turnier mit vier Schwergewichtsboxern, in dem die IBF den Herausforderer des Champions ermittelte. Wladimir Klitschko verteidigte zunächst den Titel der WBO und sollte dann im Dezember 2008 auf Powetkin treffen, der sich jedoch in der Vorbereitung eine Verletzung am Fußgelenk zuzog und deswegen absagen mußte. Dieses Mißgeschick führte dazu, daß der Titelkampf erneut auf die lange Bank geschoben wurde, da er einer Entscheidung des Verbands zufolge zwar nachgeholt werden muß, ohne daß man dafür jedoch eine Frist gesetzt hätte.

Wladimir Klitschko tritt am 20. März im Düsseldorfer Stadion vor gut 50.000 Zuschauern gegen Eddie Chambers an, der seit der einzigen Niederlage seiner Karriere gegen Powetkin fünf Kämpfe in Folge gewonnen hat und unterdessen zum Pflichtherausforderer der WBO avanciert ist. Der Russe sieht sich daher genötigt, die Wartezeit mit Auftritten gegen andere Gegner zu überbrücken, um sich für den erhofften großen Wurf in Form zu halten. Dabei darf er sich natürlich keine Niederlage leisten, die seinen Status als Herausforderer des Weltmeisters gefährden würde.

Der 28 Jahre alte Javier Mora gilt derzeit als bester Schwergewichtler seines Landes. Er hat bislang 29 Profikämpfe bestritten, von denen er allerdings nur 22 gewonnen und einen unentschieden beendet hat, während er sich bei den restlichen sechs geschlagen geben mußte. Auf dem Papier ist er mithin kein Stolperstein für Powetkin, der dennoch auf der Hut sein muß, nicht an einem unterschätzten Gegner zu scheitern.

Der Russe will den zweiten Auftritt unter der Regie seines neuen Trainers Teddy Atlas nutzen, um einige Dinge auszuprobieren, die man in der Vorbereitung einstudiert hat. Um seinem Anspruch gerecht zu werden, es mit den Klitschkos aufnehmen zu können, muß sich Powetkin erheblich verbessern und gemeinsam mit dem renommierten US-Trainer, der einst den jungen Mike Tyson betreut und dessen Aufstieg begleitet hat, bis er nach einem Konflikt mit seinem Schützling von Cus D'Amato ausgebootet wurde, manche Korrektur vornehmen.

Wie Alexander Powetkin ankündigte, werde er in der Max-Schmeling-Halle unter Beweis stellen, daß er sich weiter verbessert habe und auf einem guten Weg für den Kampf gegen Wladimir Klitschko sei. Wie er zugleich einräumte, erfordere es natürlich eine gewisse Zeit und Praxis, bis er die geprobten Veränderungen im Ring umsetzen und dabei eine gewisse Sicherheit und Klasse ausstrahlen könne.

Teddy Atlas läßt keinen Zweifel daran, daß er Powetkin zum besten Boxer der aktuellen Schwergewichtsszene machen möchte. Um das Potential seines Schützlings in vollem Umfang auszuschöpfen, baue er jeden Tag eine neue Kleinigkeit ein, die ihm helfen werde, Klitschko zu besiegen. Bevor es soweit sei, konzentriere man sich jedoch auf die nächsten Schritte und den kommenden Gegner.

11. März 2010



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Elektronische Zeitung Schattenblick, ISSN 2190-6963
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