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MELDUNG/069: Bewährungsprobe für Robert Helenius in Helsinki (SB)



Nach Sieg über Lamon Brewster nun gegen Gbenga Oloukun

Der finnische Schwergewichtler Robert Helenius aus dem Berliner Sauerland-Boxstall gibt am 26. März eine weitere Kostprobe seines Könnens. Vor heimischem Publikum in der Töölö Sporthall von Helsinki möchte der 26jährige seinem Kampfnamen "Nordic Nightmare" im Duell mit Gbenga Oloukun alle Ehre machen. Nach einer erfolgreichen Amateurlaufbahn, die Helenius mit einer Silbermedaille bei der Europameisterschaft 2006 krönte, unterschrieb der Skandinavier bei Sauerland Event und wußte sich auch im Profilager zu behaupten.

Im Mai 2009 sorgte Helenius in seiner Heimat für Aufsehen, als er Scott "The Hammer" Gammer in der sechsten Runde besiegte. Am 7. November setzte er sich in Nürnberg gegen den namhaften Ukrainer Taras Bidenko sogar durch technischen K.o. in der dritten Runde durch. Nach diesem Erfolg hielt man es nicht für abwegig, den 26jährigen bereits nach zehn gewonnenen Profikämpfen mit dem erfahrenen Exweltmeister Lamon Brewster in den Ring zu schicken. Die Begegnung zwischen dem aufstrebenden jungen Boxer mit schwedischem und finnischem Paß und dem in Deutschland populären Routinier aus den USA war problemlos möglich, weil beide Boxer bei Sauerland unter Vertrag stehen.

Dem von Ulli Wegner trainierten Skandinavier war klar, daß er am 30. Januar im Jahnsportforum Neubrandenburg auf ein Kaliber treffen würde, mit dem er es bis dahin noch nie zu tun gehabt hatte. Lamon Brewster hatte sich international einen Namen gemacht, als er am 10. April 2004 in Las Vegas Wladimir Klitschko in der fünften Runde besiegte und damit als Weltmeister der WBO entthronte. Nach drei erfolgreichen Titelverteidigungen gegen Kali Meehan, Andrew Golota und Luan Krasniqi aus dem Universum-Boxstall mußte sich der US-Amerikaner im April 2006 dem Weißrussen Sergej Liachowitsch und später auch Wladimir Klitschko bei einer Revanche in Köln geschlagen geben.

Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Brewster danach lange zurück, doch bestritt er nach dreizehn Monaten Pause wieder einen Kampf, bei dem er in Cincinnati seinen Landsmann Danny Batchelder besiegte. Im März 2009 setzte er sich dann gegen den Briten Michael Sprott durch, doch wurden seine Pläne, bald wieder um einen Titel kämpfen zu können, durchkreuzt, als er im August 2009 in Halle (Westfalen) dem Nigerianer Gbenga Oloukun überraschend nach Punkten unterlag. Während für den 36 Jahre alten Lamon Brewster daher ein Sieg in Neubrandenburg unabdingbar war, um seine verbliebenen Chancen zu wahren, stand Robert Helenius vor dem bis dahin bedeutendsten Kampf seiner Karriere, von dem er sich einen mächtigen Schub erhoffte.

Helenius, der anfangs sichtlich Respekt vor seinem prominenten Gegner hatte, legte die Hemmungen alsbald ab und schickte den US-Amerikaner bereits in der zweiten Runde mit einer Rechten zu Boden. Das sollte kein Zufallstreffer gewesen sein, denn der Skandinavier setzte auch in der Folge die Akzente, beschäftigte Brewster fortwährend mit seinem linken Jab und traf mit der Rechten des öfteren Kopf oder Körper seines Gegners. In der achten Runde stand der schwer gezeichnete Amerikaner schließlich nach zahlreichen Treffern verteidigungsunfähig in den Seilen, worauf der Ringrichter den Kampf beendete. Für Lamon Brewster standen nach dieser Niederlage durch technischen K.o. 35 gewonnene und sechs verlorene Ringauftritte zu Buche.

Natürlich war Robert Helenius überaus zufrieden mit seiner Leistung und dem Ausgang des Kampfs. Wie er nach getaner Tat berichtete, sei Brewster zwar jederzeit gefährlich geblieben, doch habe er auf seinen Trainer gehört und die geforderten Links-Rechts-Kombinationen geschlagen, was ausgezeichnet funktionierte. Trainer Ulli Wegner lobte seinen Schützling mit den Worten: "Wer bereits in seinem elften Profikampf so einen großen Namen schlägt und eine so starke Leistung zeigt, dem gehört die Zukunft."

Der Sieg gegen Lamon Brewster sei sehr wichtig für ihn gewesen, ist sich Helenius der Bedeutung dieses Erfolgs gegen den Exweltmeister bewußt. Obgleich er damit einen wichtigen Schritt getan habe, sei er jedoch noch lange nicht am Ziel, da noch viel Arbeit auf ihn warte. Er freue sich jedenfalls, vor seinen heimischen Fans in Finnland antreten zu können, denen er einen spektakulären Kampf bieten möchte.

Auf einer Pressekonferenz in Helsinki unterstrich Sauerlands Sportdirektor Hagen Doering das enorme Potential von Robert Helenius. Dieser habe seine Qualitäten gegen Lamon Brewster eindrucksvoll unter Beweis gestellt und werde auch künftig von sich reden machen.

12. März 2010



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